Der dänische Pharmakonzern steckt in einer Zwickmühle: Während ein experimentelles Adipositas-Medikament in China überzeugende Resultate liefert, ziehen zwei namhafte Investmentbanken die Reißleine. Nach dem Misserfolg von Cagrisema in der direkten Konfrontation mit Eli Lillys Zepbound stufen sowohl die Deutsche Bank als auch JPMorgan die Aktie herab. Können positive Signale aus Fernost den Vertrauensverlust kompensieren?

UBT251 liefert in chinesischer Studie

Novo Nordisk und United Laboratories International Holdings vermelden einen Durchbruch für ihren Triple-Agonisten UBT251. In einer Phase-2-Studie in China verloren Teilnehmer mit der höchsten Dosis binnen 24 Wochen durchschnittlich 19,7 Prozent ihres Körpergewichts – das entspricht 17,5 Kilogramm bei einem Ausgangsgewicht von 92,2 Kilogramm. Die Placebo-Gruppe kam lediglich auf 2,0 Prozent.

Das Medikament, das die Rezeptoren für GLP-1, GIP und Glucagon gleichzeitig aktiviert, zeigte dabei ein günstiges Sicherheitsprofil. Gastrointestinale Nebenwirkungen fielen überwiegend leicht bis moderat aus und klangen mit der Zeit ab. Auch Taillenumfang, Blutzucker und Blutdruck verbesserten sich statistisch signifikant gegenüber Placebo.

Die 205 chinesischen Probanden mit Adipositas oder Übergewicht wurden nach dem Zufallsprinzip einer von vier Gruppen zugeteilt: drei erhielten unterschiedliche Dosierungen von UBT251, eine vierte bekam ein Placebo. United Biotechnology plant nun eine Phase-3-Studie in China, während Novo Nordisk eine globale Phase-1b/2a-Untersuchung mit rund 330 Teilnehmern durchführt. Topline-Daten werden für 2027 erwartet.

Analysten werfen das Handtuch

Doch die positiven Studiendaten aus China reichen nicht aus, um die jüngsten Rückschläge wettzumachen. Emmanuel Papadakis von der Deutschen Bank senkte das Kursziel von 400 auf 275 Dänische Kronen und stufte die Empfehlung von "Buy" auf "Hold" herab. "Ich werfe das Handtuch", kommentierte der Analyst am Montagnachmittag. Das Scheitern von Cagrisema in der REDIFINE-4-Studie habe eine "riesige Kerbe" in die Investmentthese geschlagen.

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Cagrisema hatte im direkten Vergleich mit Eli Lillys Zepbound enttäuscht – eine Entwicklung, die Papadakis als inakzeptabel bezeichnet. Das absolute Minimum wäre gewesen, nicht unterlegen zu sein. Nun bleibe nur der starke Marktstart der Wegovy-Pille als positives Argument – zu wenig angesichts der drohenden Patentklippe.

JPMorgan folgte mit einer Abstufung von "Overweight" auf "Neutral" und kappte das Kursziel von 350 auf 250 Kronen. Analyst Richard Vosser reduzierte seine Schätzungen für Cagrisema bis 2030 um bis zu 63 Prozent. Die Umsatz- und Ergebnisprognosen für den Konzern sanken daraufhin um bis zu 16 beziehungsweise 17 Prozent. Die erwarteten Gewinnsteigerungen lägen nun nur noch auf Augenhöhe mit der Branche.

Aktienkurs unter Druck

Die Novo Nordisk-Aktie verlor am Dienstag an der Heimatbörse in Kopenhagen zeitweise 3,52 Prozent auf 242,55 Dänische Kronen. Die Investoren quittieren damit sowohl die negativen Analystenkommentare als auch die anhaltenden Unsicherheiten rund um die Pipeline. Trotz der ermutigenden Daten zu UBT251 überwiegt die Skepsis, ob Novo Nordisk seine Wettbewerbsposition im hart umkämpften Adipositas-Markt verteidigen kann.

Parallel dazu sicherte sich das französische Private-Equity-Haus Jeito Capital eine Schlüsselposition bei Alveus Therapeutics. Der Biotech-Entwickler sammelte in einer zweiten Finanzierungsrunde insgesamt 197 Millionen Dollar ein, um seine bifunktionale GIPR-Antagonist/GLP-1R-Agonist-Fusion ALV-100 in Phase 2 voranzutreiben. Der globale Adipositas-Markt soll bis 2030 auf rund 150 Milliarden Dollar anschwellen – eine Größenordnung, die den Wettbewerb weiter verschärfen dürfte.

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