Rekordumsatz, besseres operatives Ergebnis, höhere Dividende: Operativ lieferte die Lufthansa 2025 genau das, was Anleger sehen wollen. Trotzdem bleibt die Aktie angeschlagen – weil geopolitische Störungen, ein eskalierender Tarifkonflikt und der verpasste DAX-Impuls den Blick nach vorn vernebeln. Wie viel Gewicht haben diese Bremsklötze gegenüber den starken Kennzahlen?

Rekordjahr 2025 – operativ stärker als erwartet

Für 2025 meldete der Konzern den höchsten Umsatz seiner Geschichte: 39,6 Mrd. Euro, ein Plus von fünf Prozent. Der bereinigte operative Gewinn (Adjusted EBIT) stieg auf 2,0 Mrd. Euro und lag damit über der im Quelltext genannten Analystenerwartung von 1,9 Mrd. Euro. Auch die operative Marge zog leicht an – von 4,4 auf 4,9 Prozent. Als Treiber nennt das Unternehmen strikte Finanzdisziplin und Fortschritte bei der Flottenmodernisierung.

Im Kerngeschäft erreichte die Gruppe zudem neue Bestmarken: 135 Mio. Passagiere (+3%) und ein Sitzladefaktor von 83,2%. Auffällig: Zusatzerlöse („Ancillaries“ wie Sitzplatzwahl, Gepäck-Upgrades oder Lounge-Zugang) legten konzernweit um 15% zu – ein Hebel, der in einem kostenintensiven Geschäft direkt auf die Profitabilität einzahlt.

Beim Konzerngewinn kam dagegen weniger Dynamik an. Das Konzernergebnis lag mit 1,34 Mrd. Euro etwa auf Vorjahresniveau (1,38 Mrd. Euro). Als Grund nennt Lufthansa Steuereffekte aus der Neubewertung von Verlustvorträgen.

Cargo liefert – Dividende steigt

Ein klarer Lichtblick blieb Lufthansa Cargo: Das Adjusted EBIT kletterte auf 324 Mio. Euro (+29%), der Umsatz auf 3,4 Mrd. Euro. Laut Unternehmen stützten stabile globale Nachfrage und ein besonders starkes Asiengeschäft.

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Aktionäre sollen ebenfalls stärker profitieren. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 12. Mai eine Dividende von 0,33 Euro je Aktie vor – zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ausschüttungsquote steigt damit auf 30%.

Drei Faktoren halten den Kurs in Schach

Trotz der operativen Fortschritte kommt die Aktie kurzfristig nicht in einen ruhigen Rhythmus. Am Freitag schloss sie bei 8,21 Euro; auf 7-Tage-Sicht steht ein Minus von 9,12% zu Buche. Das passt ins Bild: Der Kurs liegt zudem rund 7% unter dem 50-Tage-Durchschnitt (8,83 Euro) – ein Zeichen, dass der jüngste Abwärtsdruck noch nicht abgeschüttelt ist.

1) Nahost-Krise: Verbindungen nach Tel Aviv, Teheran und Beirut bleiben mindestens bis heute (8. März) ausgesetzt. Zusätzlich meidet Lufthansa Lufträume, was Umwege auf Europa–Asien-Routen erzwingt. Das bedeutet längere Flugzeiten, mehr Kerosinverbrauch und höhere Verspätungsrisiken.

2) Tarifkonflikt Cityline: Bei Lufthansa Cityline haben Piloten mit 99% (bei 95% Beteiligung) für mögliche Streikmaßnahmen gestimmt. Gefordert wird eine jährliche Gehaltsanpassung von 3,3% für 2024 bis 2026. Sollte es zu Streiks kommen, wären besonders Zubringer zu Frankfurt und München sowie Europa-Routen betroffen – mit potenziell spürbaren Störungen.

3) DAX bleibt außer Reichweite: Die Deutsche Börse ließ den DAX zum 23. März unverändert. Damit bleibt Lufthansa weiter außerhalb des Leitindex. Der typische Nachfrageeffekt durch indexnahe Fonds fällt also vorerst weg.

Zum Ausgleich setzt der Konzern auf Wachstum und Umbau: Für 2026 plant Lufthansa Kapazitätswachstum von 4% sowie steigenden Umsatz und eine „signifikante“ Ergebnisverbesserung – allerdings ausdrücklich unter dem Vorbehalt geopolitischer Unsicherheit. Parallel soll 2026 nahezu wöchentlich ein neues Flugzeug ausgeliefert werden; bis Ende 2026 sollen rund 30% der Flotte aus Maschinen der neuesten Generation bestehen. Zusätzlich erwartet Lufthansa für 2026 aus dem Turnaround-Programm einen kumulierten Bruttoeffekt von rund 1,5 Mrd. Euro (anwachsend bis 2028 auf rund 2,5 Mrd. Euro).

Unterm Strich bleibt das Bild zweigeteilt: Operativ hat Lufthansa 2025 geliefert und erhöht die Dividende – doch kurzfristig dominieren externe Störfeuer. Konkrete Wegmarken sind die DAX-Entscheidung am 23. März und die Hauptversammlung am 12. Mai; bis dahin dürften Nahost-Lage und Cityline-Tarifkonflikt die wichtigsten Kurstreiber bleiben.

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