Mercedes-Benz Aktie: Zwischen Technik und Druck
Mercedes-Benz spannt den Bogen zwischen digitaler Offensive und realen Absatzproblemen. Auf der einen Seite steht eine neue, hochkarätige Technologie-Partnerschaft mit Microsoft rund um die Formel 1. Auf der anderen Seite drücken rückläufige Verkaufszahlen und sinkende Margen auf die Bilanz – und damit auf die Wahrnehmung der Aktie.
Die Fakten im Überblick
- Mehrjährige Technologie-Partnerschaft mit Microsoft, Fokus auf Azure und KI im Formel-1-Team
- Absatz 2025: Rückgang um 10 % auf 2,16 Mio. Fahrzeuge
- Gewinnmarge fällt von 7,4 % auf 4,6 %
- Fortgesetztes Aktienrückkaufprogramm mit über 7,1 Mio. zurückgekauften Aktien bis Mitte Januar 2026
- Analysten-Kursziele zwischen 66 und 74 Euro, Durchschnitt 63,49 Euro
- Schlusskurs Freitag: 58,30 € (rund 17 % unter 52-Wochen-Hoch)
Microsoft-Deal: KI-Power für die Formel 1
Kern der neuen Partnerschaft ist der Einsatz von Microsoft Azure und KI-Technologien in den Formel-1-Aktivitäten des Mercedes-AMG PETRONAS F1 Teams. Die Zusammenarbeit ist auf mehrere Jahre angelegt und wird in der Branche auf etwa 60 Millionen US-Dollar pro Jahr taxiert.
Im Fokus stehen:
- Integration von Azure für Simulationslasten und Performance-Analysen
- Einsatz von KI zur Echtzeit-Auswertung von Renndaten
- Ausweitung der Nutzung von Microsoft 365 für effizientere Abläufe
- GitHub-Integration zur Beschleunigung von Entwicklungsprozessen
Auch optisch wird der Deal sichtbar: Das Microsoft-Logo prangt auf der Airbox des neuen W17-Rennwagens. Inhaltlich knüpft die Vereinbarung an eine über 30-jährige Zusammenarbeit beider Unternehmen in der Automobilproduktion an. Die Formel 1 dient dabei als technisches Versuchsfeld für Software-gestützte Entscheidungen, die perspektivisch in die Serienproduktion einfließen sollen.
Absatzschwäche und Margendruck
Während die Technologie-Story glänzt, sieht die Absatzseite deutlich trüber aus. 2025 sanken die Auslieferungen auf 2,16 Millionen Fahrzeuge, ein Rückgang von 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Im vierten Quartal lag das Volumen bei 558.400 Pkw und Vans, was einem Minus von 11 % im Quartal entspricht.
Die Folgen zeigen sich klar in der Profitabilität:
- Gewinnmarge: Rückgang von 7,4 % auf 4,6 %
Das Unternehmen steht damit unter spürbarem Margendruck. Dennoch hält der Konzern am Aktienrückkaufprogramm fest. Bis Mitte Januar 2026 wurden insgesamt 7.116.122 eigene Aktien erworben – ein Signal, dass das Management an den langfristigen Wert der Aktie glaubt, auch wenn das operative Umfeld derzeit herausfordernd ist.
Analystenmeinungen und Bewertung
Die Einschätzungen der Analysten fallen unterschiedlich aus, bewegen sich aber in einem relativ engen Korridor:
- HSBC: Kaufempfehlung mit Kursziel 74 Euro
- Bernstein/SocGen: „Market Perform“ mit Kursziel 66 Euro
- Durchschnittliches Kursziel: 63,49 Euro
Auf Basis der aktuellen Kennzahlen wirkt die Bewertung eher moderat: Die Aktie wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 9 gehandelt, die Dividendenrendite liegt bei 7,3 %. Zum Wochenschluss notierte der Titel bei 58,30 Euro und damit rund 16–17 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 70,10 Euro, aber deutlich über dem Tief von 47,05 Euro.
Charttechnisch zeigt sich ein gemischtes Bild:
- Kurs knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 60,38 €
- Leicht oberhalb des 100- und 200-Tage-Durchschnitts (57,89 € bzw. 54,89 €)
- RSI mit 36,3 nahe der Untergrenze des neutralen Bereichs
Der nächste klare Prüfstein steht bereits fest: Am 12. Februar 2026 legt der Konzern den kommenden Quartalsbericht vor, der zeigen muss, ob der Margendruck eingedämmt werden kann.
Externe Risiken bleiben präsent
Zusätzlich zu den internen Herausforderungen wirken externe Faktoren. Die anhaltenden Zolldiskussionen zwischen den USA und Europa stellen insbesondere für europäische Luxusautohersteller ein relevantes Risiko dar. Höhere Zölle könnten Margen weiter belasten oder zu Preisanpassungen zwingen.
Die Technologie-Partnerschaft mit Microsoft adressiert vor allem Effizienz, Datenkompetenz und Performance – sie kann jedoch makroökonomische Unsicherheiten nicht ausgleichen. Entscheidend wird sein, in welchem Umfang die im Formel-1-Umfeld entwickelten Software- und KI-Lösungen tatsächlich in das Seriengeschäft übertragen werden und dort Kosten senken oder neue Erträge ermöglichen.
Fazit: Spannungsfeld vor dem Quartalsbericht
Die Mercedes-Benz Aktie bewegt sich aktuell zwischen zwei Polen: einerseits einer klaren technologischen Aufwertung durch die Microsoft-Kooperation, andererseits rückläufigen Stückzahlen und sinkenden Margen. Der Aktienkurs spiegelt diese Gemengelage wider: Nach einem Monatsminus von rund 17 % liegt der Titel zwar unter dem Hoch, aber noch komfortabel über dem Jahrestief.
Kurzfristig dürfte der Quartalsbericht am 12. Februar 2026 richtungsweisend sein. Kann Mercedes-Benz zeigen, dass der Margenrückgang gestoppt oder zumindest gebremst wird, erhält die Technologie-Story rund um KI und Formel 1 ein deutlich stabileres Fundament. Andernfalls rücken die Absatzschwäche und der Kostendruck wieder stärker in den Vordergrund – trotz prominenter Microsoft-Unterstützung.
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