Microsoft hat in den vergangenen Wochen gleich auf mehreren Fronten Fakten geschaffen: neue KI-Produkte, ein überarbeitetes Lizenzmodell, starke Quartalszahlen — und trotzdem notiert die Aktie rund 25 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Der Widerspruch zwischen fundamentaler Stärke und Kursschwäche ist das zentrale Thema, das Anleger derzeit beschäftigt.

Wave 3: KI tief ins Produkt eingebettet

Mit „Wave 3" hat Microsoft seine KI-Strategie für Microsoft 365 Copilot auf eine neue Stufe gehoben. Statt isolierter Assistenzfunktionen setzt das Unternehmen nun auf sogenannte agentische Fähigkeiten — also KI, die eigenständig mehrstufige Aufgaben über mehrere Anwendungen hinweg erledigt, ohne dass der Nutzer jeden Schritt anstoßen muss.

Das neue Kernstück heißt Copilot Cowork, entwickelt in enger Zusammenarbeit mit dem KI-Unternehmen Anthropic. Das Tool soll Aufgaben über Word, Excel, PowerPoint und Outlook hinweg koordinieren. Derzeit läuft ein Research Preview mit ausgewählten Kunden; die breitere Verfügbarkeit ist für Ende März 2026 geplant.

Bemerkenswert ist der strategische Schwenk beim Modell-Ansatz: Microsoft bindet nicht mehr ausschließlich auf OpenAI-Technologie, sondern bietet Unternehmenskunden die Wahl zwischen verschiedenen KI-Modellen — darunter nun auch Anthropics Claude quer durch die gesamte Copilot-Chat-Erfahrung.

Das neue E7-Paket als Upsell-Hebel

Parallel zur Produktoffensive hat Microsoft ein neues Enterprise-Lizenzpaket angekündigt. Ab 1. Mai 2026 ist die Microsoft 365 E7 Frontier Suite für 99 US-Dollar pro Nutzer verfügbar. Das Paket bündelt Microsoft 365 E5, Copilot und das neue Agent 365 in einem Angebot — dessen Einzelkomponenten zusammen auf 117 Dollar kämen. Der Preisanreiz zur Konsolidierung ist damit eingebaut.

Die Nachfrage nach Copilot wächst bereits stark: Bezahlte Lizenzen stiegen im Jahresvergleich um über 160 Prozent, die tägliche Nutzung verzehnfachte sich. 90 Prozent der Fortune-500-Unternehmen setzen Copilot inzwischen ein.

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Zahlen mit Substanz

Die Quartalsergebnisse für das zweite Fiskalquartal 2026 lieferten eine klare Botschaft. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 4,14 Dollar — 6,7 Prozent über den Analystenschätzungen, 24 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar. Besonders auffällig: Die kommerziellen Buchungen sprangen um 230 Prozent, die verbleibenden Leistungsverpflichtungen — ein Indikator für langfristig gebundene Unternehmensverträge — erreichten 625 Milliarden Dollar, ein Plus von 110 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

An die Aktionäre flossen im Quartal 12,7 Milliarden Dollar zurück, 32 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Quartalsdividende wurde auf 0,91 Dollar je Aktie bestätigt, zahlbar am 11. Juni 2026.

Warum der Kurs trotzdem schwächelt

Trotz dieser Zahlen steht die Aktie unter erheblichem Druck. Während der breitere Markt nur rund drei Prozent von seinem Allzeithoch entfernt ist, liegt Microsoft etwa 25 Prozent darunter — ein ungewöhnlich starkes Auseinanderdriften für ein Unternehmen, das jahrelang eng mit dem Gesamtmarkt korrelierte.

Der Hintergrund: Softwareaktien leiden unter der Sorge, dass KI-Agenten den Bedarf an klassischen SaaS-Produkten langfristig verringern könnten. Microsoft versucht mit Wave 3 und dem E7-Paket genau dieses Narrativ zu entkräften — und zu zeigen, dass der eigene KI-Ausbau den traditionellen Softwareumsatz ergänzt statt kannibalisiert.

Am 28. April 2026 legt Microsoft die nächsten Quartalszahlen vor. Dann wird sich zeigen, ob die kommerziellen Impulse aus Wave 3 bereits in beschleunigtem Umsatzwachstum sichtbar werden — und ob das den Abstand zum Jahreshoch zu schließen beginnt.

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