Die Lufthansa steht vor der nächsten Arbeitskampf-Runde. Nach den Piloten der Kerngesellschaft haben nun auch die Cockpit-Crews der Tochter Cityline grünes Licht für einen Streik gegeben. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) meldete gestern ein eindeutiges Ergebnis: 99 Prozent der Piloten stimmten für die Unterstützung aller weiteren Schritte bis hin zum Arbeitskampf. Die Beteiligung lag bei 95 Prozent.

Einen konkreten Termin für mögliche Streiks nannte die VC zunächst nicht. Doch die Ausgangslage ist klar: Die Verhandlungen zum Vergütungstarifvertrag laufen seit August 2025 und gelten als gescheitert. Die Gewerkschaft fordert Gehaltsanpassungen von jeweils 3,3 Prozent für 2024, 2025 und 2026. Ein Angebot der Lufthansa vom Mittwoch lehnte VC-Präsident Andreas Pinheiro ab – es bleibe hinter den Forderungen zurück und beinhalte eine Friedenspflicht bis Ende 2027. "Die VC wäre damit in Bezug auf die Cityline faktisch handlungsunfähig", so Pinheiro.

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Cityline vor dem Aus

Die Situation bei Cityline ist besonders brisant, da der Flugbetrieb der Tochter nach Angaben des Konzern-Managements 2027 ohnehin auslaufen soll. Die rund 500 Piloten betreiben derzeit 30 Jets für regionale Zubringerflüge der Kerngesellschaft. Die Verbindungen sollen auf die neue Tochter Lufthansa City Airlines übergehen – ein Schritt, den die VC seit langem kritisiert. Die Gewerkschaft wirft dem Management vor, mit neuen Flugbetrieben wie City Airlines und Discover die Arbeitsbedingungen bei älteren Konzerngesellschaften unter Druck zu setzen.

Erst vor zwei Wochen hatten bereits die Piloten der Lufthansa-Kerngesellschaft für einen Tag gestreikt. Mehr als 800 Flüge mit rund 100.000 Passagieren fielen aus. Dort dreht sich der Tarifkonflikt um die Betriebsrenten der etwa 4.800 Cockpitkräfte. Da über beide Flugbetriebe eine gemeinsame Tarifkommission entscheidet, sind nun koordinierte Streikaktionen zu erwarten.

Millionenstrafen bestätigt

Zusätzlichen Druck bekommt der Konzern von juristischer Seite. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg wies gestern nahezu alle Rechtsmittel von 13 Airlines gegen EU-Kartellstrafen zurück. Die Geldbußen von insgesamt rund 776 Millionen Euro haben damit bis auf eine Ausnahme Bestand. Die Europäische Kommission hatte die Strafen wegen unerlaubter Preisabsprachen bei Luftfrachten zwischen 1999 und 2006 verhängt. Es ging um Aufschläge für Treibstoff und Sicherheitsleistungen sowie die Weigerung, Spediteuren eine Provision auf diese Aufschläge zu zahlen. Die Lufthansa hatte von einer Kronzeugenregel profitiert und musste keine Strafe zahlen, war aber trotzdem mit einer Klage beteiligt.

Der Rechtsstreit zog sich über Jahre hin, nachdem ein erster Beschluss von 2010 zunächst gekippt worden war. 2017 folgte ein überarbeiteter Beschluss mit um rund 24 Millionen Euro reduzierten Bußen. Die Aktie zeigte sich von den Entwicklungen unbeeindruckt und gewann gestern auf XETRA zeitweise 0,60 Prozent auf 9,24 Euro.

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