Die Genehmigung für eine gigantische KI-Fabrik in Missouri bescherte der Nebius Group zunächst einen kräftigen Kurssprung. Doch die anfängliche Euphorie wich schnell der Realität enormer Investitionskosten, was die Aktie umgehend wieder auf Talfahrt schickte. Nun stellt sich die Frage, ob das rasante Wachstum diese massiven Ausgaben rechtfertigt.

Vergangenen Mittwoch gab der Stadtrat von Independence in Missouri grünes Licht für das „Project Independence“. Mit einer geplanten Kapazität von 1,2 Gigawatt – genug Energie, um eine Kleinstadt zu versorgen – entsteht hier die bislang größte KI-Fabrik des Unternehmens in den USA. Die Nachricht ließ den Kurs zunächst um 12 Prozent nach oben schnellen. Die Freude währte jedoch kurz: Sorgen der Investoren über die extrem hohen Kapitalausgaben drückten die Papiere im Anschluss um 8,8 Prozent ins Minus. Gestern schwankte der Kurs weiterhin stark und schloss spürbar unter seinem Tageshoch.

Starke Zahlen treffen auf Milliarden-Kosten

Dass Nebius aggressiv expandieren muss, belegen die starken Geschäftszahlen. Im Gesamtjahr 2025 kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um beachtliche 479 Prozent auf knapp 530 Millionen US-Dollar. Auch beim operativen Geschäft gelang dem Infrastruktur-Anbieter der Sprung nach vorn: Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) der Kernsparte erreichte im vierten Quartal erstmals die Gewinnzone.

Der eigentliche Treiber für den Ausbau ist jedoch das prall gefüllte Auftragsbuch. Langfristige Verträge mit Tech-Größen summieren sich auf ein garantiertes Volumen von über 20 Milliarden US-Dollar. Allein auf Microsoft entfällt ein Fünfjahresvertrag im Wert von 19 Milliarden US-Dollar, flankiert von einer Drei-Milliarden-Dollar-Vereinbarung mit Meta.

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Um diese gewaltigen Aufträge abzuarbeiten, muss die Infrastruktur rasch mitwachsen. Für das laufende Jahr 2026 peilt das Management einen Umsatz von 3,0 bis 3,4 Milliarden US-Dollar an. Dem gegenüber stehen jedoch geplante Investitionsausgaben (CapEx) von 16 bis 20 Milliarden US-Dollar. Zwar sind laut Unternehmensangaben bereits rund 60 Prozent dieser Finanzierung gesichert, die schiere finanzielle Belastung bleibt jedoch der Hauptgrund für die aktuelle Nervosität am Markt.

Technologie-Ausbau als Wettbewerbsvorteil

Neben dem Bau physischer Rechenzentren investiert Nebius parallel in die technologische Aufrüstung. Die Übernahme des Start-ups Tavily soll die eigene KI-Cloud-Plattform um intelligente Suchfunktionen erweitern. Zudem plant das Unternehmen, ab der zweiten Jahreshälfte 2026 die neuen Vera Rubin-Systeme von NVIDIA in seine Rechenzentren in den USA und Europa zu integrieren. Damit rüstet sich der Konzern für die rasant steigende Nachfrage nach Hochleistungs-Computing.

Der Markt wird in den kommenden Monaten exakt nachrechnen, wie effizient Nebius das beachtliche Auftragsbuch in echten Umsatz umwandeln kann. Die aktuellen Quartalszahlen beweisen, dass das operative KI-Segment profitabel arbeiten kann, sobald die initialen Baukosten der Infrastruktur herausgerechnet werden. Der entscheidende Maßstab für die Realisierbarkeit dieser ehrgeizigen Strategie wird nun die termingerechte und budgettreue Fertigstellung des neuen Gigawatt-Campus in Missouri sein.

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