Der Luxuskonzern sieht sich mit einem spürbaren Wandel im Konsumverhalten konfrontiert. Rund 35–40 % der Luxuswaren wurden im vergangenen Jahr rabattiert – etwa fünf Prozentpunkte mehr als der zehnjährige Durchschnitt. Kann LVMH seinen Premiumstatus trotz dieses Rabattdrucks halten?

Profitabilität und Rabattdruck

Die Branche verliert derzeit an Preissetzungsmacht. Viele Käufer verlagern ihre Einkäufe in Outlet-Stores und reagieren ablehnend auf die starken Preiserhöhungen der Jahre 2021–2024. Preise liegen für zahlreiche High-End-Artikel inzwischen bei 1,5 bis 1,7‑fachen des Niveaus von 2019.

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Für LVMH schlägt sich das in sinkenden konsolidierten Margen nieder. Ausgenommen der Pandemie sind sie auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Der erhöhte Anteil rabattierter Verkäufe belastet Ergebnis und Rendite direkt.

Kostenmanagement und Maßnahmen

Das Management hat mehrere Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet, um die Profitabilität zu stabilisieren:
- China: Schließung leistungsschwacher Boutiquen zur Optimierung des Filialnetzes.
- Operative Einsparungen: Reduzierte Reisebudgets und weniger großangelegte Marketingkampagnen.
- Selektive Investitionen: Fortführung ausgewählter Prestigeprojekte wie „The Louis“ in Shanghai.
- Zentrale Währungsverrechnung zur Senkung von Transaktionskosten über die Marken hinweg.

Diese Maßnahmen sollen die Marge stützen, während das organische Wachstum nachlässt.

Regionale Risiken und Ausblick

Die Erholung in China zeigt erste Anzeichen von Stabilisierung, vor allem bei Schmuck und Erlebniskomponenten. Sie verläuft jedoch uneinheitlich über das Portfolio.

Ein aktueller Vorfall erhöht zusätzliche Risiken: Ein Transportunfall einer 50%-beteiligten Tochtergesellschaft in Peru wirft Fragen zu Haftung und Reputationsschäden im Bereich „Luxury Experiences“ auf.

Die Aktie stabilisierte sich in den ersten Handelstagen 2026 leicht. Für das erste Halbjahr 2026 liegt die Konsensprojektion bei einem EPS von 14,95, nach 10,99 zum Jahresende 2025.

LVMH kann seinen Premiumstatus eher halten, wenn Produktinnovation und gezielte Prestigeinvestitionen die Nachfrage unabhängig von Preisen stützen. Gerät der Rabattdruck jedoch nicht zurück, bleiben Margen und Kurs empfindlich gegenüber konjunkturellen Schwankungen und Verbraucherstimmung in den USA und China.

Konkrete Wegweiser sind absehbar: Sollte der Anteil rabattierter Verkäufe deutlich zurückgehen und die chinesische Nachfrage breiter anziehen, wären Ertragsverbesserungen im laufenden Jahr plausibel. Bleibt der Rabattanteil hoch, ist mit anhaltendem Margendruck zu rechnen.

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