Rekordergebnisse, die den Kurs kaum bewegen – das ist die paradoxe Lage, in der sich Lufthansa derzeit befindet. Während die Zahlen für 2025 so stark ausfielen wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte, drücken gleich drei externe Faktoren auf die Stimmung der Anleger.

Starke Zahlen, verhaltene Reaktion

Mit einem Umsatz von 39,6 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von 2,0 Milliarden Euro lieferte der Konzern sein bestes Jahresergebnis überhaupt. Die operative Marge verbesserte sich auf 4,9 Prozent. Besonders die Frachttochter Lufthansa Cargo glänzte: Das bereinigte EBIT stieg um 29 Prozent auf 324 Millionen Euro, getragen von stabiler Weltnachfrage und einem robusten Asiengeschäft. Als Zeichen der Zuversicht schlägt der Vorstand der Hauptversammlung am 12. Mai eine um zehn Prozent erhöhte Dividende von 0,33 Euro je Aktie vor.

Der Markt reagierte dennoch mit Zurückhaltung. Denn zeitgleich mit den guten Zahlen verdichten sich die Belastungen auf anderen Feldern.

Drei Faktoren belasten das Sentiment

Geopolitisch bleibt die Lage angespannt. Lufthansa hat Flüge nach Beirut bis Ende März, nach Tel Aviv bis Anfang April und nach Teheran bis Ende April ausgesetzt. Die Konsequenzen gehen über die gestrichenen Verbindungen hinaus: Zahlreiche Langstreckenrouten zwischen Europa und Asien müssen Umwege fliegen – das bedeutet mehr Kerosinverbrauch und Verspätungsrisiken im gesamten Netz.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Lufthansa?

Hinzu kommt ein schwelender Tarifkonflikt bei der Regionaltochter Lufthansa Cityline. Ende Februar stimmten 99 Prozent der Piloten bei einer Beteiligung von 95 Prozent für mögliche Streikmaßnahmen. Die Vereinigung Cockpit fordert eine jährliche Gehaltsanpassung von 3,3 Prozent für die Jahre 2024 bis 2026. Einigt man sich nicht, wäre vor allem der Zubringerverkehr zu den Drehkreuzen Frankfurt und München betroffen.

Schließlich entfällt ein weiterer potenzieller Kurstreiber: Die Deutsche Börse ließ die DAX-Zusammensetzung zum 23. März unverändert. Lufthansa bleibt damit außerhalb des Leitindex, dem sie seit 2020 nicht mehr angehört. Eine Rückkehr hätte typischerweise frische Nachfrage von indexgebundenen Fonds ausgelöst – dieser Effekt bleibt aus.

Ausblick: Ambitionierte Ziele, klare Vorbehalte

Für 2026 plant Lufthansa ein Kapazitätswachstum von vier Prozent und erwartet höhere Umsätze sowie eine deutliche Ergebnisverbesserung. Die Flottenerneuerung schreitet mit nahezu einem neuen Flugzeug pro Woche voran; bis Jahresende soll rund 30 Prozent der Flotte aus Maschinen der neuesten Generation bestehen. Zusätzliche Entlastung könnte ab dem 1. Juli 2026 die bestätigte Senkung der deutschen Luftverkehrssteuer bringen.

Die Aktie notiert aktuell bei 8,17 Euro und damit rund sieben Prozent unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts von 8,79 Euro. Ob sich das Blatt wendet, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell sich die Lage im Nahen Osten stabilisiert und ob im Tarifstreit bei Cityline eine Einigung gelingt – beides noch vor dem nächsten Ergebnisupdate.

Lufthansa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lufthansa-Analyse vom 11. März liefert die Antwort:

Die neusten Lufthansa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lufthansa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Lufthansa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...