Starke Zahlen auf dem Papier, aber Unruhe im operativen Alltag: Die Lufthansa Group hat für 2025 ein besseres Ergebnis als erwartet vorgelegt – gleichzeitig bremst die Nahost-Krise das Streckennetz spürbar. Genau dieser Gegensatz prägt die Lage zum Wochenstart. Wie viel Gewicht hat das Rekordergebnis, wenn Flugpläne und Kostenbasis gleichzeitig unter Druck geraten?

Rekordjahr 2025 – und eine höhere Dividende

Am Freitag meldete der Konzern für 2025 ein kräftiges Plus beim bereinigten operativen Gewinn: Das Adjusted EBIT stieg auf 2,0 Milliarden Euro (+19%) bei 39,5 Milliarden Euro Umsatz (+5%). Auch die operative Marge legte zu, die Kapazität wuchs konzernweit um 4% – ein Hinweis darauf, dass die Nachfrage getragen hat und die Auslastung nicht der einzige Hebel war.

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Aktionäre blicken außerdem auf den 12. Mai 2026. Dann steht auf der Hauptversammlung der Dividendenvorschlag von 0,33 Euro je Aktie zur Abstimmung – höher als im Vorjahr.

Ein weiterer Baustein: Das Turnaround-Programm, das Ende Juli 2024 gestartet wurde, soll bis 2028 ein Ergebnisvolumen von 2,5 Milliarden Euro erreichen. Die Kernmarke Lufthansa Airlines drehte 2025 dabei ins Plus (EBIT 178 Millionen Euro nach -116 Millionen Euro 2024). Treiber sind laut Unternehmen unter anderem Flottenmodernisierung (z.B. Boeing 787), Wachstum bei City Airlines und Discover Airlines sowie rund 700 Einzelmaßnahmen, von denen mehr als die Hälfte bis Ende 2026 umgesetzt sein soll.

Nahost-Krise und Tarifkonflikt: Belastung für Netzwerk und Kosten

Seit Ende Februar dominiert eine geopolitische Eskalation im Nahen Osten den operativen Alltag. Die Lufthansa Group setzt Flüge in die Region weiter aus und umfliegt mehrere Lufträume vollständig. Betroffen sind Aussetzungen bis mindestens 10. März (u.a. Dammam), teils deutlich länger: Amman und Erbil bis 15. März, Tel Aviv bis 22. März, Beirut bis 28. März.

Das Problem reicht aber über einzelne Destinationen hinaus. Umwege auf wichtigen Langstrecken zwischen Europa und Asien verlängern Flugzeiten, erhöhen den Treibstoffverbrauch und ziehen zusätzliche Verspätungen durchs Netz. Wie dynamisch die Lage ist, unterstrich ein Sonderflug, der wegen einer Verschlechterung der Sicherheitslage umkehren musste und in Ägypten landete. Parallel fliegt ein Airbus A340-300 im Regierungsauftrag Evakuierungen für Kinder, Kranke und Schwangere.

Zusätzlich schaukelt sich bei Lufthansa Cityline ein Tarifkonflikt hoch. Piloten stimmten am 26. Februar mit 99% (bei 95% Beteiligung) für mögliche Streikmaßnahmen. Die Vereinigung Cockpit fordert eine jährliche Gehaltsanpassung von 3,3% für 2024 bis 2026; das Managementangebot bleibt laut Gewerkschaft darunter. Sollte es zu Streiks kommen, wäre besonders der Zubringerverkehr zu den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie europäische Verbindungen betroffen.

Ausblick 2026 unter Vorbehalt – Aktie bleibt unter dem 50-Tage-Trend

Für 2026 bleibt der Ausblick laut Konzern wegen geopolitischer Unsicherheiten eingetrübt. Gleichzeitig meldet Lufthansa eine starke Nachfrage nach Langstrecken, insbesondere nach und aus Asien und Afrika, und hat zusätzliche Flüge in diese Regionen aufgelegt. Entlastung könnte zudem die bestätigte Senkung der deutschen Luftverkehrssteuer bringen, die zum 1. Juli 2026 in Kraft treten soll.

An der Börse spiegelt sich die Gemengelage in einem angeschlagenen Kurzfristbild: Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 8,21 Euro, in den vergangenen 30 Tagen steht ein Minus von 14,18% zu Buche. Der Kurs notiert zudem rund 10,75% unter dem 50-Tage-Durchschnitt (8,82 Euro) – ein Zeichen, dass die Aktie zuletzt eher nach unten als nach oben tendierte.

Konkret wird es in den nächsten Wochen vor allem bei drei Terminen bzw. Faktoren: dem Ende der Nahost-bedingten Flugaussetzungen (je nach Ziel teils bis 28. März), der DAX-Entscheidung (unveränderte Zusammensetzung ab 23. März, Lufthansa bleibt draußen) und der Hauptversammlung am 12. Mai mit dem Dividendenvorschlag von 0,33 Euro je Aktie.

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