Microsoft bekommt diese Woche gleich von zwei Seiten zusätzlichen Druck auf die Story rund um KI und Cloud: In Washington unterschrieb der Konzern eine Energie-Zusage, die künftige Rechenzentren teurer machen könnte. Und ausgerechnet Partner OpenAI soll an einem Produkt arbeiten, das GitHub Konkurrenz machen würde. Wie gut passen diese Bausteine noch zum bisherigen Investment-Narrativ?

Energie-Zusage im Weißen Haus: Wer zahlt den Ausbau?

Am Mittwoch unterzeichnete Microsoft im Weißen Haus gemeinsam mit Amazon, Google, Meta, OpenAI, Oracle und xAI die „Ratepayer Protection Pledge“ der Trump-Regierung. Kern der Zusage: Die Tech-Konzerne wollen neue Stromerzeugungskapazitäten „bauen, bereitstellen oder einkaufen“ und außerdem die Kosten für nötige Infrastruktur-Upgrades bei der Stromlieferung für ihre Rechenzentren übernehmen. Ziel ist, dass diese Kosten nicht bei US-Haushalten landen.

Für Microsoft ist das vor allem ein Signal mit potenziellen Folgen für die Investitionsausgaben. Konzernpräsident Brad Smith hatte bereits im Januar angekündigt, Microsoft werde „pay our way“ – also selbst für die eigenen Strom- und Netzausbau-Effekte geradestehen.

Allerdings bleibt offen, wie verbindlich das Ganze ist. Experten weisen laut Bericht darauf hin, dass die Zusage keine rechtliche Durchsetzungskraft hat. Gleichzeitig ist der Hintergrund brisant: 2025 gingen in den USA laut Artikel rekordhohe 10 Gigawatt neue Rechenzentrumskapazität ans Netz, der Strombedarf stieg um 2,8% – der stärkste Zuwachs seit rund 20 Jahren. Genau dieser Trend macht die Frage nach Finanzierung und Genehmigungen so wichtig.

OpenAI vs. GitHub: Partnerschaft mit Reibung

Zusätzlich kam diese Woche ein Bericht von The Information auf, wonach OpenAI an einer eigenen Code-Hosting-Plattform arbeitet – als möglicher Rivale zu Microsofts GitHub. Auslöser sollen Ausfälle bei GitHub gewesen sein, die Entwickler zeitweise daran hinderten, Code zu ändern oder Arbeitsabläufe zu koordinieren. Intern wurde laut Bericht diskutiert, ein alternatives Repository-System aufzubauen.

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Noch ist das Projekt offenbar früh: Ein Start könne viele Monate dauern, und es ist nicht klar, ob daraus überhaupt ein kommerzielles Produkt wird. OpenAI-Mitarbeiter hätten aber auch darüber gesprochen, den Dienst später externen Kunden anzubieten.

Für Microsoft wäre das strategisch heikel. Der Konzern hat Milliarden in OpenAI investiert, besitzt GitHub – und GitHubs Coding-Assistent Copilot basiert auf OpenAI-Modellen. Sollte OpenAI eine eigene Plattform tatsächlich vermarkten, würde das die Beziehung ein Stück weit von „Partner“ Richtung „Wettbewerber“ im Developer-Ökosystem verschieben.

Zahlen stark, Investitionsdruck bleibt

Operativ liefert Microsoft weiter Wachstum: Für das Quartal bis 31. Dezember 2025 meldete der Konzern 81,3 Mrd. US-Dollar Umsatz (+17%) und 38,3 Mrd. US-Dollar operativen Gewinn (+21%). Azure und andere Cloud-Services legten um 39% zu. Gleichzeitig zeigt die Kehrseite des KI-Ausbaus Wirkung: Die Investitionsausgaben stiegen in dem Quartal um 66% auf 37,5 Mrd. US-Dollar, die Cloud-Bruttomarge sank auf 67% (zuvor 70%), der Free Cashflow ging um 9,3% auf 5,9 Mrd. US-Dollar zurück.

Auch beim Auftragsbestand steckt viel Dynamik: Die „Commercial remaining performance obligation“ erreichte 625 Mrd. US-Dollar (+110%). Der Bericht betont jedoch, dass dieser Wert durch eine Cloud-Zusage von OpenAI über 250 Mrd. US-Dollar angeschoben wurde – und dass 45% dieser Kennzahl auf OpenAI entfallen.

An der Börse ist die Stimmung dennoch angeschlagen: Die Microsoft-Aktie liegt seit Jahresanfang mit -12,81% im Minus. Vor diesem Hintergrund wirken sowohl die mögliche Energie-Kostenlast als auch ein potenziell komplizierteres OpenAI-Verhältnis wie zusätzliche Variablen in einem ohnehin investitionsintensiven KI-Zyklus.

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