Broadcom liefert den nach eigenen Angaben ersten 2-Nanometer-Chip der Branche aus, sitzt auf einem Rekord-Auftragsbestand von über 73 Milliarden Dollar für KI-Komponenten – und präsentiert am kommenden Mittwoch die Quartalszahlen. Selten war eine Berichtssaison für den Halbleiterkonzern so spannend.

Technologievorsprung mit 2nm-Chip

Am 26. Februar gab Broadcom bekannt, dass man mit der Auslieferung des ersten 2-Nanometer-Chips an Fujitsu begonnen habe. Die Besonderheit: Die Fertigung erfolgt auf der firmeneigenen 3.5D-Plattform „XDSiP", bei der zwei Chip-Dies übereinandergestapelt werden, um Datenübertragung und Energieeffizienz zu optimieren.

Laut Harish Bharadwaj, Vizepräsident für Produktmarketing, setzen „so gut wie alle unsere Kunden auf diese Technologie". Der 3D-Aufbau soll die Energieeffizienz etwa um den Faktor zehn verbessern. Bis 2027 will Broadcom mindestens eine Million Einheiten dieses Designs ausliefern – ein ambitioniertes Ziel, das die Bedeutung der neuen Architektur für Rechenzentren unterstreicht.

Parallel startete der Konzern die kommerzielle Auslieferung seines BroadPeak-Radio-SoC für 5G- und künftige 6G-Netze. Auf dem Mobile World Congress demonstrierte Broadcom gemeinsam mit Altera die Interoperabilität der neuesten Siliziumgeneration.

Zahlen am 4. März im Fokus

Am 4. März nach Börsenschluss wird Broadcom die Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorlegen. Analysten erwarten einen Umsatz von 19,21 Milliarden Dollar – ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Beim Gewinn je Aktie rechnet die Wall Street mit 2,02 Dollar, was einem Anstieg von 26 Prozent entspricht.

Besonders interessant: Broadcom selbst geht davon aus, dass sich die Erlöse mit KI-Halbleitern im ersten Quartal auf 8,2 Milliarden Dollar verdoppelt haben – eine Beschleunigung gegenüber den 74 Prozent Wachstum im vierten Quartal 2025 und 63 Prozent im dritten Quartal. Das Unternehmen hat in den vergangenen neun Quartalen stets die Erwartungen übertroffen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Broadcom?

Rekord-Auftragsbestand als Wachstumsanker

Der Auftragsbestand für KI-Komponenten ist beeindruckend: Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 sicherte sich Broadcom einen 10-Milliarden-Dollar-Auftrag von Anthropic für TPU-Ironwood-Racks, im vierten Quartal folgte ein weiterer Auftrag über 11 Milliarden Dollar vom selben Kunden. Ein fünfter XPU-Kunde kam mit einer Bestellung über 1 Milliarde Dollar hinzu, Lieferung Ende 2026.

Allein für KI-Switches übersteigt der Auftragsbestand 10 Milliarden Dollar, getrieben von Rekordbestellungen für den Tomahawk-6-Switch. Zusammen mit XPUs und verwandten Komponenten summiert sich der KI-Auftragsbestand auf über 73 Milliarden Dollar – fast die Hälfte des Gesamtbestands von 162 Milliarden.

Software-Sparte mit hohen Margen

Die Software-Sparte, angeführt von VMware, steuert inzwischen fast 40 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Broadcom hat VMware auf ein reines Abonnement-Modell umgestellt und konzentriert sich auf die VMware Cloud Foundation für Unternehmens-Private-Clouds. Die Bruttomargen liegen hier oft über 80 Prozent, während Netzwerkprodukte typischerweise über 70 Prozent erreichen. ASICs liegen dagegen meist im mittleren 50-Prozent-Bereich.

UBS-Analyst Timothy Arcuri weist allerdings auf Risiken hin: mögliche Kundenabwanderung bei VMware-Vertragsverlängerungen, langsameres Wachstum nach jüngsten Upgrades und KI-gestützte Coding-Tools, die mehr Workloads in die Cloud verlagern könnten.

Analystensicht und Kursentwicklung

28 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, zwei raten zum Halten – Verkaufsempfehlungen gibt es keine. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 455,10 Dollar, etwa 30 Prozent über dem aktuellen Niveau von 319,55 Dollar.

Arcuri vermutet, dass die jüngste Kursschwäche weniger mit Problemen im Chipgeschäft zu tun hat als vielmehr mit niedrigeren Bewertungsmultiplikatoren im gesamten Softwaresektor. Das Halbleitergeschäft profitiere weiterhin von starker KI-Nachfrage. Über zwölf Monate betrachtet steht die Aktie mit einem Plus von rund 62 Prozent dennoch deutlich im Plus.

Ausblick auf den 4. März

Der Quartalsbericht am 4. März dürfte zeigen, ob Broadcom die selbst gesteckten KI-Umsatzziele erreicht hat und wie sich der Auftragsbestand entwickelt. Besonders spannend wird die Prognose für das laufende Quartal und Details zur Auslieferung der neuen 3D-Chips in der zweiten Jahreshälfte. Mit 15 Jahren ununterbrochener Dividendenerhöhungen bietet Broadcom zudem eine attraktive Komponente für langfristige Anleger.

Broadcom-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Broadcom-Analyse vom 01. März liefert die Antwort:

Die neusten Broadcom-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Broadcom-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Broadcom: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...