Die Übernahme durch Worthington Steel ist besiegelt — und der Markt bewertet Klöckner & Co trotzdem höher als der Käufer. Mit dem Sprung auf ein Dreijahreshoch notiert die Aktie rund 9 % über dem Barangebot von 11,00 Euro je Aktie. Ein klares Zeichen, dass Anleger das Potenzial des Stahlhändlers nach dem laufenden Konzernumbau neu einpreisen.

Kontrollmehrheit erreicht, Kurs zieht an

Worthington Steel meldete am Freitagabend den erfolgreichen Abschluss der verlängerten Annahmefrist. Bis zum 26. März 2026 wurden dem Bieter 49,44 % der Klöckner-Anteile angedient. Zusammen mit bereits gehaltenen Positionen kommt Worthington Steel nach Vollzug auf rund 58,78 % der Stimmrechte — und überschreitet damit die Mindestannahmeschwelle von 57,5 % komfortabel.

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Der Markt reagierte mit einem Kursanstieg auf 12,10 Euro, dem höchsten Stand seit drei Jahren. Aktionäre, die das Angebot nicht angenommen haben, spekulieren offenbar auf eine höhere Abfindung im Rahmen des geplanten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags — dessen Höhe erst nach einer noch ausstehenden Unternehmensbewertung feststeht.

Operative Zahlen liefern Rückenwind

Die Kursentwicklung kommt nicht aus dem Nichts. Für das Geschäftsjahr 2025 steigerte Klöckner & Co das EBITDA vor Sondereffekten auf 171 Mio. Euro, nach 136 Mio. Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis verbesserte sich trotz eines leicht gesunkenen Umsatzes von 6,4 Mrd. Euro deutlich auf -53 Mio. Euro — gegenüber -176 Mio. Euro im Jahr zuvor.

Treiber dieser Entwicklung ist die strategische Fokussierung auf das margenstarke Service-Center-Geschäft in Nordamerika. Acht US-Distributionsstandorte und das Brasilien-Geschäft wurden veräußert, die freiwerdenden Mittel fließen unter anderem in ein neues Aluminium-Flachwalzwerk in Mississippi.

Was verbliebene Aktionäre erwartet

Für das erste Quartal 2026 rechnet das Management mit einem EBITDA vor Sondereffekten zwischen 20 und 60 Mio. Euro — eine breite Spanne, die die anhaltende Unsicherheit im Stahlmarkt widerspiegelt. Der nächste entscheidende Schritt ist die Hauptversammlung, die dem Beherrschungsvertrag zustimmen muss. Worthington Steel geht davon aus, dort über die erforderliche Mehrheit zu verfügen. Für Aktionäre, die das Übernahmeangebot abgelehnt haben, rückt damit die gesetzlich vorgeschriebene Abfindung in den Mittelpunkt — und deren Bewertungsgrundlage dürfte angesichts der verbesserten Fundamentaldaten spannend werden.

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