Micron steht vor einer entscheidenden Woche. Ein Bericht aus Südkorea setzt den Speicherchiphersteller unter Druck – während Analysten gleichzeitig ihre Kursziele deutlich anheben. Am 18. März folgen die Quartalszahlen, die Klarheit bringen sollen.

Ausgeschlossen aus Nvidias Top-Tier

Laut einem Bericht der Korea Economic Daily vom 8. März werden Samsung Electronics und SK Hynix die einzigen HBM4-Lieferanten für Nvidias kommenden KI-Beschleuniger Vera Rubin sein. Micron fehlt auf der Lieferantenliste für dieses Topprodukt. Als Grund nannten Branchenanalysten Schwierigkeiten bei Speichergeschwindigkeit, Basisdesign und thermischer Leistung. Nvidia verlangt für Vera Rubin Speichergeschwindigkeiten oberhalb des JEDEC-Industriestandards von 8 Gbps.

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Die Verteilung fällt dabei klar zugunsten von SK Hynix aus: Rund 70 Prozent der HBM4-Zuteilung entfallen auf den koreanischen Konzern, Samsung erhält die verbleibenden 30 Prozent.

Vollständig ausgeschlossen ist Micron allerdings nicht. Das Unternehmen wird HBM4-Speicher für den Rubin CPX liefern – einen inferenzorientierten Beschleuniger der mittleren Klasse im Rubin-Portfolio. Das Vera-Rubin-Topmodell, dessen offizieller Launch bei Nvidias GTC-Konferenz am 16. März erwartet wird, bleibt Micron jedoch vorenthalten.

Analysten sehen das große Bild

Trotz der negativen Schlagzeile reagierten mehrere Analysten am Montag mit deutlichen Kurszielhöhungen – und begründeten dies mit der überraschend starken Preisentwicklung im gesamten Speichermarkt.

Susquehanna-Analyst Mehdi Hosseini hob sein Kursziel für Micron von 345 auf 525 US-Dollar an und bestätigte sein "Positive"-Rating. Als Treiber nannte er DRAM- und NAND-Durchschnittspreise, die spürbar über den Januar-Erwartungen liegen – eine Dynamik, die seiner Einschätzung nach bis ins zweite Quartal 2026 anhält. Langfristig sieht Hosseini HBM4 möglicherweise als Hochpunkt bei DRAM-Preisen und Bruttomargenniveau, da sich KI-Investitionen schrittweise von Training hin zu Inferenz verschieben.

Citi erhöhte sein Kursziel von 385 auf 430 US-Dollar bei unverändertem "Buy"-Rating. Analyst Atif Malik prognostiziert für 2026 einen DRAM-Preisanstieg von 171 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getragen von starker Rechenzentrum-Nachfrage. Historisch betrachtet erreichte Microns Aktie in den letzten drei Speicherzyklen ihren Höhepunkt zwei bis vier Monate vor dem Preispeak bei DRAM – und dieser Peak ist nach Citis Einschätzung noch nicht erreicht.

UBS-Analyst Timothy Arcuri ergänzt dieses Bild: Branchenchecks zeigen anhaltend steigende Preise, und er rechnet mit DRAM-Engpässen bis 2027 oder sogar 2028. Neue Kapazitäten kommen kaum nach – begrenzte Fabrikflächen, lange Lieferzeiten für Ausrüstung und Fachkräftemangel bremsen den Ausbau. Ein Großteil neuer Produktionskapazitäten fließt zudem in HBM für KI-Chips, was DDR5- und NAND-Märkte weiter knapp hält.

Quartalszahlen am 18. März als Richtungsentscheid

Micron berichtete zuletzt im Dezember 2025 starke Ergebnisse: Umsatz von 13,64 Milliarden US-Dollar, ein GAAP-Nettogewinn von 5,24 Milliarden US-Dollar und ein operativer Cashflow von 8,41 Milliarden US-Dollar. Für das am 28. Februar abgeschlossene zweite Geschäftsquartal erwartet die Wall Street nun 8,52 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 18,85 Milliarden US-Dollar – was einem Wachstum von rund 132 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspräche.

Micron hat eigenen Angaben zufolge bereits alle HBM-Lieferverträge für das Gesamtjahr 2026 – einschließlich der kommenden HBM4-Generation – preislich und volumenmäßig fixiert. Die Ergebnisse vom 18. März und vor allem der Ausblick des Managements werden zeigen, ob der Vera-Rubin-Ausschluss eine kurzfristige Delle bleibt oder ob sich das Wettbewerbsbild nachhaltig verschoben hat.

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