Die Lufthansa Aktie hat sich seit Herbst 2025 deutlich erholt – und nun rückt ausgerechnet eine frühere Skeptikerin in den Vordergrund: Morgan Stanley zählt den MDAX-Titel plötzlich zu ihren Favoriten im Transportsektor für 2026. Entscheidender als der Kursanstieg ist dabei die Frage, ob die Kombination aus Restrukturierung, niedrigen Treibstoffkosten und neuer Wachstumsstrategie ausreicht, um die skeptischeren Stimmen am Markt zu überzeugen.

Kursrally mit neuem Rückenwind

Seit Ende Oktober 2025 hat die Aktie spürbar zugelegt. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von gut 62 Prozent, der Kurs liegt aktuell bei 9,13 Euro. Damit bewegt sich das Papier nur rund zehn Prozent unter seinem 52‑Wochen-Hoch von 10,20 Euro und notiert klar über den zentralen Durchschnittslinien: Der Abstand zur 50‑Tage-Linie beträgt rund zehn Prozent, zur 200‑Tage-Linie gut 21 Prozent.

Charttechnisch spricht vieles für einen etablierten Aufwärtstrend. Der RSI von 45,2 signalisiert allerdings kein extremes Überkauft-Niveau, sondern eher eine konsolidierte Lage nach dem starken Anstieg. Die hohe annualisierte 30‑Tage‑Volatilität von über 80 Prozent zeigt zugleich, dass der Titel schwankungsanfällig bleibt.

Wichtige Punkte im Überblick:

  • Kurs 9,13 Euro, rund 10 % unter dem 52‑Wochen-Hoch
  • Kursplus ca. 62 % auf 12‑Monats-Sicht
  • Klarer Abstand über 50‑ und 200‑Tage-Durchschnitt
  • Hohe Volatilität, RSI im neutralen Bereich

Morgan Stanley schwenkt auf „Overweight“

Den jüngsten Schub löste ein deutliches Upgrade von Morgan Stanley aus. Die Analysten um Cedar Ekblom hoben das Kursziel von 5,40 auf 9,30 Euro an und stuften die Aktie gleich um zwei Kategorien von „Underweight“ auf „Overweight“ hoch. Damit zählt Lufthansa für das Haus nun zu den bevorzugten Werten im Transportsektor für 2026.

Inhaltlich knüpft Morgan Stanley das positive Votum vor allem an die laufende Restrukturierung. Zwischen 2025 und 2027 erwarten die Analysten ein durchschnittliches EBITDA-Wachstum von rund 20 Prozent pro Jahr. Gleichzeitig soll die Verschuldungsquote dank solider freier Cashflows sinken. Das Investment-Case basiert damit klar auf Ergebnisverbesserung und Entschuldung, nicht nur auf einem zyklischen Nachfrageschub.

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Ölpreis, Kapazität, Premiumfokus

Ein zusätzlicher Rückenwindfaktor sind derzeit die gesunkenen Ölpreise. Für eine Netzwerk-Airline wie Lufthansa zählen Kerosinkosten zu den dominierenden Ausgabenblöcken. Geringere Treibstoffkosten wirken direkt auf die Marge, sofern Ticketpreise und Auslastung stabil bleiben. Genau hier setzt die strategische Planung für 2026 an.

CEO Carsten Spohr hat ehrgeizige Ziele formuliert:

  • Kapazitätswachstum auf der Langstrecke von rund 6 Prozent
  • Auslieferung eines neuen Widebody-Jets etwa alle zwei Wochen
  • Gesamtkapazitätswachstum von rund 3,5 Prozent
  • Margenziel von 8–10 Prozent im Zeitraum 2028 bis 2030

Der Fokus liegt stärker auf profitablen Interkontinentalrouten, insbesondere Richtung USA. Premium-Sitze und höhere Durchschnittserlöse je Passagier stehen im Mittelpunkt der Planung. Die Wachstumsstrategie ist damit klar ertragsorientiert ausgerichtet und soll die Effekte der Restrukturierung verstärken.

Analystenbild bleibt gemischt

Trotz des deutlichen Kursanstiegs und des neuen Optimismus von Morgan Stanley ist das Meinungsbild der Analysten keineswegs einheitlich. Das durchschnittliche 12‑Monats-Kursziel liegt bei rund 8,30 Euro – also unter dem aktuellen Kursniveau. Die Spanne reicht von 6,00 bis 12,00 Euro und spiegelt unterschiedliche Einschätzungen zu Zyklik, Wettbewerb und Margenstabilität wider.

Ausgewählte Einschätzungen:

  • Morgan Stanley: Overweight, Kursziel 9,30 Euro
  • JPMorgan: Neutral, Kursziel 8,00 Euro
  • Bernstein: Market-Perform, Kursziel 7,75 Euro
  • Kepler Cheuvreux: Buy (ohne aktuelles Kursziel im Datensatz)

Auffällig: Kepler Cheuvreux hatte bereits Mitte Dezember auf „Buy“ hochgestuft, was den Kurs damals um rund vier Prozent nach oben bewegte. Insgesamt dominiert damit kein klares „Kauf“- oder „Verkauf“-Signal, sondern ein geteiltes Bild zwischen Turnaround-Optimisten und Vorsichtigen.

Bewertung und nächster Prüfstein

Trotz der Rally wirkt die Bewertung weiterhin moderat. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 6,7 und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis knapp unter 1 signalisieren, dass der Markt der Restrukturierung und den Margenzielen noch nicht uneingeschränkt Vorschusslorbeeren einräumt. Die Dividendenrendite von rund 3,3 Prozent rundet das Bild eines zyklischen, aber aktuell nicht überzogenen Bewertungsniveaus ab.

Der nächste zentrale Prüfstein steht bereits fest: Am 6. März 2026 legt Lufthansa die nächsten Quartalszahlen vor. Dann wird sich zeigen, ob sich die Erwartungen an ein kräftiges EBITDA-Wachstum, sinkende Verschuldung und erste Fortschritte in Richtung der langfristigen Margenambitionen bereits in den Zahlen widerspiegeln – und ob der aktuelle Aufwärtstrend damit eine tragfähige Grundlage erhält.

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