Nebius Aktie: Geduld gefragt
Nebius hat in den USA eine wichtige Hürde genommen: In Missouri haben die lokalen Behörden einen Industrie-Förderplan für das bislang größte Infrastrukturprojekt des Unternehmens im Land gebilligt. Damit wird der Weg für ein neues KI-Rechenzentrumsprojekt frei – und genau das befeuerte zunächst die Fantasie am Markt. Die anschließende Gegenbewegung zeigt aber auch: Der Titel bleibt anfällig für schnelle Richtungswechsel.
„Project Independence“: 1,2 Gigawatt geplant
Der Stadtrat von Independence (Missouri) hat am 4. März einen „Chapter 100“-Anreizplan für den geplanten KI-Campus von Nebius genehmigt. Das Projekt mit dem Namen „Project Independence“ soll als mehrteiliger Hyperscale-Campus auf rund 400 Acres nahe Kansas City entstehen und perspektivisch eine Kapazität von bis zu 1,2 Gigawatt erreichen.
Die erste Ausbaustufe ist als Multi-Milliarden-Dollar-Investition beschrieben. Erwartet werden etwa 1.200 Jobs in der Bauphase sowie rund 130 dauerhafte Hightech-Stellen. Die Strombereitstellung soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen. Genannt werden zudem ein geschlossenes Kühlsystem mit geringem Wasserverbrauch, Maßnahmen zur Lärmminderung und Zusagen zur lokalen Einstellung.
Kursreaktion: Erst Sprung, dann Rücksetzer
Nach der Genehmigung legte die Aktie am Mittwoch um 12% zu und stieg bis auf 97 US-Dollar, nachdem auch andere „Neocloud“-Titel zulegten. Das lag deutlich über dem Wochentief von 83 US-Dollar.
Die Rally hielt jedoch nicht lange. Laut einem Bericht von Simply Wall St, der rund zwei Tage nach der Entscheidung veröffentlicht wurde, lag die Aktie nach der Genehmigung 8,8% im Minus. Bis gestern schwankte der Kurs laut Vorlage zwischen 88,80 und 96,50 US-Dollar und lag bei 89,19 US-Dollar. Auf Jahressicht ist die Spanne extrem: 18,31 bis 141,10 US-Dollar.
Wachstum, Großauftrag und hohe Investitionspläne
Für 2025 meldete Nebius (ungeprüft) einen Umsatz von 529,8 Mio. US-Dollar, ein Plus von 479% gegenüber dem Vorjahr. Allein im vierten Quartal kamen 227,7 Mio. US-Dollar hinzu (+547%). Gleichzeitig blieb das Unternehmen in der Gewinnzone nicht stabil, reduzierte aber die Verluste auf EBITDA-Basis: Das bereinigte EBITDA lag 2025 bei -64,9 Mio. US-Dollar (2024: -226,3 Mio.). Der Nettoertrag aus fortgeführten Aktivitäten betrug 29,0 Mio. US-Dollar nach -352,0 Mio. im Vorjahr. Der operative Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten drehte 2025 auf +401,9 Mio. US-Dollar.
Operativ betont Nebius, in Q3 und Q4 2025 „ausverkauft“ gewesen zu sein und auch für Q1 2026 bereits ausverkauft zu sein. Kapazitäten würden teils schon vor Inbetriebnahme vollständig vergeben. Als zentraler Treiber wird zudem ein Fünfjahresvertrag mit Microsoft über mehr als 19 Mrd. US-Dollar genannt. Eine erste Tranche wurde im November planmäßig geliefert, weitere sollen im Verlauf von 2026 folgen – überwiegend in der zweiten Jahreshälfte. Ab 2027 erwartet Nebius laut Text den Umsatzbeitrag von Microsoft in voller Jahresrate.
Für 2026 stellt das Unternehmen 3,0 bis 3,4 Mrd. US-Dollar Umsatz in Aussicht, wobei die meisten Kapazitätsauslieferungen ebenfalls in der zweiten Jahreshälfte geplant sind. Das Management bekräftigt zudem das Ziel, bis Ende 2026 eine annualisierte Run Rate (ARR) von 7 bis 9 Mrd. US-Dollar zu erreichen. Parallel soll die Zahl der Rechenzentrums-Standorte von 7 (2025) auf 16 steigen, die aktive Kapazität bis Jahresende auf 800 Megawatt bis 1 Gigawatt.
Finanziell wird es groß: Für dieses Jahr kalkuliert Nebius mit Investitionen von 16 bis 20 Mrd. US-Dollar. Die erste Finanzierung soll aus operativen Mittelzuflüssen und Geldern aus langfristigen Verträgen kommen; gleichzeitig erwartet das Unternehmen 2026 eine Kapitalstruktur, die auch externe Finanzierung einschließt. Ende 2025 lagen die liquiden Mittel bei 3,7 Mrd. US-Dollar, Schulden auf Gruppenebene weist Nebius nach eigenen Angaben derzeit nicht aus.
Der Genehmigungsbeschluss in Missouri nimmt dem US-Ausbau einen Unsicherheitsfaktor – im Jahr 2026 wird sich die Story damit vor allem daran messen lassen, ob die angekündigten Kapazitäten in der zweiten Jahreshälfte tatsächlich ans Netz gehen und die angekündigten Auslieferungen in Umsatz umschlagen.
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