Nel legt im Jahresbericht 2025 ein widersprüchliches Bild offen: Das Unternehmen schrieb im vierten Quartal den höchsten Verlust seiner Geschichte, verbuchte aber zugleich einen der stärksten Auftragseingänge überhaupt. Die Zahlen, die Nel Ende Februar veröffentlicht hat, machen 2026 zu einem Jahr, in dem vor allem die Umsetzung zählen wird.

Umsatzrückgang und schwankende Projektabrechnung

Im Gesamtjahr 2025 fiel der Umsatz auf 963 Mio. NOK. Das entspricht einem Minus von 31% gegenüber 2024 (1.390 Mio. NOK). Im vierten Quartal sank der Umsatz auf 330 Mio. NOK nach 416 Mio. NOK im Vorjahresquartal (–20%).

Nel erklärt die Schwankungen mit unregelmäßigen Auslieferungsplänen bei großen Elektrolyseur-Projekten. Entscheidend sei dabei, wie schnell Kundenstandorte weltweit entwickelt und abnahmebereit werden.

Bei den Segmenten zeigte sich ein gemischtes Bild: Der Umsatz im Bereich Alkaline Electrolyser sank im Quartal um 33% auf 177 Mio. NOK. Gleichzeitig verbesserte sich das Segment-EBITDA auf 36 Mio. NOK nach 19 Mio. NOK, gestützt durch abgeschlossene Projektlieferungen und realisierte Kompensationsforderungen.

Im PEM-Geschäft blieb der Umsatz mit 153 Mio. NOK in etwa stabil. Der EBITDA-Verlust weitete sich jedoch auf –35 Mio. NOK aus (zuvor –22 Mio. NOK). Als Haupttreiber nennt Nel deutlich höhere F&E-Ausgaben, die sich nahezu verdoppelten und bei 60 Mio. NOK lagen. Der größte Auftragsbestand liegt ebenfalls im PEM-Segment: 878 Mio. NOK.

Abschreibungen drücken Ergebnis

Der auffälligste Wert des Berichts ist der Quartalsverlust: Im Q4 2025 lag der Nettoverlust bei 870 Mio. NOK, nach 64 Mio. NOK im Vorjahresquartal. Als Hauptgrund nennt Nel Wertminderungen in Höhe von 799 Mio. NOK. Diese betreffen vor allem Produktionsanlagen für Alkaline-Elektrolyseure am Standort Herøya sowie Goodwill und immaterielle Technologiewerte im PEM-Segment.

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Auf Jahressicht summierte sich der Nettoverlust damit auf 1.265 Mio. NOK, nach 258 Mio. NOK im Jahr 2024. Die Liquidität lag zum Jahresende bei 1,6 Mrd. NOK, nach 1,9 Mrd. NOK ein Jahr zuvor.

Auftragseingang zieht stark an – und jetzt?

Während Umsatz und Ergebnis schwächelten, stach der Auftragseingang positiv heraus. Nel meldete für Q4 neue Bestellungen über 686 Mio. NOK. Das sind 364% mehr als im Vorjahresquartal (148 Mio. NOK) und laut Unternehmen das zweitbeste Quartal der Historie.

Der Auftragsbestand stieg dadurch auf rund 1,3 Mrd. NOK, etwa 70% davon entfallen auf PEM-Technologie. Im Quartal kamen unter anderem PEM-Bestellungen von HyFuel und Kaupanes (Hydrogen Solutions, Norwegen) mit einem kombinierten Wert von mehr als 50 Mio. US-Dollar hinzu. Außerdem wurde Nel als Technologieanbieter für GreenH-Projekte in Kristiansund und Slagentangen ausgewählt und erhielt eine dritte Order für containerisierte PEM-Lösungen von H2Energy in der Schweiz. Zusätzlich ernannte Samsung E&A Nel zum bevorzugten globalen Wasserstoffpartner; weitere Bestellungen kamen von HYDS und Collins Aerospace.

Doch worauf läuft es damit hinaus? Laut Bericht wird entscheidend sein, wie schnell und effizient Nel diesen Auftragsbestand in realisierte Umsätze überführen kann.

Herøya als Schlüsselprojekt – und Fokus auf Kosten

Strategisch wichtig ist die Investitionsentscheidung für den Ausbau in Herøya. Der Vorstand genehmigte Mitte Dezember die Industrialisierung der „Next Generation Pressurized Alkaline“-Plattform. Die Technologie habe den Test eines Prototyps im Vollmaßstab abgeschlossen.

Das Projekt soll bis zu 135 Mio. Euro aus dem EU Innovation Fund erhalten und damit rund 60% der förderfähigen Kosten abdecken. Für die erste Phase mit 1 GW beziffert Nel die Investitionen vor Förderung auf rund 300 Mio. NOK, verteilt auf 2026 und 2027. Der Marktstart ist für die erste Hälfte 2026 vorgesehen, größere Auslieferungen sollen ab 2027 anlaufen. Langfristig plant Nel am Standort eine Jahreskapazität von bis zu 4 GW.

Parallel betont Nel die Rolle der nächsten Technologiegeneration bei der Senkung der Wasserstoffkosten (LCOH). Das neue Druck-Alkaline-System soll laut Unternehmensanalyse unter anderem die Stellfläche um 80% reduzieren, die Investitionskosten (CAPEX) um 40–60% senken und einen Energieverbrauch von unter 50 kWh/kg erreichen.

Zum Ausblick hat Nel konkrete Termine genannt: Die Zahlen für Q1 2026 sollen am 22. April kommen, der Halbjahresbericht ist für den 15. Juli geplant. Die Hauptversammlung ist für den 10. April angesetzt. CEO Håkon Volldal bezeichnete 2025 als „anspruchsvolles Jahr“, aber „in vielerlei Hinsicht“ als Wendepunkt.

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