76 Prozent Kursgewinn in zwölf Monaten — und trotzdem steckt Gold gerade in einer engen Handelsspanne fest. Der Grund: Der eskalierte US-Iran-Konflikt liefert einerseits Auftrieb, schafft andererseits aber genau jene Kräfte, die das Edelmetall bremsen.

Warum der Ölschock Gold belastet

Als die USA und Israel am 28. Februar Angriffe auf Iran starteten, reagierte Gold mit einem klassischen Safe-Haven-Reflex: Der Preis stieg von 5.296 auf 5.423 US-Dollar je Unze. Dann folgte der Ausverkauf — ein Minus von über sechs Prozent auf 5.085 US-Dollar. Seither pendelt das Edelmetall zwischen 5.050 und 5.200 US-Dollar.

Der entscheidende Mechanismus dahinter: Die Sperrung der Straße von Hormuz durch Irans neuen Führer Mojtaba Khamenei hat nach IEA-Angaben die größte Ölangebotsunterbrechung der Geschichte ausgelöst. Brent überstieg zeitweise die 100-Dollar-Marke. Ein massiver Ölpreisanstieg befeuert die Inflation — und eine steigende Inflation könnte die Fed zwingen, geplante Zinssenkungen zu verschieben. Höhere Zinsen stärken den Dollar, und ein starker Dollar verteuert Gold für internationale Käufer. Der Ölschock wirkt so paradoxerweise als Gegengewicht zum geopolitischen Goldauftrieb.

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Die Inflationsdaten vom 11. März bestätigen das Dilemma: Die US-Verbraucherpreise lagen im Februar zum dritten Monat in Folge bei 2,4 Prozent — hartnäckig über dem Fed-Ziel von 2 Prozent. Eine Zinssenkung im März gilt laut CME Group mit 95,6-prozentiger Wahrscheinlichkeit als ausgeschlossen. Gleichzeitig verlor die US-Wirtschaft im Februar 92.000 Stellen — eine stagflationäre Konstellation, die der Fed kaum Spielraum lässt.

Strukturelle Stützen bleiben intakt

Kurzfristiger Gegenwind ändert nichts am längerfristigen Bild. Zentralbanken kauften 2025 insgesamt 863 Tonnen Gold — historisch ein sehr hohes Niveau. Im Januar 2026 fiel die Nachfrage mit netto 5 Tonnen zwar deutlich unter den Monatsdurchschnitt von 27 Tonnen, was auf die hohe Marktvolatilität zu Jahresbeginn zurückgeführt wird. Bemerkenswert: Bank Negara Malaysia tätigte ihren ersten Nettokauf seit 2018, die Bank of Korea will erstmals seit 2013 wieder Gold erwerben — die Nachfragebasis verbreitert sich.

J.P. Morgan und die Deutsche Bank halten an ihren Jahreszielen von 6.300 beziehungsweise 6.000 US-Dollar je Unze fest.

Heute Nachmittag stehen mit der zweiten BIP-Schätzung für Q4 2025, den JOLTS-Stellendaten und dem 5-Jahres-Inflationserwartungsindex der Universität Michigan gleich drei Datenpunkte an, die das Fed-Bild schärfen könnten. Sollten die Zahlen den Inflationsdruck weiter bestätigen, dürfte der Dollar-Gegenwind für Gold vorerst anhalten.

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