Nel Aktie: Rekordverlust trifft Rekordauftrag
Nel ASA präsentierte Ende Februar einen der widersprüchlichsten Geschäftsberichte der jüngeren Firmengeschichte: Der norwegische Wasserstoff-Spezialist verbuchte im vierten Quartal 2025 den höchsten Quartalsverlust seit Bestehen – und gleichzeitig einen der stärksten Auftragseinzänge überhaupt. Wie passt das zusammen?
Umsatz bricht ein, Verlust explodiert
Für das Gesamtjahr 2025 sackten die Erlöse um 31 Prozent auf 963 Millionen NOK ab. Bereits im dritten Quartal hatte sich der Abwärtstrend mit einem Minus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr abgezeichnet. Der Grund: Große Elektrolyse-Projekte werden von Kunden immer wieder verschoben, finale Investitionsentscheidungen verzögern sich.
Das vierte Quartal fiel mit 330 Millionen NOK Umsatz nochmals 20 Prozent schwächer aus als im Vorjahresquartal. Doch die eigentliche Hiobsbotschaft steckte in der Gewinn- und Verlustrechnung: Der Nettoverlust schoss auf 870 Millionen NOK hoch – gegenüber nur 64 Millionen NOK in Q4 2024.
Verantwortlich dafür waren Abschreibungen in Höhe von 799 Millionen NOK. Nel strich dabei Werte von Produktionsanlagen für atmosphärische Alkaline-Elektrolyse (361 Millionen NOK) sowie Goodwill und immaterielle Technologiewerte (439 Millionen NOK). Die Abschreibungen markieren einen strategischen Schnitt: Nel wendet sich von der ersten Generation seiner Alkaline-Technologie ab und setzt auf eine modernere Plattform.
Auf das Gesamtjahr hochgerechnet summierte sich der Verlust auf 1.265 Millionen NOK – fast fünfmal so hoch wie 2024.
Auftragsboom bei PEM-Elektrolyseuren
Während die Zahlen aus der Vergangenheit wenig erfreulich ausfielen, lieferte das Auftragsbuch eine starke Gegenposition. Im Schlussquartal sicherte sich Nel Aufträge im Wert von 686 Millionen NOK – ein Plus von 364 Prozent gegenüber Q4 2024 und der zweithöchste Wert der Unternehmensgeschichte. Der Auftragsbestand kletterte auf 1.319 Millionen NOK.
Haupttreiber war die PEM-Sparte, die 93 Prozent der Neuzugänge ausmachte. Zu den Großaufträgen zählten Verträge für die norwegischen Wasserstoffprojekte HyFuel und Kaupanes – mit einem Volumen von über 50 Millionen US-Dollar der größte PEM-Einzelauftrag in der Firmengeschichte. Hinzu kamen Aufträge für die GreenH-Projekte in Kristiansund und Slagentangen sowie eine dritte Order für containerisierte Lösungen vom Schweizer Partner H2Energy.
Ein weiteres Signal: Nel wurde von Samsung E&A zum bevorzugten globalen Wasserstoff-Partner ernannt.
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Herøya-Werk: Die Zukunftswette
Am 12. Dezember 2025 gab der Verwaltungsrat grünes Licht für die Industrialisierung der "Next Generation Pressurized Alkaline"-Plattform am Standort Herøya. Die Technologie befindet sich seit 2018 in der Entwicklung und hat erfolgreich Prototypentests im vollen Maßstab durchlaufen.
Die erste Ausbaustufe zielt auf eine Jahreskapazität von einem Gigawatt und erfordert Investitionen von rund 300 Millionen NOK vor Abzug staatlicher Zuschüsse. Die EU unterstützt das Projekt über den Innovationsfonds mit bis zu 135 Millionen Euro, ausgezahlt nach Meilensteinen. Langfristig plant Nel eine Kapazität von bis zu vier Gigawatt pro Jahr am Standort.
Die kommerzielle Produktion soll in der ersten Jahreshälfte 2026 anlaufen, Serienauslieferungen sind für 2027 geplant.
Marktreaktion und Liquidität
Die Aktie zeigte sich von den schwachen Quartalszahlen weitgehend unbeeindruckt. Am Abend des Veröffentlichungstages legte sie an der Börse Stuttgart sogar um 2,2 Prozent auf 0,184 Euro zu.
Nel verfügte zum Quartalsende über eine solide Liquidität von 1,6 Milliarden NOK. Angesichts der geplanten Investitionen in Herøya dürfte die Mittelverwendung in den kommenden Quartalen genau beobachtet werden.
Die nächsten Finanzdaten folgen am 22. April 2026 mit dem Q1-Bericht, gefolgt vom Halbjahresbericht am 15. Juli 2026. Die Hauptversammlung findet am 10. April 2026 statt.
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