Lynas, MP Materials, Almonty — fünf kritische Rohstoff-Aktien im Realitätscheck
Ein Pentagon-Deal über 96 Millionen US-Dollar, eine Mine, die nach über 30 Jahren wieder fördert, und ein Kurseinbruch trotz Rekordproduktion: Die Woche im Sektor für Seltene Erden und kritische Rohstoffe liefert ein Bild maximaler Widersprüche. Während Lynas Rare Earths und Almonty Industries handfeste Produktionserfolge feiern, gerät MP Materials unter Druck — und zwei Juniors kämpfen um Glaubwürdigkeit auf dem Weg zur Marktreife.
Die gemeinsame Klammer bleibt die Abhängigkeit westlicher Industriestaaten von chinesischen Lieferketten. Peking kontrolliert weiterhin 85 bis 90 Prozent der globalen Verarbeitung Seltener Erden. Jeder Fortschritt außerhalb Chinas wird damit zum geopolitischen Ereignis.
Lynas Rare Earths: Samarium-Produktion als strategischer Trumpf
Lynas hat in Malaysia die erste Samarium-Oxid-Produktion aufgenommen — fast einen Monat vor dem Zeitplan. Das Unternehmen ist damit der einzige kommerzielle Hersteller separierter schwerer Seltener Erden außerhalb Chinas. Samarium-Kobalt-Magnete behalten ihre magnetische Stärke auch bei hohen Temperaturen, was sie für militärische und industrielle Anwendungen unverzichtbar macht.
Parallel dazu unterzeichnete Lynas am 16. März eine verbindliche Absichtserklärung mit dem US-Verteidigungsministerium: ein Vierjahresvertrag über 96 Millionen US-Dollar für die Lieferung leichter und schwerer Seltenerdoxide, mit einem Mindestpreis von 110 US-Dollar pro Kilogramm Neodym-Praseodym-Oxid. Gleichzeitig wurde die langjährige Partnerschaft mit Japan Australia Rare Earths bis 2038 verlängert.
Die finanzielle Ausgangslage stützt den Expansionskurs: eine Bruttomarge von rund 39 Prozent bei einem Jahresumsatz von 462 Millionen australischen Dollar und einer verschwindend geringen Verschuldungsquote von 0,06. Analysten vergeben im Konsens ein moderates Kaufrating mit einem durchschnittlichen Kursziel von 15,49 AUD.
An der Börse allerdings zeigt sich kurzfristig Ermüdung. Der Kurs notierte am Freitag bei 11,50 Euro — ein Minus von knapp 7 Prozent auf Wochensicht. Auf Monatsbasis steht dennoch ein Plus von fast 23 Prozent, und der RSI von 27,4 signalisiert eine deutlich überverkaufte Situation. Seit Jahresbeginn hat die Aktie über 60 Prozent zugelegt.
Almonty Industries: Sangdong liefert nach 30 Jahren wieder Wolfram
Am 16. März meldete Almonty den Abschluss der Phase-1-Inbetriebnahme der Sangdong-Wolframmine in Südkorea. Eine Mine, die mehr als drei Jahrzehnte stillstand, produziert wieder. Der Zeitpunkt könnte kaum günstiger sein: Chinas Exportquotenkürzungen haben die Wolframpreise kräftig nach oben getrieben und machen nicht-chinesische Produzenten zu begehrten Lieferanten für Verteidigung, Halbleiter und Luftfahrt.
Die Quartalszahlen bremsen die Euphorie allerdings. Almonty meldete einen Verlust von 0,48 CAD je Aktie bei einem Umsatz von 8,72 Millionen CAD. Die operative Marge liegt bei minus 70 Prozent, die Verschuldungsquote bei 1,15. Die negative Zinslastquote von minus 4,84 erhöht die Anfälligkeit gegenüber Rohstoffpreisschwankungen.
Institutionelle Investoren lassen sich davon nicht abschrecken. Die Zahl der investierten Fonds stieg im letzten Quartal um 55 Prozent auf 107. Van Eck Associates stockte seinen Anteil um über 13.000 Prozent auf 11,24 Millionen Aktien im Wert von rund 99 Millionen US-Dollar auf. Der jüngste Analystenkonsens lautet auf Kaufen mit einem Kursziel von 25,00 CAD.
Der entscheidende nächste Schritt: die Umwandlung der Inbetriebnahme in regelmäßige Konzentratverkäufe und erste Abnahmeverträge.
Antimony Resources: Auf dem Weg zur ersten Ressourcenschätzung
Der kanadische Junior-Explorer hat in dieser Woche den größten Kurssprung der fünf Unternehmen hingelegt. Am 17. März kletterten die Anteile um mehr als 10 Prozent auf ein Allzeithoch von 1,59 CAD. Auslöser war die Ankündigung konkreter Schritte zur Erstellung einer ersten Mineralressourcenschätzung für das Bald-Hill-Antimon-Projekt in New Brunswick.
Die Eckdaten des Projekts nehmen Gestalt an:
- Ausdehnung der Hauptzone: Über 700 Meter Länge, mindestens 350 Meter Tiefe
- Mineralisierungsbreite: Durchschnittlich 3 bis 4 Meter
- Gehalte: Im Schnitt 3 bis 4 Prozent Antimon
- Projektfläche: Mehr als 2.000 Hektar
- Zeitplan: Restliche 10.000 Bohrmeter bis Ende April, Analyseergebnisse in 3 bis 4 Wochen
SRK Consultants aus Toronto wurde mit der Ressourcenschätzung beauftragt. Antimon gilt als strategisch kritischer Rohstoff — unverzichtbar für Flammschutzmittel, Blei-Säure-Batterien, Halbleiter und militärische Technologien wie Munition, Infrarotsensoren und Nachtsichtgeräte. Der globale Antimon-Markt wird aktuell auf 2,4 bis 2,5 Milliarden US-Dollar beziffert und soll bis 2034/35 auf rund 4,1 bis 4,4 Milliarden US-Dollar anwachsen.
Das Unternehmen ist noch umsatzlos und ohne formale Ressource — die erste Schätzung dürfte der wichtigste Meilenstein zur Risikominderung sein. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie den TSX 300 Composite Index um über 716 Prozentpunkte übertroffen.
Standard Lithium: Nationale Sicherheit als neue Strategie
Standard Lithium versucht, sich mit hochkarätigen Beratern als verteidigungsrelevanter Lithiumlieferant zu positionieren. Am 16. März verpflichtete das Unternehmen die Walsh Group unter Leitung von Generalleutnant Robert S. Walsh (a.D.) und Global Mineral Strategies als strategische Berater für nationale Sicherheit, Handelspolitik und Lieferketten.
Bereits Anfang März hatte die Tochter Smackover Lithium den ersten bindenden Abnahmevertrag für das South-West-Arkansas-Projekt unterzeichnet. Geplant ist eine Produktion von 22.500 Tonnen pro Jahr ab 2028 — die finale Investitionsentscheidung steht noch aus. BMO Capital Markets bekräftigte Ende Januar ein Outperform-Rating, der Konsens liegt bei Kaufen mit einem Kursziel von 5,25 US-Dollar.
Die Kursrealität spricht eine andere Sprache. Am Freitag schloss die Aktie bei 2,92 Euro — ein Wochenminus von 22 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 28 Prozent verloren. Der RSI von 29,7 deutet auf eine überverkaufte Lage hin, und der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt mittlerweile minus 24 Prozent.
Institutionelle Investoren zeigen sich dennoch interessiert: Van Eck Associates baute im vierten Quartal eine neue Position im Wert von rund 69,5 Millionen US-Dollar auf.
MP Materials: Rekordproduktion, aber wachsende Konkurrenz
Auf dem Papier lieferte MP Materials ein starkes 2025: Rekordproduktion bei Seltenerdoxiden mit 50.692 Tonnen — ein Plus von 12 Prozent zum Vorjahr. In Q4 stieg die NdPr-Oxidproduktion um 101 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die ersten kommerziellen NdFeB-Magnete verließen die Fertigung, und Apple wurde als langfristiger Abnehmer gewonnen. Der Umsatz wuchs um 10 Prozent auf 224,4 Millionen US-Dollar.
Die Schattenseite: Der freie Cashflow rutschte auf minus 328 Millionen US-Dollar, die Nettoverluste stiegen um 31 Prozent auf 85,9 Millionen US-Dollar. Dann kam der Schlag am 19. März — ein Tagesverlust von 8,7 Prozent.
Der Auslöser war nicht operativer Natur. Die US-Regierung stellte ein umfangreiches Finanzierungspaket für den Konkurrenten USA Rare Earth bereit — für eine eigene Mine und Magnetfertigung. Plötzlich steht MP Materials nicht mehr allein als finanzierter amerikanischer Champion da. Mit einer zweiten gut ausgestatteten Plattform im Markt stellen Investoren die Geschwindigkeit infrage, mit der MP zusätzliche langfristige Abnahmeverträge sichern kann.
DA Davidson hält am Kaufrating mit einem Kursziel von 82,00 US-Dollar fest. Institutionelle Investoren halten mit 52,6 Prozent weiterhin die Mehrheit der ausstehenden Aktien. Die nächsten Quartalszahlen am 30. April werden zeigen, ob der Aufbau der Magnetfabrik in Northlake, Texas, die Bewertungsprämie rechtfertigt.
Strategische Rohstoffe zwischen Produktion und Versprechen
Die Woche offenbart eine klare Trennlinie im Sektor. Unternehmen mit nachweisbarer Produktion — Lynas und Almonty — ziehen institutionelles Kapital an und handeln zu Premiumwerten. Entwickler wie Antimony Resources und Standard Lithium müssen ihre Projekte durch Ressourcenschätzungen, Abnahmeverträge und politische Vernetzung absichern. MP Materials steht dazwischen: operativ fortgeschritten, aber mit schwindendem Alleinstellungsmerkmal.
Über alle fünf Namen hinweg bleibt die China-Variable zentral. Samarium, Wolfram, Antimon, Lithium — die strukturelle Nachfrage nach nicht-chinesischen Quellen ist intakt. Die Selektion wird sich an Bilanzkraft und Ausführungsgeschwindigkeit entscheiden. Für Anleger dürfte der Frühling 2026 zum Prüfstein werden: Almontys erste Konzentratverkäufe, Antimony Resources' Ressourcenschätzung, Standard Lithiums Investitionsentscheidung und MP Materials' Magnetfabrik liefern binnen weniger Monate handfeste Antworten.
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