Lufthansa Aktie: Mehrere Bremsklötze
Ein Wintersturm in den USA, Verzögerungen bei der neuen Business Class und geopolitische Einschränkungen – die Nachrichtenlage rund um die Lufthansa ist derzeit alles andere als entspannt. Mehrere Belastungsfaktoren treffen ausgerechnet Bereiche, in denen der Konzern besonders gut verdient. Entscheidend wird nun, wie lange diese Störungen anhalten und wie stark sie sich in den Zahlen niederschlagen.
Transatlantikgeschäft unter Druck
Besonders schmerzhaft sind die massiven Flugausfälle infolge eines starken Wintersturms in den USA. An der US-Ostküste kommt es zu erheblichen Einschränkungen im Flugbetrieb der gesamten Lufthansa Group, zahlreiche Verbindungen mussten bereits gestrichen werden.
Gerade die Transatlantik-Strecken zählen zu den profitabelsten Routen im Netzwerk. Jeder ausgefallene Flug kostet damit überproportional Ertrag. Die Airline informiert die betroffenen Passagiere aktiv, weitere Verspätungen und Annullierungen bleiben aber wahrscheinlich, solange sich die Wetterlage nicht normalisiert.
Allegris-Verzögerung trifft Premiumerträge
Neben den externen Faktoren belasten hausgemachte Probleme die Perspektive zusätzlich. Die Zertifizierung der neuen „Allegris“-Business-Class in den Boeing 787-Dreamlinern verzögert sich weiter. In der Praxis heißt das: Ein Großteil der neuen, margenstarken Sitze darf nicht regulär verkauft werden.
Gerade auf Langstrecken sind Premiumkabinen ein zentraler Gewinntreiber. Zieht sich die Sperrung der Sitze bis in die Hauptsaison hinein, dürfte das die Profitabilität merklich schmälern. Die Kombination aus starken Ertragseinbußen im Premiumsegment und wetterbedingten Ausfällen ist für die Ertragslage unglücklich.
Weitere operative und geopolitische Belastungen
Zusätzlich zu Wetter und Produktverzögerung kommen weitere operative und geopolitische Themen hinzu. Am Wochenende musste ein Flug von Lyon nach München nach einer Notfallmeldung wegen Fahrwerksproblemen außerplanmäßig in Genf landen. Solche Vorfälle sind zwar im Luftverkehr nicht außergewöhnlich, tragen aber in der Summe zu einem angespannten Bild bei.
Auf geopolitischer Ebene bleibt die Lage ebenfalls schwierig. Flugverbindungen in den Iran sind bis mindestens Ende März 2026 ausgesetzt. Für eine Netzwerkairline wie Lufthansa schränkt dies die Flexibilität im Streckennetz ein und nimmt potenzielle Erträge aus bestimmten Märkten komplett vom Tisch.
Hinzu kommen Tarifrisiken: Die laufenden Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi für das Bodenpersonal bleiben eine offene Baustelle. Unklar ist, ob es zu weiteren Aktionen oder Mehrbelastungen durch höhere Personalkosten kommt.
Die wichtigsten Belastungsfaktoren im Überblick
- Wintersturm USA: Deutliche Flugstreichungen auf besonders ertragsstarken Transatlantik-Routen.
- Business-Class-Probleme: Verzögerte Zertifizierung der „Allegris“-Sitze blockiert Premiumerlöse in der Boeing-787-Flotte.
- Geopolitik: Ausgesetzte Iran-Verbindungen bis mindestens Ende März 2026 begrenzen das Streckennetz.
- Tarifkonflikte: Unklare Entwicklung in den Gesprächen mit Verdi für das Bodenpersonal.
Kursbild: Erholung ausgebremst
An der Börse haben diese Negativfaktoren bereits Spuren hinterlassen. Die Aktie schloss am Freitag bei 8,80 Euro, was einem Tagesminus von 1,89 % entspricht. Auf Sicht von sieben Tagen liegt der Titel noch im Plus, im 30-Tage-Vergleich steht jedoch ein Rückgang von rund 14 % zu Buche. Damit hat sich das Papier spürbar vom 52-Wochen-Hoch bei 10,20 Euro entfernt.
Technisch notiert die Aktie zwar noch über den vielbeachteten Durchschnittslinien der vergangenen 50, 100 und 200 Tage, deren Abstände um die 3 bis 15 % liegen. Zugleich signalisiert ein RSI von 45 eher ein neutrales Momentum – weder klar überkauft noch stark überverkauft. Das passt zu einem Markt, der die jüngsten Störfaktoren einpreist, ohne in Panik zu verfallen.
Fazit: Belastungspaket mit Hebel auf die Marge
Unterm Strich steht ein Bündel von Risiken, das vor allem an den margenstarken Bereichen des Geschäfts ansetzt: Premiumsitze auf der Langstrecke, profitable US-Routen und Teile des Netzwerkes in geopolitisch sensiblen Regionen. Kurzfristige Wettereffekte könnten sich dabei schneller normalisieren, während die Verzögerungen bei der Allegris-Zertifizierung und die ungeklärten Tariffragen länger nachwirken können.
Solange diese Punkte nicht gelöst sind, bleibt die Aktie anfällig für Rückschläge und die Erholung in Richtung Jahreshoch klar erschwert. Neue Impulse dürften erst dann entstehen, wenn Lufthansa bei der Business Class und im Tarifkonflikt sichtbare Fortschritte meldet oder sich die geopolitischen Einschränkungen lockern.
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