Microsoft Aktie: Ungünstige Bedingungen!
Bei Microsoft kommt diese Woche einiges zusammen: ein Führungswechsel im Gaming-Bereich, neue Kritik an der Bilanzierung von KI-Investitionen und gleichzeitig operative Nachrichten wie eine Starlink-Kooperation. Das ergibt eine seltene Mischung aus Story- und Zahlen-Debatte. Und genau die erklärt, warum der Markt so empfindlich reagiert.
Warum der Markt nervös ist
Der Verkaufsdruck nahm nach dem jüngsten Quartalsbericht deutlich zu. Im Zentrum standen zwei Punkte: hohe Investitionen in Infrastruktur und der Hinweis, dass ein großer Teil des kommerziellen Auftragsbestands an OpenAI gekoppelt ist. CFO Amy Hood bezifferte den Anteil in der Telefonkonferenz auf rund 45% der „Commercial Remaining Performance Obligations“ (Backlog), was das Klumpenrisiko für Anleger greifbarer machte.
Dazu kommt die Bewertung: Laut MarketWatch ist das erwartete KGV auf etwa 21,4 gefallen und liegt damit unter Alphabet (26,5). Damit ist ein langjähriger Bewertungsaufschlag faktisch verschwunden – ein Signal, dass der Markt die künftige Gewinnqualität und den Kapitalbedarf im KI-Geschäft neu einpreist.
Bilanz-Streit um KI-Kosten
Zusätzlichen Zündstoff lieferte Investor Michael Burry. Er warf Microsoft und anderen Hyperscalern laut Benzinga vor, über aggressive Abschreibungsannahmen die tatsächlichen Kosten der KI-Infrastruktur zu kaschieren – etwa indem die „Nutzungsdauer“ von Chips und Servern verlängert werde, wodurch aktuelle Abschreibungen sinken.
Burry bezifferte die mögliche Gewinn-Überzeichnung im Schnitt auf 24%; für Microsoft soll sie laut Bericht bei über 20% liegen. Seine Warnung: Bis 2028 könne sich branchenweit eine kumulierte Überbewertung von Vermögenswerten von 226 Mrd. US-Dollar aufbauen. Ob und wie stark diese Sichtweise trägt, ist offen – aber sie trifft einen wunden Punkt: KI ist kapitalintensiv, und die Bilanzierung entscheidet mit darüber, wie „teuer“ Wachstum heute wirkt.
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Lichtblicke: Eigener Chip, Starlink und ein Deal
Gegenpol zur Kritik sind handfeste Fortschrittsmeldungen. Goldman Sachs hob in einer Analyse den Maia-200-Inference-Beschleuniger hervor, den Microsoft Ende Januar vorgestellt hatte. Die Bank sieht Vorteile beim Preis-Leistungs-Verhältnis in KI-Rechenleistungen. Gleichzeitig bremsten die Analysten Erwartungen: Daten zur Performance in großem Produktionsmaßstab fehlten noch, das Software-Ökosystem müsse reifen, und der Wettbewerb bleibe dynamisch.
Operativ machte Microsoft zudem eine Partnerschaft mit SpaceX’ Starlink publik. Ziel ist laut CNBC, globale Konnektivität auszubauen – zunächst mit dem Vorhaben, 450 Community-Hubs in Kenia gemeinsam mit einem lokalen Provider anzubinden. Außerdem beteiligte sich Microsoft an der Series-D-Finanzierung des Autonomie-Start-ups Wayve (1,2 Mrd. US-Dollar, Bewertung 8,6 Mrd. US-Dollar).
Auch intern gibt es Bewegung: Phil Spencer geht nach 38 Jahren in den Ruhestand, Asha Sharma übernimmt als CEO von Microsoft Gaming. Damit verbinden sich laut Berichten Anschlussfragen zur Xbox-Strategie – zumal unter neuer Führung ein Fokus auf „hochwertige, handgemachte Spiele“ betont wurde.
Zum Kursbild nur das Nötigste: Nach dem starken Rücksetzer der letzten Wochen liegt die Aktie (Schlusskurs gestern: 340,45 €) klar unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen, dass der Abwärtsdruck technisch noch nicht „abgehakt“ ist.
Im Kalender ist der nächste Fixpunkt bereits gesetzt: Am 29. April stehen die nächsten Quartalszahlen an. Dann dürfte sich zeigen, ob die hohen KI-Investitionen und die OpenAI-Abhängigkeit in den Kennzahlen besser eingefangen werden – oder ob der Markt die aktuelle Neubewertung weiter fortschreibt.
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