Meta Aktie: Mehrere Baustellen
Meta startet mit einem ganzen Bündel an Belastungsfaktoren in die neue Woche: eine milliardenschwere Patentrechtsklage, kritische Analystenkommentare und ein globaler Stopp eines zentralen AI-Features für Jugendliche. Alles das passiert ausgerechnet kurz vor den wichtigen Q4-Zahlen. Die entscheidende Frage für Anleger lautet dabei: Wie sehr treffen Rechtsrisiken und hohe Investitionen die bisher starke Wachstumsstory?
Patentrechtsklage trifft Wachstumsprojekt
Am Wochenende hat Solos Technology Ltd. vor einem Bundesgericht in Massachusetts Klage gegen Meta Platforms und Partner EssilorLuxottica eingereicht. Der Vorwurf: vorsätzliche Verletzung von Patenten, die angeblich in den Ray-Ban Meta Smart Glasses – insbesondere der Wayfarer Gen 1 und Nachfolgemodellen – verwendet werden.
Solos Technology wirft Meta vor, zentrale proprietäre Technologien für die Brillen übernommen zu haben. Gefordert werden „mehrere Milliarden Dollar“ an Schadenersatz. Besonders brisant: Die Kläger streben zudem eine dauerhafte Unterlassungsverfügung an, die den Verkauf der Smart Glasses komplett stoppen könnte.
Genau hier liegt der strategische Nerv: Die Ray-Ban-Brillen gelten als einer der wenigen klaren Erfolge in Metas Hardware-Portfolio. Nach Unternehmensangaben haben sich die Verkäufe in jüngeren Quartalen im Jahresvergleich etwa verdreifacht. Ein gerichtlicher Verkaufsstopp würde dieses Momentum an einem Punkt unterbrechen, an dem das Produkt gerade in den Massenmarkt hineinwächst.
Reality Labs: Wachstum mit neuem Risiko
Die Klage trifft Meta ausgerechnet in einer Phase, in der die Sparte Reality Labs wieder deutlich an Fahrt aufgenommen hat. Die jüngsten veröffentlichten Zahlen für Q3 2025 zeichnen ein erheblich besseres Bild, als einige Berichte nahegelegt hatten.
- Umsatz Reality Labs Q3 2025: +74 % gegenüber Vorjahr auf 470 Mio. US-Dollar
- Treiber: starke Nachfrage nach Quest-Headsets und den Ray-Ban Meta-Brillen
- Engpässe: In mehreren Märkten überstieg die Nachfrage das Angebot
Die Smart Glasses sind damit ein wesentlicher Baustein des jüngsten Wachstums. Eine erzwungene Produktanpassung, Lizenzzahlungen oder gar ein vorübergehender Verkaufsstopp würden genau diesen Hardware-Treiber treffen. Strategisch stünde Meta dann vor der Wahl, kostspielig nachzubessern oder die Brillen deutlich weniger profitabel zu machen.
Analysten werden vorsichtiger bei AI-Investitionen
Bereits vor Bekanntwerden der Klage hatten große Investmenthäuser am Freitag ihre Erwartungen an Meta nach unten angepasst. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das Umsatzwachstum, sondern die Höhe und der Zeitpunkt der Rendite auf die massiven AI-Investitionen.
- Wells Fargo:
- Kursziel von 795 auf 754 US-Dollar gesenkt
- Einstufung „Overweight“ bleibt
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Begründung: kurzfristig „ungünstige zeitliche Lücke“ zwischen steigenden AI-Investitionen und deren Monetarisierung
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Stifel:
- Kursziel von 875 auf 785 US-Dollar reduziert
- Rating „Buy“ bestätigt
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Fokus auf zunehmende Zweifel am Return on Investment der großen AI-Infrastruktur-Ausgaben
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Jefferies:
- Kursziel von 910 US-Dollar (Stand 22. Januar)
- Weiter klar positiver Ausblick und damit deutlich optimistischer als Wells Fargo und Stifel
Die Senkungen signalisieren wachsende Nervosität bezüglich der CapEx-Planung für 2026. Meta hatte bereits in Aussicht gestellt, die Investitionen für AI deutlich hochzufahren – ein Thema, das nun durch zusätzliche Rechts- und Regulierungsrisiken nochmals sensibler wird.
Börsentechnisch hat sich der Titel zuletzt trotzdem robust gezeigt: Am Freitag ging die Aktie bei 659,24 US-Dollar aus dem Handel, was einem Wochenplus von gut 6 % entspricht und deutlich über den mittelfristigen Durchschnittskursen liegt. Der Kurs notiert damit zwar unter dem 52‑Wochen-Hoch, aber klar über dem Tief – das Umfeld ist nervös, aber nicht panisch.
AI-Funktionen für Teenager vorerst gestoppt
Parallel zur Klagefront verschärft sich der regulatorische Druck. Meta hat am Freitag bekanntgegeben, den Zugang zu AI-Charakteren für Jugendliche weltweit mit sofortiger Wirkung auszusetzen.
Die Maßnahme gilt für alle als minderjährig eingestuften Nutzer, auch wenn diese nur durch Alters-Erkennungstools identifiziert werden. Sie erfolgt unmittelbar vor einer wichtigen Gerichtsanhörung im US-Bundesstaat New Mexico und steht im Zusammenhang mit Bedenken zur Sicherheit von AI-Interaktionen mit Kindern.
Meta kündigt zwar eine überarbeitete, altersgerechte Version des Angebots für einen späteren Zeitpunkt an. Kurzfristig fällt jedoch ein Engagement-Feature weg, das gerade bei jungen Nutzern als wichtiger Nutzungsanreiz gilt. Für den Konzern bedeutet das zusätzlichen Druck, Regulatoren zufriedenzustellen, ohne das Wachstum der AI-Produkte im Kerngeschäft zu stark auszubremsen.
Q4-Zahlen als Belastungstest
Am Mittwoch, den 28. Januar 2026, legt Meta die Zahlen für das vierte Quartal vor. Nach dem jüngsten Nachrichtenmix verschiebt sich der Fokus der Märkte spürbar: Weg von reiner Umsatzdynamik, hin zu Kostenkontrolle, Investitionsdisziplin und Rechtsrisiken.
Konsensschätzungen sehen aktuell:
- Umsatz: rund 58,38 Mrd. US-Dollar
- Gewinn je Aktie (EPS): etwa 8,28 US-Dollar
Noch wichtiger als diese Standardkennzahlen dürfte der Blick auf die Investitionsplanung sein. Die bisherige CapEx-Guidance für 2025/2026 lag bei 70 bis 72 Mrd. US-Dollar. Eine Anhebung über diese Spanne hinaus – kombiniert mit den neuen juristischen und regulatorischen Risiken – könnte den Kurs weiter unter Druck setzen.
Kurz vor dem Zahlenwerk steht Meta damit an einem kritischen Punkt: Hohe AI-Ausgaben, ein rechtlich angegriffenes Wachstumsprodukt in Reality Labs und strengere Auflagen im Jugendbereich treffen auf eine Aktie, die sich zuletzt deutlich von ihren Tiefstständen lösen konnte. Am Mittwoch dürfte sich zeigen, ob das Management die Investitionsstory so erklären kann, dass die neu aufgekommenen Risiken im Gesamtbild beherrschbar wirken.
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