Mercedes-Benz schließt das dunkelste Kapitel seiner jüngeren Unternehmensgeschichte. Fast zehn Jahre nach Aufdeckung des Diesel-Emissionsskandals legt der Stuttgarter Premiumhersteller mit einer Zahlung von knapp 150 Millionen Dollar den letzten offenen US-Rechtsstreit bei. 50 US-Bundesstaaten akzeptieren den Vergleich – die Aktie reagiert zurückhaltend.

Die wichtigsten Fakten:

  • Mercedes-Benz zahlt 149,6 Millionen Dollar an 50 US-Bundesstaaten
  • 39.565 betroffene Fahrzeuge erhalten Software-Updates und Garantieverlängerung
  • Besitzer bekommen jeweils 2.000 Dollar Direktzahlung
  • Keine zusätzliche Ergebnisbelastung – Kosten bereits rückgestellt
  • Aktie verliert moderate 0,67% auf 59,44 Euro

Der Deal im Detail

Die Vereinbarung sieht eine sofortige Zahlung von 120 Millionen Dollar vor. Die restlichen 29,6 Millionen Dollar hält man zunächst zurück – sie können reduziert werden, wenn Mercedes ein umfassendes Verbraucherschutzprogramm erfolgreich umsetzt.

Konkret verpflichtet sich der Konzern, für knapp 40.000 noch nicht reparierte Fahrzeuge kostenlose Software-Updates bereitzustellen. Hinzu kommen eine erweiterte Garantie und die Direktzahlung von 2.000 Dollar pro Fahrzeug an die Besitzer.

Die Vorwürfe wogen schwer

Zwischen 2008 und 2016 soll Mercedes-Benz mehr als 211.000 Diesel-Fahrzeuge mit illegaler Software ausgestattet haben. Diese "Defeat Devices" erkannten Prüfstandsituationen und optimierten während offizieller Tests die Abgasreinigung. Im normalen Fahrbetrieb reduzierten sie die Emissionskontrolle jedoch erheblich.

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Das Ergebnis: Die betroffenen Fahrzeuge überschritten die Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide um das 30- bis 40-fache. NOx verursachen Atemwegserkrankungen und tragen zur Smogbildung bei.

Keine Überraschung für die Bilanz

Ein Konzernsprecher betont, dass Mercedes ausreichende Rückstellungen gebildet hat. Die Ergebnis-Untergrenze bleibe von der Einigung unberührt. Die finanziellen Auswirkungen wurden offenbar bereits in früheren Quartalen berücksichtigt.

Bereits 2020 hatte Mercedes 2,2 Milliarden Dollar gezahlt, um Ermittlungen der US-Regierung und Ansprüche von rund 250.000 US-Fahrzeugbesitzern beizulegen. Der aktuelle Vergleich schließt nach Konzernangaben sämtliche verbleibenden US-Dieselverfahren ab.

Risiken bleiben außerhalb der USA

Mit dem US-Kapitel ist die juristische Aufarbeitung nicht vollständig beendet. In England läuft seit Oktober 2025 eine Massenklage gegen Mercedes-Benz sowie Ford, Nissan und Renault. Die Kläger erheben ähnliche Vorwürfe wie in den USA.

Der Diesel-Emissionsskandal, erstmals 2015 bei Volkswagen aufgedeckt, kostete den VW-Konzern über 20 Milliarden Dollar. Mercedes kommt mit deutlich geringeren Zahlungen davon – auch weil die Anzahl betroffener Fahrzeuge wesentlich niedriger ausfällt.

Mit dem Vergleich schafft Mercedes Rechtssicherheit auf dem wichtigen US-Markt. Die Aktie handelt bei 59,03 Euro mit einem KGV von 9,2 und bietet eine Dividendenrendite von 7,2 Prozent. Analysten sehen im Durchschnitt Potenzial bis 62,76 Euro.

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