Unruhige Zeiten für den Kranich-Konzern zum Ende der Woche. Während verschärfte geopolitische Spannungen zu operativen Einschnitten im Nahen Osten zwingen, warnt die Investmentbank Barclays vor Rückschlagrisiken bei der Bewertung. Anleger müssen sich zum Wochenstart auf Gegenwind einstellen, da gleich zwei Belastungsfaktoren auf den Kurs treffen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Flugstopp: Sämtliche Verbindungen nach Teheran sind aufgrund der Sicherheitslage bis mindestens 16. Januar ausgesetzt.
  • Kostenfalle: Die Umfliegung des iranischen Luftraums verlängert Asien-Routen und erhöht den Treibstoffverbrauch.
  • Analysten-Check: Barclays sieht das faire Niveau bei 7,70 Euro – deutlich unter dem aktuellen Kurs.
  • Marktlage: Die Aktie schloss am Freitag bei 8,87 Euro (-2,21 %).

Operative Einschnitte belasten Margen

Die Lufthansa Group reagierte am Wochenende auf die Sicherheitswarnungen aus den USA und die Proteste in Teheran mit einem sofortigen Flugstopp. Auch die Tochter Austrian Airlines kappte ihre Verbindungen, womit der Konzern im Gleichschritt mit Wettbewerbern wie Air France handelt.

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Das Problem für Investoren reicht jedoch weiter als der bloße Wegfall der Ticketumsätze für diese Strecken. Da der iranische Luftraum nun weiträumig gemieden wird, müssen Routen nach Asien logistisch angepasst werden. Längere Flugzeiten bedeuten zwangsläufig einen höheren Kerosinverbrauch. Diese operativen Mehrkosten treffen auf ein ohnehin preissensibles Marktumfeld und dürften direkten Einfluss auf die Margen im Passagiergeschäft haben.

Barclays sieht Bewertungsrisiko

Parallel zu den geopolitischen Sorgen rückt die fundamentale Bewertung in den Fokus. Die britische Investmentbank Barclays bestätigte am Samstag ihre skeptische Haltung. Analyst Andrew Lobbenberg beließ sein Votum auf „Hold“ (Equal Weight) und nannte ein Kursziel von 7,70 Euro.

Blickt man auf den Schlusskurs vom Freitag bei 8,87 Euro, impliziert diese Einschätzung ein Abwärtspotenzial von rund 13 Prozent. Lobbenberg positioniert sich damit deutlich defensiver als andere Marktteilnehmer. Die Diskrepanz zeigt, dass die mittelfristige Ertragskraft der Airline am Markt derzeit sehr unterschiedlich eingeschätzt wird. Trotz einer starken Performance von über 57 Prozent in den letzten 12 Monaten wächst die Vorsicht.

Fazit

Die Kombination aus steigenden operativen Kosten durch die Luftraumsperrung und der konservativen Einschätzung von Barclays setzt die Aktie kurzfristig unter Druck. Entscheidend ist nun, ob die Sicherheitslage eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs nach dem 16. Januar zulässt oder ob die teureren Ausweichrouten zum Dauerzustand werden. Solange diese Unsicherheit besteht, dürften Kursavancen begrenzt bleiben.

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