Lynas setzt seine starke Kursentwicklung 2026 fort – und das ausgerechnet inmitten eines Führungswechsels. Die australische Seltene-Erden-Produzentin hat den Rücktritt von CEO Amanda Lacaze nach zwölf Jahren angekündigt, dennoch legt die Aktie weiter zu. Damit verfestigt sich der Eindruck, dass der Markt dem Geschäftsmodell mehr Gewicht beimisst als der Personalie an der Spitze.

Kursentwicklung und Bewertung

Die Aktie legte nach der Meldung zum Führungswechsel um rund 4 % auf 15,68 Australische Dollar zu und baute damit eine bereits starke Jahresbilanz aus. Seit Jahresbeginn ergibt sich nun ein Plus von gut 26 %, im Zwölfmonatsvergleich steht ein Anstieg von mehr als 117 %.

Die Bewertung unterstreicht die veränderte Dimension des Unternehmens: Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund 15 Mrd. AUD. Zum Vergleich: Als Lacaze 2014 übernahm, wurde Lynas noch mit etwa 400 Mio. AUD bewertet.

Wichtige Kennzahlen im Überblick:

  • Performance seit Jahresbeginn: +26,41 %
  • Zwölfmonatssicht: +117 %
  • Abstand zum Allzeithoch (Oktober 2025): -27,59 %
  • Marktkapitalisierung: ca. 15 Mrd. AUD

Geordneter Führungswechsel

Der Aufsichtsrat hat eine globale Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger gestartet. Lacaze bleibt noch bis zum 30. Juni 2026 im Amt. Die lange Übergangsphase soll einen geordneten Stabwechsel ermöglichen und operative Kontinuität sichern.

Chairman John Humphrey hob den Wandel unter Lacaze hervor: Aus einem angeschlagenen Unternehmen sei ein ASX50-Wert und ein wichtiger Lieferant für globale Industrien geworden. Diese Entwicklung bildet nun den Hintergrund für den anstehenden Wechsel an der Spitze.

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Operative Basis bleibt stark

Der Führungswechsel fällt in eine Phase operativer Stärke. Das Investitionsprogramm „Lynas 2025“ ist weitgehend abgeschlossen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz auf 200,2 Mio. AUD nach 170,2 Mio. AUD im Vorquartal. Zudem verfügt das Unternehmen über liquide Mittel von 1,06 Mrd. AUD.

Zentrale operative Kennzahlen:

  • Umsatz Q1 GJ 2026: 200,2 Mio. AUD
  • Barmittelbestand: 1,06 Mrd. AUD
  • Produktion Seltene-Erden-Oxide gesamt: rund 4.000 Tonnen
  • Umsatzprognose GJ 2026: 1,1 Mrd. AUD (möglicherweise Verdopplung gegenüber GJ 2025)
  • Erwartetes Wachstum NdPr-Produktion: +35 % auf rund 8.800 Tonnen

Die Prognose deutet auf deutlich steigende Erlöse und höhere Produktionsvolumina, insbesondere bei Neodym und Praseodym (NdPr).

Analysten: Fokus auf Wachstum und Marktumfeld

Die Analystenabdeckung nimmt zu. William Blair hat die Aktie neu mit „Outperform“ eingestuft und ein Kursziel von 19,68 US-Dollar ausgegeben, was aus Sicht des Hauses einen spürbaren Aufwärtsspielraum signalisiert. Hervorgehoben wird die Rolle von Lynas als führender Produzent getrennter Seltener Erden außerhalb Chinas mit vollständig integrierter Förderung und Verarbeitung in Australien.

Macquarie bestätigt ein Kursziel von 17 AUD und rechnet damit, dass der Markt für Seltene Erden im Jahr 2026 angespannt bleibt. Im Konsens liegt das durchschnittliche Kursziel bei 15,52 AUD, die optimistischsten Schätzungen reichen bis 29,50 AUD.

Geopolitik als wichtiger Treiber

Die Kursentwicklung bleibt eng mit den geopolitischen Rahmenbedingungen verknüpft, insbesondere mit den Beziehungen zwischen den USA und China sowie der Angebotslage im Markt für Seltene Erden. Die Nachfrage nach NdPr – Schlüsselmaterialien für Elektromotoren, Windkraftanlagen und Verteidigungsanwendungen – dürfte 2026 das Angebot übersteigen.

Ein Kursgipfel wurde Mitte Oktober 2025 erreicht, nachdem der Trump-Albanese-Deal zur Stärkung der Versorgung mit kritischen Rohstoffen bekannt geworden war. Ein anschließend vereinbartes Handelsrahmenabkommen zwischen den USA und China entspannte die Lage und führte Ende 2025 zu Gewinnmitnahmen. Aktuell stützen die erneute Fokussierung auf Versorgungssicherheit und höhere Verteidigungsausgaben das Preisumfeld.

Q2-Zahlen als nächster Test

Am 21. Januar legt Lynas die Zahlen für das zweite Quartal vor. Sie werden Aufschluss darüber geben, ob das Unternehmen das operative Momentum im Rahmen der Strategie „Towards 2030“ halten kann und wie sich die starke Nachfrage nach Seltenen Erden in Umsatz und Produktion niederschlägt.

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