MicroStrategy steht unter Druck. Die Aktie verlor am Donnerstag rund 5 Prozent auf 126,14 Dollar, nachdem CEO Phong Le eine fundamentale Änderung der Finanzierungsstrategie verkündete. Statt über neue Stammaktien will das Unternehmen seine Bitcoin-Käufe künftig primär über Vorzugsaktien finanzieren. Der Grund: Die Volatilität der Stammaktie soll gedämpft werden.

Ermöglicht wird dieser Kurswechsel durch die Erholung der hauseigenen Vorzugsaktien (Ticker: STRC). Diese kletterten erstmals seit Mitte Januar wieder auf ihren Nennwert von 100 Dollar – eine entscheidende technische Schwelle.

Vorzugsaktien als neues Instrument

Die Rückkehr zum Nennwert ist kein symbolischer Meilenstein, sondern operativ bedeutsam. Nur bei einem Kurs von mindestens 100 Dollar kann MicroStrategy weitere STRC-Papiere über "At-The-Market"-Programme platzieren. Diese Vorzugsaktien zahlen eine variable Dividende von 11,25 Prozent, die monatlich angepasst wird – eine Konstruktion, die den Kurs nahe der 100-Dollar-Marke stabilisieren soll.

Das Management erhofft sich davon weniger Volatilität für die Stammaktionäre. Deren Papiere haben zuletzt deutlich gelitten: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 17 Prozent zu Buche, auf Sicht von 120 Tagen summiert sich der Verlust auf 63 Prozent. Durch die Verlagerung auf Vorzugskapital will CEO Le die aggressive Bitcoin-Akkumulation fortsetzen, ohne die Stammaktie weiter zu belasten.

Belastete Bilanz trotz Bitcoin-Beständen

Der Strategiewechsel erfolgt vor dem Hintergrund enttäuschender Quartalszahlen. Im vierten Quartal 2025 wies MicroStrategy einen Verlust je Aktie von 42,93 Dollar aus – deutlich unter den Erwartungen. Der operative Verlust belief sich auf 17,4 Milliarden Dollar, hauptsächlich getrieben durch nicht realisierte Verluste im Bitcoin-Bestand.

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Eckdaten im Überblick:

  • Aktienkurs: 126,14 Dollar (-5%)
  • Bitcoin-Bestand: rund 714.644 BTC
  • Bitcoin-Kurs: ~67.500 Dollar
  • Q4-Umsatz: 123 Mio. Dollar
  • STRC-Dividende: 11,25% (variabel)

Trotz der Buchverluste hält das Unternehmen an seiner Kernstrategie fest. Mit über 714.000 Bitcoin im Bestand bleibt die Korrelation zwischen Aktienkurs und Kryptowährung hoch. CEO Le erteilte zuletzt Spekulationen eine Absage, MicroStrategy könne andere Bitcoin-Treasury-Firmen übernehmen. Solche Manöver bezeichnete er als Ablenkung vom eigentlichen Ziel der direkten Akkumulation.

Fragile Finanzierungsbrücke

Der Markt reagierte verhalten auf die Ankündigung. Während die Stammaktien nachgaben, stabilisierten sich die Vorzugsaktien beim Nennwert. In den vergangenen Wochen hatte MicroStrategy rund 370 Millionen Dollar über Stammaktien und 7 Millionen Dollar über Vorzugsaktien eingesammelt.

Die neue Strategie steht allerdings auf wackligen Beinen. Sollte Bitcoin weiter schwächeln und die STRC-Papiere erneut unter 100 Dollar rutschen, wäre der ATM-Kanal blockiert. Dann bliebe nur die Rückkehr zu potenziell verwässernden Kapitalerhöhungen über Stammaktien – genau jene Methode, die das Unternehmen nun eigentlich vermeiden will.

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