Micron Technology steht vor einem Spagat: Auf der einen Seite präsentiert der Speicherchip-Konzern Rekordgeschäfte und eine Produktoffensive im boomenden KI-Segment. Auf der anderen Seite rotieren prominente Analysten ihre Empfehlungen, und geopolitische Spannungen im Nahen Osten belasten die Stimmung. Die Aktie geriet zuletzt deutlich unter Druck – trotz fundamentaler Stärke.

Neuer KI-Speicher setzt Maßstäbe

Am 3. März stellte Micron das nach eigenen Angaben leistungsfähigste LPDRAM-Modul der Branche vor: Das 256GB SOCAMM2 bietet ein Drittel mehr Kapazität als bisherige Spitzenmodule, verbraucht dabei ein Drittel weniger Energie und benötigt nur ein Drittel der Fläche vergleichbarer Standardlösungen.

Die Zusammenarbeit mit Nvidia unterstreicht die strategische Bedeutung: Ian Finder, Produktchef für Rechenzentren-CPUs bei Nvidia, betonte, dass Microns Fortschritte bei Speicherkapazität und Energieeffizienz „die nächste Generation von KI-CPUs ermöglichen". Das neue Modul richtet sich gezielt an KI- und Hochleistungsrechner, die große Sprachmodelle mit langen Kontextfenstern verarbeiten.

Morgan Stanley dreht – trotz positiver Einschätzung

Ausgerechnet in dieser Phase wechselte Morgan Stanley seine Präferenz: Die Analysten ersetzten Micron durch Nvidia als Top-Pick im Halbleiter-Sektor. Die Begründung: Memory-Aktien seien bereits um 300% bis 900% gestiegen, seit Micron zum Favoriten erklärt wurde. Analyst Joseph Moore äußerte Zweifel, ob die Speicherchip-Zyklen tatsächlich nachhaltiger seien als jene der Prozessorhersteller.

Die Rotation bedeutet keine negative Bewertung – vielmehr sehen die Analysten bei Nvidia nun wieder mehr Potenzial bis 2027. Für Micron dennoch ein symbolischer Dämpfer.

Geopolitik belastet

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Parallel drückten die Spannungen zwischen den USA, Israel und Iran auf die Kurse. Die mögliche Schließung der Straße von Hormus ließ Ölpreise steigen und schürte Sorgen vor Lieferkettenunterbrechungen. Südkoreas KOSPI-Index brach ein, getrieben von Verlusten bei Samsung Electronics und SK Hynix – die negative Stimmung schwappte nach Übersee.

Am Freitag verlor die Micron-Aktie weitere 3,34%, nachdem sie bereits am Donnerstag deutlich nachgegeben hatte. Der Schlusskurs vom Freitag: 319,10 Euro.

Fundamentaldaten bleiben robust

Hinter der Kursschwäche steht ein Unternehmen in Bestform: Im ersten Geschäftsquartal 2026 erzielte Micron einen Umsatz von 13,64 Milliarden Dollar – 57% mehr als im Vorjahr. Der Nettogewinn verdreifachte sich auf 5,24 Milliarden Dollar, der operative Cashflow erreichte 8,41 Milliarden Dollar.

Besonders dynamisch entwickelte sich das Cloud-Geschäft mit 5,3 Milliarden Dollar Umsatz (+100% zum Vorjahr). Micron hat zudem bereits die gesamte HBM-Produktion für das Kalenderjahr 2026 – inklusive der kommenden HBM4-Generation – zu festen Preisen und Mengen verkauft. UBS-Analyst Timothy Arcuri geht davon aus, dass die Knappheit bei DRAM-Speicher bis 2027, möglicherweise sogar bis 2028 anhalten wird. Hersteller kämpfen mit begrenzten Fabrikflächen, langen Lieferzeiten für Ausrüstung und Fachkräftemangel.

Quartalszahlen am 18. März

Am 18. März legt Micron die Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal vor. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 8,52 Dollar bei einem Umsatz von 18,85 Milliarden Dollar. Das Management hatte bereits „erhebliche Rekorde bei Umsatz, Bruttomarge, Gewinn je Aktie und freiem Cashflow" in Aussicht gestellt. Die strukturellen Vorteile durch die bereits gesicherte HBM-Produktion und die anhaltend starke Nachfrage aus dem KI-Bereich dürften die Zahlen stützen – unabhängig von kurzfristigen Marktturbulenzen.

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