Nebius Aktie: Klares Warnsignal!
Ein enttäuschender Quartalsbericht des Konkurrenten CoreWeave hat die Stimmung im „Neocloud“-Segment Heute deutlich eingetrübt. Davon wurde auch Nebius in Mitleidenschaft gezogen – obwohl es keine unternehmensspezifischen Negativmeldungen gab. Genau diese Kopplung zeigt, wie sensibel der noch junge AI-Infrastrukturbereich auf Branchen-News reagiert.
Sektor-Abverkauf zieht mit
Nebius fiel im Tagesverlauf zeitweise um 14,9%, CoreWeave sogar um 21,9%. Die Titel bewegen sich oft im Gleichklang, weil Investoren beide als Vertreter eines neuen, noch nicht etablierten Börsensegments betrachten.
Im Handel am 27. Februar markierte Nebius ein Tageshoch bei 103,09 US-Dollar und ein Tagestief bei 88,40 US-Dollar.
Q4: Rekordwachstum, aber unter Erwartungen
Operativ meldete Nebius für das vierte Quartal 2025 einen kräftigen Sprung beim Umsatz auf 227,7 Mio. US-Dollar. Damit verfehlte das Unternehmen jedoch die Konsensschätzung von 246 Mio. US-Dollar. Im Jahresvergleich bleibt das Wachstum auffällig: Die Erlöse legten um 547% zu.
Besonders stark entwickelte sich das Cloud-Computing-Segment mit einem Plus von 830%. Zudem erreichte Nebius einen wichtigen Meilenstein: Das Unternehmen wies erstmals ein positives bereinigtes EBITDA für das Quartal aus. Die EBITDA-Marge des Kerngeschäfts stieg auf 24%.
Unterm Strich lag der Quartalsverlust bei (0,69) US-Dollar je Aktie. Erwartet worden waren (0,42) US-Dollar – die Abweichung betrug damit (0,27) US-Dollar.
Auftragsbestand, Nvidia-Deal und Tavily-Zukauf
Das zentrale Fundament der Nebius-Story bleibt die vertraglich gesicherte Pipeline. Genannt werden ein Fünfjahresvertrag über 3 Mrd. US-Dollar mit Meta (unterzeichnet im November 2025) sowie ein separater Fünfjahrespakt mit Microsoft im Wert von über 19 Mrd. US-Dollar. Zusammen ergibt das einen zugesagten Auftragsbestand von mehr als 20 Mrd. US-Dollar.
Die erste Lieferung für Microsoft wurde laut Unternehmen im November 2025 planmäßig abgeschlossen, weitere Tranchen sollen 2026 folgen. Im Earnings Call zum vierten Quartal verwies das Management zudem darauf, dass sich die Zahl der Verträge mit Laufzeiten von mehr als zwölf Monaten gegenüber dem dritten Quartal nahezu verdoppelt habe. Der durchschnittliche Verkaufspreis stieg demnach um mehr als 50%.
Auf der Hardware-Seite stützt sich Nebius auf eine Partnerschaft mit Nvidia: Das Unternehmen nahm 700 Mio. US-Dollar von Nvidia auf und erhielt Zugang zu High-End-GPUs mit Rabatten, die mit rund 20.000 US-Dollar pro Einheit beziffert wurden.
Zusätzlich meldete Nebius im Februar einen strategischen Schritt Richtung Software: Am 10. Februar 2026 kündigte das Unternehmen eine Vereinbarung zur Übernahme von Tavily an, einem Anbieter für agentische Suche. Tavily soll als Marke bestehen bleiben, bestehende Kunden weiter bedienen und neue Funktionen entwickeln – gestützt durch Nebius’ Infrastruktur und Engineering-Ressourcen. Die Integration soll Echtzeit-Suche direkt in die AI-Cloud-Plattform bringen, um autonome Agenten mit Rechenleistung und aktueller Faktenbasis zu versorgen.
2026-Pläne: Wachstum mit hohen Investitionen
Für 2026 setzt Nebius eine Umsatzprognose von 3,0 bis 3,4 Mrd. US-Dollar an. Zusätzlich peilt das Unternehmen zum Jahresende ein ARR (Annual Recurring Revenue) von 7 bis 9 Mrd. US-Dollar an sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 40%. In Analystenschätzungen wird für 2026 ein Umsatzplus von 531% auf 3,35 Mrd. US-Dollar erwartet.
Parallel will Nebius die Zahl der Rechenzentrumsstandorte auf 16 erhöhen (nach sieben im Jahr 2025). Die aktive Kapazität soll bis Ende 2026 auf 800 Megawatt bis 1 Gigawatt steigen – nach 170 Megawatt zum Ende des Vorjahres. Geplant ist unter anderem ein neues 240-Megawatt-Rechenzentrum in Frankreich, das nach Fertigstellung zu den größten in Europa zählen soll.
Der Ausbau ist kapitalintensiv: Für 2026 veranschlagt Nebius Investitionen (Capex) von 16 bis 20 Mrd. US-Dollar. Nach Unternehmensangaben sind rund 60% der benötigten Finanzierung bereits gesichert. Zusätzlich erhielt Nebius im vierten Quartal etwa 830 Mio. US-Dollar an Kundenanzahlungen, die den Ausbau unterstützen und die Abhängigkeit von externen Kapitalmärkten senken sollen.
Am 29. April legt Nebius die nächsten Quartalszahlen vor – dann wird der Markt vor allem daran messen, ob der Kapazitätsausbau planmäßig vorankommt und wie schnell sich der Auftragsbestand tatsächlich in Umsatz übersetzt.
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