Coinbase positioniert sich als Infrastruktur für institutionelles Krypto-Investing der nächsten Generation. Gleichzeitig droht ausgerechnet eine der profitabelsten Einnahmequellen des Unternehmens unter regulatorischen Druck zu geraten — ein Widerspruch, der die Aktie diese Woche deutlich belastet hat.

Institutionelle Investoren entdecken Krypto-Rendite

Die erste Welle institutionellen Kapitals setzte auf steigende Kurse. Die zweite, so beschreibt es Brett Tejpaul, Coinbases Leiter des institutionellen Geschäfts, zielt auf laufende Erträge aus bereits gehaltenen Positionen ab. Bitcoin und Ether sollen nicht nur im Depot liegen, sondern Rendite abwerfen — ähnlich wie Anleihen oder Geldmarktfonds im traditionellen Finanzwesen.

Konkret hat Coinbase Asset Management am 19. März eine tokenisierte Anteilsklasse seines Bitcoin Yield Fund auf der eigenen Blockchain-Plattform Base gestartet, in Partnerschaft mit dem Fondsdienstleister Apex Group. Das Vehikel zielt auf eine jährliche Rendite von vier bis acht Prozent, denominiert in Bitcoin, und nutzt dafür eine Covered-Call-Strategie. Verfügbar ist es zunächst für Investoren außerhalb der USA. Eine US-Version ist geplant.

Das Interesse an solchen Produkten wächst branchenweit. BlackRock hat einen tokenisierten Treasury-Fonds aufgelegt, JPMorgan testet tokenisierte Einlagen, Franklin Templeton bringt Geldmarktfonds auf die Blockchain. Das Modell verspricht Institutionen schnellere Abwicklung, lückenlose Nachvollziehbarkeit und rund um die Uhr handelbare Strukturen.

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Regulierung trifft die Marge

Während das institutionelle Geschäft Fahrt aufnimmt, gerät ein anderes Standbein ins Wanken. Am Dienstag brach die Coinbase-Aktie im Nachmittagshandel um rund 10,5 Prozent ein, nachdem Berichte über einen Gesetzentwurf bekannt wurden, der Stablecoin-Renditen für Nutzer erheblich einschränken könnte. Konkret sollen balance-basierte Vergütungen — also passive Zinsen auf geparkte Stablecoin-Guthaben — faktisch verboten werden.

Das trifft Coinbase an einer empfindlichen Stelle. Die Stablecoin-Erlöse sprangen zuletzt auf 1,34 Milliarden Dollar, nach 910 Millionen im Vorjahr, und gelten als eine der margenstarken Einnahmequellen des Unternehmens. Können Nutzer auf ihren Stablecoin-Beständen keine passiven Erträge mehr erzielen, sinkt der Anreiz, diese Mittel auf der Plattform zu lassen. Das Analystenhaus Argus bekräftigte daraufhin sein „Hold"-Rating und senkte seine Gewinnschätzungen mit Verweis auf die anhaltende Kursvolatilität im Kryptomarkt.

Diversifizierung als Antwort

Coinbase reagiert auf den Druck mit Ausweitung. Das kürzlich gestartete „AgentKit" — ein Werkzeug, das KI-Agenten eigenständige Blockchain-Zahlungen ermöglicht — deutet an, in welche Richtung das Unternehmen steuert: weg vom reinen Handelsplatz, hin zu digitaler Infrastruktur für eine zunehmend automatisierte Wirtschaft.

Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 24 Prozent verloren und notiert weit unter ihrem Hoch vom vergangenen Sommer. Ob das neue institutionelle Geschäft schnell genug skaliert, um regulatorische Einschnitte beim Stablecoin-Ertrag zu kompensieren, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen — und daran, wie der finale Gesetzestext zur Stablecoin-Regulierung konkret ausfällt.

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