Pilotenstreik, geopolitische Belastungen und kein DAX-Comeback in Sicht – Lufthansa kämpft gerade an mehreren Fronten gleichzeitig. Dabei läuft das operative Geschäft eigentlich besser denn je. Wie passt das zusammen?

5.000 Piloten legen die Arbeit nieder

Die Vereinigung Cockpit hat mehr als 5.000 Piloten zu einem 48-stündigen Ausstand aufgerufen – heute und morgen. Betroffen sind Starts aus Deutschland bei der Kerngesellschaft, der Frachtsparte Lufthansa Cargo und erstmals auch bei der Regionalgesellschaft Cityline.

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Die Streitpunkte unterscheiden sich je nach Gesellschaft. Bei Cityline geht es um Gehälter, bei der Kernmarke und Cargo um Betriebsrenten. Die Gewerkschaft kritisiert, dass das 2017 eingeführte kapitalmarktfinanzierte Rentenmodell das frühere Versorgungsniveau deutlich verfehlt.

Lufthansa will die Folgen begrenzen: Mehr als die Hälfte des ursprünglichen Flugprogramms soll im Sonderflugplan stattfinden, bei Langstrecken sogar rund 60 Prozent. Täglich werden dennoch etwa 300 Flüge ausfallen – deutlich weniger als beim ersten Streik vor einem Monat, als an einem einzigen Tag über 800 Verbindungen gestrichen wurden. Ab Samstag rechnet der Konzern mit einer weitgehenden Normalisierung.

Rekordergebnis, aber der Markt blickt nach vorn

Was den Streik besonders bitter macht: Lufthansa hat gerade das beste Geschäftsjahr seiner Geschichte abgeliefert. 2025 erzielte der Konzern einen Umsatz von 39,6 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 2 Milliarden Euro. Die Frachtsparte steigerte ihr bereinigtes EBIT um 29 Prozent auf 324 Millionen Euro. Aktionäre sollen mit einer Dividendenerhöhung auf 0,33 Euro je Aktie beteiligt werden.

Der Markt honoriert das kaum. Die Aktie notiert mit rund 8,09 Euro knapp 15 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und hat in den vergangenen 30 Tagen mehr als 12 Prozent verloren. Der Grund: Investoren schauen nicht auf gestern, sondern auf morgen.

Und da verdichten sich die Belastungen. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten zwingen Lufthansa weiterhin zu Streichungen: Beirut-Flüge sind bis Ende März ausgesetzt, Tel Aviv bis zum 2. April, Teheran sogar bis zum 30. April. Hinzu kommt, dass Deutsche Börse die DAX-Zusammensetzung zum 23. März unverändert lässt – Lufthansa bleibt damit außen vor. Der damit verbundene automatische Kaufdruck durch Indexfonds entfällt weiterhin.

Mittelfristige Strategie intakt

Trotz des kurzfristigen Gegenwinds hält der Konzern an seinen Wachstumsplänen fest. Für 2026 ist ein Kapazitätswachstum von 4 Prozent geplant, die Flottenerneuerung läuft auf Hochtouren. Das konzernweite Turnaround-Programm soll bis 2028 einen Ergebnisbeitrag von 2,5 Milliarden Euro liefern. Eine bestätigte Senkung der deutschen Luftverkehrsteuer ab Juli 2026 könnte zusätzlich für Kostenentlastung sorgen.

Das unmittelbar entscheidende Thema für Investoren bleibt jedoch der Ausgang der Tarifverhandlungen. Denn auch bei der Konzerntochter Eurowings läuft am 16. März eine Abstimmung über mögliche Arbeitsniederlegungen aus – weitere Einschränkungen ab der kommenden Woche sind nicht ausgeschlossen.

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