Die deutsche Automobilindustrie steht vor einer Zerreißprobe. Neue, konkrete Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump haben am Markt für erhebliche Verunsicherung gesorgt und die Mercedes-Benz Aktie auf Talfahrt geschickt. Während das Management operativ Fortschritte macht und eigene Aktien zurückkauft, dominiert nun die Geopolitik das Geschehen: Ein Ultimatum aus Washington stellt die Margen der Exportnation infrage.

  • Drohkulisse: US-Präsident Trump kündigt Strafzölle von 10 bis 25 Prozent ab Februar 2026 an.
  • Finanzielles Risiko: Analysten der Citi beziffern die Branchenbelastung auf bis zu 2 Milliarden Euro.
  • Gegenbewegung: Berenberg erhöht überraschend das Kursziel, wird jedoch vom Markt ignoriert.

Milliardenbelastung droht

Auslöser der aktuellen Verkaufswelle ist eine Verschärfung des geopolitischen Streits um Grönland. Washington droht europäischen NATO-Partnern mit der Einführung von Zöllen in Höhe von 10 Prozent bereits ab dem 1. Februar 2026. Sollte keine diplomatische Einigung erzielt werden, könnten diese Abgaben ab dem 1. Juni drastisch auf 25 Prozent steigen. Für einen exportorientierten Premiumhersteller wie Mercedes-Benz wäre dies ein direkter Schlag gegen die Profitabilität.

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Die Analysten der Citi haben das Risiko bereits in Zahlen gefasst: Die jährlichen Kosten für deutsche Hersteller könnten kurzfristig um 500 Millionen bis 1 Milliarde Euro steigen. Im Eskalationsfall drohen sogar Belastungen von bis zu 2 Milliarden Euro für die gesamte Branche. Diese Aussichten ließen die Mercedes-Benz Aktie gestern auf einen Schlusskurs von 57,52 Euro abrutschen, was einem Verlust von 7,12 Prozent seit Jahresbeginn entspricht.

Experten uneins über Auswirkungen

Die Reaktionen der Finanzwelt auf die aggressive Rhetorik aus dem Weißen Haus fallen gemischt, aber überwiegend vorsichtig aus. Henning Cosman von der britischen Investmentbank Barclays warnt, die Gefahr neuer Handelsbarrieren sei nun deutlich greifbarer und trete früher ein als vom Markt erwartet. Er bestätigte das Rating "Equal Weight", da die abschreckende Wirkung der US-Politik Investoren vorerst fernhalten dürfte.

Diametral entgegengesetzt argumentiert die Privatbank Berenberg. Ungeachtet der politischen Störfeuer hoben die Experten ihr Kursziel am Montag von 60 auf 63 Euro an. Sie verweisen auf ein beschleunigtes Produktmomentum, das mittelfristig die operative Entwicklung stützen sollte. Im aktuellen Marktumfeld, in dem die Aktie deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 60,31 Euro notiert, findet diese fundamentale Sichtweise jedoch kaum Gehör bei den Anlegern.

Rückkaufprogramm verpufft

Das Unternehmen versucht derweil, mit eigenen Mitteln gegen den Kursverfall anzusteuern. Eine Pflichtmitteilung belegt, dass Mercedes-Benz zwischen dem 12. und 16. Januar rund 708.000 eigene Aktien zu einem Durchschnittskurs von knapp 59,51 Euro zurückgekauft hat. Doch selbst dieses massive Volumen konnte den jüngsten Rutsch nicht verhindern. Solange das politische Ultimatum im Raum steht und die Frist zum 1. Februar näher rückt, bleiben charttechnische Unterstützungen und fundamentale Bewertungen zweitrangig gegenüber dem geopolitischen Risiko.

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