Mercedes-Benz Aktie: Gegenwind aus allen Richtungen
Der Stuttgarter Konzern kämpft dieser Tage an mehreren Fronten gleichzeitig. Ein eingebrochener Gewinn, ein schwächelndes Asiengeschäft, regulatorischer Ärger in Fernost und politischer Gegenwind vor der eigenen Haustür – die Lage ist komplex. Doch was bedeutet das konkret für den Kurs?
Zahlen, die sprechen
Die Bilanz für 2025 fiel ernüchternd aus. Der Konzerngewinn halbierte sich auf 5,33 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite in der Pkw-Sparte sackte auf 5,0 Prozent – ein Wert, der für ein Premiumhaus kaum zu rechtfertigen ist. Zollkosten von rund 1,2 Milliarden Dollar, ein Absatzrückgang in China von 19 Prozent und ungünstige Währungseffekte drückten die Ergebnisse gleich von mehreren Seiten. Die Dividende wurde als Reaktion darauf von 4,30 auf 3,50 Euro je Aktie gestutzt.
Auch die Vans-Sparte lieferte ein gemischtes Bild. Der Absatz fiel von einem Rekordhoch von 447.800 Einheiten im Jahr 2023 auf noch 359.136 Einheiten im Jahr 2025. Umsatz und operatives Ergebnis brachen jeweils um elf beziehungsweise mehr als 50 Prozent ein – selbst wenn die bereinigte Umsatzrendite mit 10,2 Prozent noch zweistellig blieb.
Neue Modelle, altes Chartbild
Die Antwort des Managements: eine Modelloffensive. Mehr als 40 neue Fahrzeuge sollen in drei Jahren auf den Markt kommen, darunter eine überarbeitete S-Klasse und der neue elektrische VLE – das erste Modell auf einer eigens entwickelten Van-Plattform. Für gewerbliche Kunden, die rund 80 Prozent des Van-Geschäfts ausmachen, will die Sparte künftig auch Ladeinfrastruktur im Depot anbieten. In China sollen bis Mitte 2026 über 80 Prozent aller Fahrzeuge lokal produziert werden, was die Abhängigkeit von Importzöllen reduzieren soll.
Hinzu kommt ein laufendes Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1,7 Milliarden Euro für 2026. Das zeigt, dass das Management trotz schwieriger Lage an die eigene Bewertung glaubt. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 für 2026 ist die Aktie fundamental tatsächlich günstig – Analysten sehen das durchschnittliche Kursziel bei rund 62 bis 63 Euro. Zweistellige Margen peilt das Management aber erst wieder für 2027 an.
Das Chartbild bleibt dennoch trüb. Der Kurs pendelt knapp um den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei rund 55 Euro, eine technisch wichtige Marke, die zuletzt kurzzeitig unterschritten wurde. Der RSI ist auf rund 35 gefallen und signalisiert eine überverkaufte Situation. Auf der Unterseite wartet die nächste Unterstützungszone zwischen 50 und 52 Euro.
Ärger in Südkorea, Grüne in Baden-Württemberg
Zusätzlich muss der Konzern eine Strafzahlung von 6,5 Millionen Euro in Südkorea verkraften. Die dortige Wettbewerbsbehörde wirft Mercedes vor, für die Elektromodelle EQE und EQS mit CATL-Premiumzellen geworben zu haben, ohne diesen Lieferanten offiziell zu benennen. Finanziell kaum der Rede wert – reputationsseitig aber unangenehm.
Und dann ist da noch die Landtagswahl in Baden-Württemberg, wo die Grünen erneut stärken. In einem Bundesland, in dem mehr als 200.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von Mercedes und der Zulieferindustrie abhängen, könnte eine forcierte Verkehrswende-Politik mittelfristig Spuren hinterlassen. Kurzfristig ändert das wenig – aber ignorieren sollte man es nicht.
Die nächsten konkreten Richtungshinweise liefern die Quartalsergebnisse am 29. April 2026.
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