Nebius Aktie: Erfolgreiche Expansionsstrategie
Die Nebius-Aktie hat die Handelswoche mit einem klaren Ausbruch nach oben beendet. Der Kurs sprang am Freitag um rund 4,7 % auf 108,73 US‑Dollar und markierte ein neues 20‑Tage-Hoch. Auffällig ist das deutlich erhöhte Handelsvolumen institutioneller Investoren, was den Move zusätzlich stützt.
Im Zentrum stehen extrem aggressive Wachstumsprognosen für 2026 und eine erwartete Engpass-Situation im Bereich KI-Rechenzentren, auf die unter anderem Goldman Sachs hinweist. Kann Nebius diesen Rückenwind nutzen, obwohl Bewertung und Risiken deutlich zunehmen?
Wachstumsfantasie für 2026
Der wichtigste Treiber der positiven Stimmung ist die starke Anhebung der Umsatzerwartungen. Nach einem Umsatzzuwachs von 437 % auf 302 Mio. US‑Dollar in den ersten neun Monaten 2025 richtet sich der Blick der Analysten vor allem auf das Geschäftsjahr 2026.
Der aktuelle Marktkonsens rechnet mit einem Umsatzsprung um 521 % auf 3,45 Mrd. US‑Dollar. Das Management setzt noch höher an und peilt bis Ende 2026 eine annualisierte Umsatz-Run-Rate zwischen 7 und 9 Mrd. US‑Dollar an. Grundlage dafür ist, dass die verfügbare Rechenzentrumskapazität faktisch vollständig ausverkauft ist. Die Nachfrage nach den GPU‑as‑a‑Service-Angeboten gilt damit als sehr robust.
Wichtige Kennzahlen im Überblick:
- Schlusskurs: 108,73 US‑Dollar (Freitag)
- Tagesbewegung: +4,7 %
- Marktkapitalisierung: ca. 27,38 Mrd. US‑Dollar
- 50‑Tage-Linie: 93,06 US‑Dollar (Aktie klar darüber)
- Analystenkonsens Kursziel: ca. 142,38 US‑Dollar
- Höchstes Kursziel: 211,00 US‑Dollar (Northland)
Goldman-Sachs-These: Angebotsknappheit
Zusätzlichen Rückenwind erhält der Titel von der Einschätzung einer drohenden Kapazitätslücke in den USA. Studien von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Rechenzentrumsleistung in den Vereinigten Staaten im Jahr 2026 das Angebot um rund 9 Gigawatt übersteigen wird.
Von diesem Umfeld dürften etablierte Infrastrukturanbieter wie Nebius profitieren. Das Unternehmen hat sich den Zugang zu Nvidia-GPUs gesichert und verweist konkret auf Pläne für die Vera-Rubin-Plattform in der zweiten Jahreshälfte 2026. Damit ist Nebius strategisch positioniert, um die erwartete Lücke bei KI-Rechenleistung zu nutzen.
Auch Privatanleger haben die Aktie verstärkt entdeckt: Daten von eToro zeigen, dass die Zahl der Anleger, die Nebius im Depot halten, 2025 um 328 % gestiegen ist.
Technisches Bild und Analysteneinschätzungen
Charttechnisch hat die Aktie aus einer „Stage-One“-Basis nach oben ausgebrochen, einem Muster, das häufig als Beginn eines längeren Aufwärtstrends interpretiert wird. Der Kurs notiert komfortabel über der 50‑Tage-Linie bei 93,06 US‑Dollar und der 200‑Tage-Linie bei 86,89 US‑Dollar.
Die Analystenstimmung ist überwiegend positiv. Im Konsens lautet das Votum „Moderate Buy“, die Kursschätzungen reichen allerdings weit auseinander. Morgan Stanley bleibt mit einem Kursziel von 126 US‑Dollar vergleichsweise vorsichtig, während Northland Capital Markets langfristig Potenzial bis 211 US‑Dollar sieht. Zacks Investment Research führt Nebius derzeit mit Rang #2 („Buy“) und verweist auf positive Anpassungen der Gewinnschätzungen.
Risiken, Bewertung und Ausblick
Trotz der starken Wachstumserwartungen mehren sich kritische Stimmen. Am Freitag stufte Summit Research die Aktie auf „Sell“ herab. Begründet wurde dies mit möglichen Belastungen durch die kommende US-Regierung, insbesondere bei Energiepolitik und Strompreisen. Steigende Energiekosten könnten die Margen von Rechenzentrumsbetreibern merklich unter Druck setzen.
Zudem bleiben Bedenken rund um die internen Finanzkontrollen (ICFR), die bereits in Berichten aus dem Jahr 2024 thematisiert wurden. Für risikoscheue Investoren sind diese Punkte weiterhin ein Hindernis.
Bewertungsseitig ist Nebius anspruchsvoll: Mit etwa dem 7‑Fachen des erwarteten Umsatzes auf Sicht von zwölf Monaten ist die Aktie hoch bepreist. Das Unternehmen befindet sich weiterhin in einer intensiven Investitionsphase und schreibt deutliche Verluste – im dritten Quartal 2025 lag das Nettoergebnis bei –119,6 Mio. US‑Dollar. Der Fokus liegt klar auf Wachstum, nicht auf kurzfristiger Profitabilität.
Der Markt setzt aktuell darauf, dass die knappe Verfügbarkeit von KI-Rechenkapazität Nebius 2026 erhebliche Preissetzungsmacht verschafft und damit die hohe Bewertung rechtfertigt. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen die angekündigten Kapazitätserweiterungen und Umsatzziele im Laufe des Jahres 2026 tatsächlich erreicht und gleichzeitig die genannten regulatorischen und kostenbezogenen Risiken im Rahmen bleiben.
Nebius-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nebius-Analyse vom 17. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Nebius-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nebius-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nebius: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








