Klarna versucht, sich nach dem holprigen Börsenstart mit einer Partnerschaft sichtbarer zu positionieren. Im Zentrum steht dabei nicht mehr nur das Bezahlen, sondern der komplette Weg eines Produkts – bis hin zum Weiterverkauf. Kann diese Idee helfen, das Vertrauen der Anleger Schritt für Schritt zurückzugewinnen?

eBay-Integration wächst auf sechs Märkte

Klarna und eBay weiten ihre „Resell“-Integration auf sechs neue Länder aus: Australien, Belgien, Kanada, Irland, Polen und die Schweiz. Der Kern der Funktion: Käufe, die über Klarna abgewickelt wurden, lassen sich direkt in der Klarna-App mit wenigen Klicks bei eBay zum Verkauf einstellen.

Praktisch ist vor allem die Automatisierung. Bilder, Beschreibungen und wichtige Details werden laut Unternehmen aus den Kaufdaten übernommen. Nutzer müssen also keine Anzeige mehr von Grund auf bauen. In den USA und Großbritannien sei das Feature bereits stark angenommen worden: Seit dem Start im Dezember 2024 wurden dort über eine Million eBay-Angebote direkt aus der Klarna-App heraus erstellt. Besonders aktiv waren demnach Kategorien wie Autozubehör und Mode.

Warum Klarna auf „Recommerce“ setzt

Strategisch ist der Schritt mehr als ein nettes Zusatzfeature. Klarna will sich vom reinen Zahlungsabwickler hin zu einer Plattform entwickeln, die den gesamten „Commerce Lifecycle“ abdeckt – vom Kauf bis zum Wiederverkauf. Das passt in einen Markt, der weiter wächst: Laut eBays Recommerce-Report planen fast neun von zehn Konsumenten, ihre Ausgaben für Secondhand-Produkte mindestens zu halten oder zu erhöhen.

Parallel bleibt eBay auch auf der klassischen Klarna-Schiene aktiv und akzeptiert flexible Zahlungsoptionen in mehreren Märkten, darunter die USA und Großbritannien sowie Teile Europas. Die Botschaft dahinter: Die Partnerschaft soll nicht nur punktuell sein, sondern breiter wirken.

Erholung ja – aber Gegenwind bleibt

An der Börse sorgte die Nachricht zumindest für eine kurze Entlastung. Heute liegt die Klarna-Aktie bei 11,82 Euro und damit leicht im Plus. Über die letzten 30 Tage steht jedoch ein Minus von rund 35% zu Buche – ein klarer Hinweis, wie stark der Druck zuletzt war.

Der Hintergrund ist bekannt: Trotz Wachstum schrieb Klarna 2025 unter dem Strich rote Zahlen. Für das Gesamtjahr meldete das Unternehmen einen Nettoverlust von 294 Millionen Dollar. Im vierten Quartal stieg der Umsatz zwar deutlich, gleichzeitig rutschte Klarna aber in einen Quartalsverlust und gab eine schwächere Prognose ab – das war einer der Auslöser für die anschließende Verkaufswelle.

Zusätzlicher Ballast kommt von der Kreditseite und juristischen Risiken. Nach dem IPO berichtete Klarna über deutlich höhere Rückstellungen für Kreditausfälle. Zudem steht eine Untersuchung im Raum, die sich mit dem Vorwurf befasst, IPO-Unterlagen hätten ein zu positives Bild der Kreditmodelle gezeichnet und Risiken nicht ausreichend offengelegt. Selbst ohne Urteil kann so ein Thema auf der Aktie lasten, weil es die Diskussion über Kapitalbedarf, Finanzierungskosten und Wachstumsspielraum anheizt.

Zum nächsten festen Orientierungspunkt dürfte es am 3. Juni 2026 kommen: Dann legt Klarna die nächsten Zahlen vor. Relevant werden dabei vor allem zwei Punkte sein – ob sich die Kreditqualität stabilisiert und ob das Management die Wachstumsziele für 2026 (unter anderem mehr als 155 Milliarden Dollar GMV und 4,34 Milliarden Dollar Umsatz) glaubwürdig untermauern kann.

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