Rekordergebnisse, Rekordprognose — und trotzdem ein Kursrücksetzer. Micron Technology hat diese Woche Quartalszahlen präsentiert, die kaum besser hätten ausfallen können. Gleichzeitig offenbarte CEO Sanjay Mehrotra ein Problem, das noch jahrelang bestehen wird: Das Unternehmen kann seinen wichtigsten Kunden nur 50 bis 67 Prozent ihres Bedarfs liefern.

Nachfrage weit jenseits der Kapazitäten

Der Umsatz im zweiten Fiskalquartal (Ende Februar) kletterte auf 23,9 Milliarden Dollar — ein Plus von 196 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg auf 12,20 Dollar, ein Zuwachs von 155 Prozent. Zahlen, die in der Unternehmensgeschichte ihresgleichen suchen.

Und dennoch bleibt die zentrale Botschaft eine andere: Micron ist schlicht ausverkauft. Sowohl bei DRAM als auch bei NAND übersteigt die Nachfrage — getrieben von KI-Servern und klassischer Rechenzentrumsinfrastruktur — das verfügbare Angebot bei weitem. Neue Branchenkapazitäten werden frühestens 2027 ans Netz gehen, nennenswerte Entlastung ist erst 2028 zu erwarten. Für Micron bedeutet das erhebliche Preissetzungsmacht in einem Markt, der gerade boomt.

HBM4 in Serie — und schon vollständig verplant

Ein weiterer Meilenstein dieser Woche: Micron hat die Serienproduktion seines HBM4-Speichers (36 GB, 12-lagig) aufgenommen, der für NVIDIAs kommende Vera-Rubin-Plattform bestimmt ist. Die neue Generation erreicht Pin-Geschwindigkeiten von über 11 Gb/s und eine Bandbreite von mehr als 2,8 TB/s — das entspricht einer 2,3-fachen Steigerung gegenüber dem Vorgänger HBM3E bei gleichzeitig über 20 Prozent besserer Energieeffizienz. Zusätzlich hat Micron bereits Muster einer noch leistungsfähigeren Variante (48 GB, 16-lagig) an Kunden ausgeliefert, die 33 Prozent mehr Kapazität pro Einbauplatz bietet.

Die gesamte HBM-Produktion für 2026 ist bereits vertraglich gebunden. Erstmals hat Micron zudem einen fünfjährigen strategischen Kundenvertrag abgeschlossen, der langfristige Liefer- und Mengenzusagen umfasst.

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Prognose auf Rekordniveau — und ein teurer Ausblick

Für das dritte Fiskalquartal erwartet das Management einen Umsatz von 33,5 Milliarden Dollar — mehr als das Dreifache des Vorjahreswertes von 9,3 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge soll rund 81 Prozent erreichen, der Gewinn je Aktie 19,15 Dollar. Gabelli-Funds-Portfoliomanager Hendi Susanto kommentierte, die Guidance liege deutlich über seinen eigenen Erwartungen und denen der Analysten.

Parallel dazu steigen die Investitionen erheblich: Für das laufende Fiskaljahr plant Micron Kapitalausgaben von über 25 Milliarden Dollar, für 2027 ist ein weiterer deutlicher Anstieg — allein bei Baukosten um mehr als 10 Milliarden Dollar — angekündigt. Das Unternehmen erhöhte zudem die Quartalsdividende um 30 Prozent auf 0,15 Dollar je Aktie, zahlbar am 15. April.

Trotz der historischen Zahlen gab die Aktie nach den Ergebnissen nach — Citi-Analysten werteten dies als Gewinnmitnahmen nach einer starken Kursrally und behielten ihr Kaufvotum bei. Micron ist nach eigenen Angaben das einzige der zehn wertvollsten US-Technologieunternehmen, das in diesem Jahr bisher Kursgewinne verzeichnet.

Der nächste Quartalsbericht ist für den 1. Juli 2026 angesetzt.

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