Der Stuttgarter Automobilkonzern hat seinen Geschäftsbericht 2025 vorgelegt – und die Zahlen sind eindeutig: Das war kein schwaches Jahr, das war ein fundamentaler Rückschritt. Jetzt kommt es darauf an, ob die angekündigten Gegenmaßnahmen greifen.

Drastischer Gewinnrückgang auf breiter Front

Das bereinigte EBIT brach von 13,7 auf 8,2 Mrd. Euro ein – ein Rückgang von rund 40 Prozent. Der Nettogewinn halbierte sich nahezu auf 5,33 Mrd. Euro. In der Pkw-Sparte schrumpfte die Umsatzrendite von 8,1 auf 5,0 Prozent, während der durchschnittliche Verkaufspreis je Fahrzeug von rund 71.000 auf 68.100 Euro sank. Das Gesamtbild zeigt: Druck von mehreren Seiten gleichzeitig.

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Das Management nennt drei Haupttreiber: Zollbelastungen von rund 1,2 Mrd. US-Dollar, anhaltenden Gegenwind durch chinesische Elektroauto-Hersteller sowie negative Wechselkurseffekte. Besonders schmerzt der 19-prozentige Absatzrückgang in China – einem Markt, der knapp ein Drittel der weltweiten Pkw-Verkäufe ausmacht.

Dividende, Rückkäufe und China-Strategie

Die Dividende für 2025 soll auf 3,50 Euro je Aktie gekürzt werden, nach 4,30 Euro im Vorjahr. Einige Marktbeobachter werten den Schritt als weniger drastisch als befürchtet, da im Vorfeld deutlich stärkere Kürzungen im Raum standen. Parallel läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter – für 2026 sind noch bis zu 1,7 Mrd. Euro autorisiert. Die chinesischen Großaktionäre Beijing Automotive Group und Geely Group haben zugesagt, ihre Stimmrechtsanteile unter der 10-Prozent-Schwelle zu halten.

Im China-Geschäft setzt das Unternehmen auf Lokalisierung als Antwort: Bis Mitte 2026 sollen mehr als 80 Prozent der in China verkauften Fahrzeuge lokal produziert werden. Das soll günstigere Kostenstrukturen schaffen und die Reaktionsfähigkeit im umkämpftesten Automarkt der Welt verbessern.

Auf der Kostenseite hat Mercedes-Benz bereits 3,6 Mrd. Euro eingespart und peilt eine Reduktion der Produktionskosten je Fahrzeug um 10 Prozent bis 2027 an. Dazu kommt die Schließung des Joint-Venture-Werks im mexikanischen Aguascalientes bis Mai – entspricht einem Kapazitätsrückgang von rund 100.000 Einheiten.

Produktoffensive als Wachstumshebel

Die eigentliche Wette auf die Zukunft ist produktseitig: Mehr als 40 neue Modelle in drei Jahren – nach eigenen Angaben die umfangreichste Produktoffensive der Unternehmensgeschichte. In der ersten Jahreshälfte 2026 stehen Überarbeitungen der S-Klasse und des GLS sowie neue AMG-Modelle an. Das neue CLA-Modell wurde bereits als „Car of the Year 2026" ausgezeichnet.

Für das laufende Jahr erwartet das Management einen Umsatz auf Vorjahresniveau sowie ein Group-EBIT „deutlich über" dem Wert von 2025. Eine Rückkehr zu zweistelligen Gewinnmargen stellt der Konzern allerdings erst für 2027 in Aussicht. Die Prognose für die bereinigte Umsatzrendite der Cars-Sparte liegt mit 3 bis 5 Prozent merklich unter den durchschnittlichen Analystenerwartungen von 5,6 Prozent – ein Dämpfer, der die Aktie weiter belastet. Mit einem Kurs nahe dem 200-Tage-Durchschnitt und einem RSI von 36 zeigt das Chartbild weiterhin Schwäche.

Die Q1-Ergebnisse am 29. April 2026 werden erste konkrete Hinweise liefern, ob die Kombination aus Kostensenkungen, China-Lokalisierung und Produktoffensive tatsächlich die versprochene Ergebniserholung einleitet.

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