Der Markt hat gesprochen — und er ist nicht beeindruckt von Worthington Steels Offerte. Während der europäische Stahlsektor gestern unter erheblichem Druck stand, hält sich die Klöckner-Aktie hartnäckig über dem Niveau des US-Übernahmeangebots.

Kurs konterkariert die 11-Euro-Offerte

Worthington Steel bietet 11,00 Euro je Klöckner-Aktie. Der Markt bewertet das Papier mit rund 11,76 Euro — also knapp 7 Prozent darüber. Diese Preisbildung lässt sich kaum anders interpretieren, als dass Anleger entweder eine Nachbesserung erwarten oder das Angebot schlicht für unzureichend halten.

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Die jüngsten Zahlen des US-Bieters dürften diese Skepsis noch verstärkt haben. Worthington Steel meldete am Donnerstag für das dritte Quartal ein operatives Ergebnis von lediglich rund 3 Millionen USD — eine schwache Vorlage für ein Unternehmen, das gerade einen milliardenschweren Zukauf stemmen will. Die operative Schwäche wirft Fragen über den finanziellen Spielraum für eine mögliche Angebotserhöhung auf.

Branche unter Druck, Klöckner hält stand

Dass sich der Kurs überhaupt auf diesem Niveau behauptet, ist bemerkenswert. Gestern verbuchten Thyssenkrupp -4,1 Prozent, Salzgitter -4,4 Prozent und ArcelorMittal -2,7 Prozent. Auslöser war vor allem das drohende Scheitern der Gespräche zwischen Thyssenkrupp und Jindal Steel über den Verkauf der Stahlsparte — ungeklärte Pensionslasten, Energiekosten und ein hoher Investitionsbedarf blockieren die Verhandlungen.

Klöckner als reiner Distributor ist von diesen produktionsseitigen Belastungen strukturell weniger betroffen als integrierte Stahlhersteller. Die Nachfragesituation in den Endmärkten zählt mehr als die Energiekostenentwicklung. Das erklärt einen Teil der relativen Stärke.

Worthington unter Zugzwang

Die Entscheidung über das Übernahmeangebot wird in den kommenden Wochen fallen. Solange die Klöckner-Aktie deutlich über 11 Euro notiert — und sie steht mit 11,76 Euro sogar nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch bei 11,98 Euro —, hat das aktuelle Angebot für die Mehrheit der Aktionäre wenig Zugkraft. Worthington Steel steht damit vor der Wahl: Nachbessern oder riskieren, dass die Transaktion scheitert.

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