Microsoft liefert im zweiten Geschäftsquartal 2026 die besten Zahlen der Unternehmensgeschichte – doch die Aktie verliert seit Jahresbeginn 18 Prozent. Während der Konzern mit Rekordumsätzen, explodierenden Cloud-Buchungen und einer bekräftigten OpenAI-Partnerschaft glänzt, zweifeln Investoren an der Bewertung und der Monetarisierung der KI-Offensive. Ein Blick auf die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Marktstimmung.

Bewertungskorrektur trifft auf KI-Skepsis

Die Microsoft-Aktie steht unter massivem Verkaufsdruck. Mit einem Minus von 18 Prozent seit Jahresbeginn gehört der Titel zu den schwächsten unter den großen Tech-Werten – der Index der "Magnificent Seven" verlor im selben Zeitraum nur sieben Prozent. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist von rund 34 zu Jahresbeginn auf etwa 25 gefallen. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 2,93 Billionen Dollar.

Der Druck kommt vor allem von zwei Seiten: Investoren hinterfragen zunehmend die hohen Bewertungen von KI-Aktien generell. Gleichzeitig wachsen Zweifel, ob Microsoft seine massiven KI-Investitionen tatsächlich in profitable Geschäftsmodelle übersetzen kann – oder ob am Ende vor allem die Rechenkosten steigen.

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache

Im Quartal bis Ende Dezember 2025 erzielte Microsoft einen Umsatz von 81,3 Milliarden Dollar, ein Plus von 17 Prozent. Der operative Gewinn kletterte um 21 Prozent auf 38,3 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 4,14 Dollar um 6,7 Prozent über den Erwartungen und 24 Prozent über dem Vorjahr.

Besonders stark entwickelte sich das Cloud-Geschäft: Azure und andere Cloud-Dienste wuchsen um 39 Prozent. Das Segment Intelligent Cloud, in dem Azure gebündelt ist, erzielte einen Umsatz von 32,91 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 29 Prozent. Die kommerziellen Buchungen explodierten um 230 Prozent, getrieben durch Azure-Zusagen und Großverträge über 100 Millionen Dollar. Der Auftragsbestand erreichte 625 Milliarden Dollar, mehr als eine Verdopplung im Jahresvergleich.

OpenAI-Partnerschaft: Exklusiv und lukrativ

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Ein wesentlicher Treiber der Quartalszahlen war die vertiefte Bindung zu OpenAI. Das KI-Unternehmen verpflichtete sich zu Cloud-Ausgaben von 250 Milliarden Dollar bei Microsoft – 45 Prozent des gesamten Auftragsbestands entfallen mittlerweile auf OpenAI. Die Investition in OpenAI brachte Microsoft im Quartal Nettogewinne von 7,6 Milliarden Dollar ein.

Nachdem OpenAI eine Kooperation mit Amazon verkündet hatte, veröffentlichten beide Unternehmen eine gemeinsame Stellungnahme: An der exklusiven Partnerschaft ändere sich nichts. Azure bleibe alleiniger Cloud-Provider für zustandslose APIs, die Zugang zu OpenAIs Modellen bieten. Microsoft hält 27 Prozent an OpenAI und hat IP-Zugriff bis 2032 – auch auf Modelle nach Erreichen einer potenziellen Künstlichen Allgemeinen Intelligenz.

Infrastruktur-Offensive mit staatlicher Rückendeckung

Microsoft gehört zu den sieben Tech-Konzernen, die am 4. März ein Abkommen mit dem Weißen Haus unterzeichnen. Die Vereinbarung verpflichtet die Unternehmen, ihre KI-Rechenzentren mit eigener Stromversorgung auszustatten, damit die Stromrechnungen amerikanischer Haushalte nicht steigen. Die Dimension dieser Zusage wird an den Investitionszahlen deutlich: Im Geschäftsjahr 2025 gab Microsoft 64,6 Milliarden Dollar für Sachanlagen aus, für 2026 werden bis zu 93,7 Milliarden erwartet.

Parallel dazu baut Microsoft sein Sicherheitsgeschäft aus, das inzwischen über 20 Milliarden Dollar Umsatz generiert. Anfang März stellte der Konzern neue KI-gestützte Funktionen für Defender, Sentinel und Copilot vor. Die Integration von KI erlaubt Microsoft, für automatisierte Bedrohungserkennung Premium-Preise zu verlangen.

Ausblick: Fundamentaldaten gegen Marktzweifel

Für das laufende dritte Geschäftsquartal rechnet Microsoft mit Erlösen zwischen 80,65 und 81,75 Milliarden Dollar. Das Azure-Wachstum soll in konstanter Währung 37 bis 38 Prozent erreichen. Die nächste Quartalsmeldung ist für den 28. April angesetzt. Dann wird sich zeigen, ob die Cloud-Dynamik und die Monetarisierung von Copilot stark genug sind, um die Bewertungsskepsis der Anleger zu überwinden.

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