Metaplanet startet mit Rückenwind ins neue Jahr. Der Grund: Indexanbieter MSCI verzichtet vorerst darauf, Unternehmen mit großen Bitcoin-Beständen aus seinen globalen Indizes zu streichen. Für den japanischen Bitcoin-Treasury-Spezialisten fällt damit ein zentrales Risiko weg – und die Bewertung zieht deutlich an.

  • MSCI belässt Bitcoin-Treasury-Unternehmen in den Indizes
  • Metaplanet-Aktie seit Jahresbeginn über 20 % im Plus
  • Bewertungsaufschlag auf Bitcoin-Bestand so hoch wie seit Monaten nicht
  • Bitcoin-Bestand wächst, aber aktuell noch mit Buchverlust
  • Derivategeschäft legt deutlich schneller zu als geplant

MSCI-Entscheidung nimmt Druck vom Sektor

Die in Tokio gelistete Aktie stieg am Mittwoch um 4 %, nachdem MSCI seine Entscheidung nach US-Börsenschluss am Dienstag veröffentlicht hatte. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus damit auf mehr als 20 %. Der Schlusskurs lag bei 531 Yen, nachdem der Titel Mitte November noch nahe 340 Yen notiert hatte.

Der Aufschlag auf den inneren Wert (mNAV) – also das Verhältnis von Unternehmenswert zum Marktwert der Bitcoin-Bestände – kletterte auf rund 1,25. Das ist das höchste Niveau seit der Liquiditätskrise im Oktober. Die Aktie wird damit zu einem spürbaren Premium gegenüber dem reinen Kryptowährungsvermögen gehandelt.

MSCI beendete mit der Entscheidung monatelange Unsicherheit über die Indexfähigkeit von Bitcoin-Treasury-Unternehmen. Zwar kündigte der Anbieter eine umfassendere Konsultation zu nicht-operativen und investitionsorientierten Gesellschaften an, das unmittelbare Ausschlussrisiko ist jedoch vorerst vom Tisch.

Bitcoin-Bestand und Kostenbasis

In einem Ende Dezember veröffentlichten Bericht bestätigte Metaplanet den Erwerb von 4.279 Bitcoin im vierten Quartal. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 105.412 US-Dollar je Coin, das gesamte Investitionsvolumen bei 451 Millionen US-Dollar. Damit beläuft sich der Gesamtbestand inzwischen auf 35.102 Bitcoin – genug für Platz vier unter den börsennotierten Bitcoin-Haltern weltweit.

Die gesamte Kostenbasis liegt nun bei rund 3,78 Milliarden US-Dollar. Im Schnitt zahlte Metaplanet etwa 107.606 US-Dollar pro Bitcoin. Bei aktuellen Kursen um 90.300 US-Dollar ergibt sich ein Marktwert der Bestände von ungefähr 3,17 Milliarden US-Dollar. Auf dieser Basis weist die Position einen nicht realisierten Verlust von etwa 16 % aus.

Ertragsgeschäft mit Bitcoin legt stark zu

Parallel zum reinen Halten der Kryptowährung baut Metaplanet ein Ertragsmodell auf Basis der Bitcoin-Bestände aus. Die Derivate-Sparte erzielte im Geschäftsjahr 2025 Schätzungen zufolge rund 55 Millionen US-Dollar Umsatz und übertraf damit die ursprünglichen Ziele des Managements.

Das Geschäft mit Bitcoin-basierten Derivaten – darunter insbesondere Covered-Call-Strategien und Lending-Strukturen – wuchs im Quartalsschnitt um etwa 57 %. Die Erlöse stiegen von rund 4,3 Millionen US-Dollar im vierten Quartal 2024 auf circa 26,5 Millionen US-Dollar im vierten Quartal 2025. Damit zeigt sich, wie sich der bisher eher passive Bestand in eine aktive, umsatzstarke Ertragsquelle transformieren lässt.

Aktienrückkauf und Kapitaldisziplin

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Anfang Januar teilte Metaplanet mit, dass im Rahmen des angekündigten Rückkaufprogramms über 150 Millionen Aktien bislang keine eigenen Papiere zurückerworben wurden. CEO Simon Gerovich betonte, dass der Fokus weiter auf der Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung und einer disziplinierten Kapitalallokation mit Schwerpunkt zusätzlicher Bitcoin-Käufe liege.

Das Rückkaufprogramm ist so ausgestaltet, dass es einen Rückgang des mNAV unter den Faktor 1,0 verhindern soll. Es dient damit als Instrument, um bei Schwächephasen des Bitcoin-Preises eine gewisse Untergrenze für die Bewertung der Aktie einzuziehen.

Marktumfeld und Vergleichsunternehmen

Die MSCI-Entscheidung stützte den gesamten Bereich börsennotierter Digital-Asset-Treasuries. In den USA legte MicroStrategy (MSTR) im vorbörslichen Handel um etwa 5 % zu. MARA Holdings verzeichnete im Fünf-Tage-Zeitraum bis zum 7. Januar ein Plus von 8,5 %.

Auch kleinere japanische Titel aus dem Segment profitierten von der verbesserten Stimmung. Convano, ein Franchiseanbieter im Kosmetikbereich mit Digital-Asset-Exposure, stieg um mehr als 16 %. Remixpoint, ein Energieunternehmen mit Krypto-Bezug, gewann 11 %, und der Spieleentwickler Gumi legte im selben Zeitraum um 6 % zu.

Bitcoin selbst überschritt am 7. Januar die Marke von 93.000 US-Dollar und sorgte damit zusätzlich für Auftrieb bei Treasury-orientierten Aktien – auch wenn einige Analysten weiterhin grundsätzliche Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit dieses Geschäftsmodells äußern.

Ambitionierte Bitcoin-Ziele und Kapitalstruktur

Metaplanet hält an seinem aggressiven Ausbauplan fest: Bis 2027 sollen 210.000 Bitcoin akkumuliert werden, was rund 1 % des gesamten Angebots entspräche. Für 2026 ist ein Zwischenziel von 100.000 Bitcoin vorgesehen, das erhebliche zusätzliche Kapitalmittel erfordert.

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Dezember billigten die Aktionäre einstimmig eine umfassende Kapitalreorganisation. Sie ermöglicht die Ausgabe von Class-A-Vorzugsaktien (MARS) und Class-B-Vorzugsaktien (MERCURY). Ziel ist es, institutionelles Kapital anzuziehen und gleichzeitig die Verwässerung der Stammaktionäre zu begrenzen.

Die von MSCI angekündigte Konsultation zu nicht-operativen Unternehmen bleibt ein Risikofaktor für die kommenden Jahre. Für den Moment verschafft die vertagte Entscheidung der gesamten Branche jedoch Zeit, um Geschäftsmodell, Kapitalstruktur und Ertragsquellen weiter zu festigen.

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