Der US-Konzern Worthington Steel macht nach dem erfolgreichen Übernahmeangebot den nächsten strategischen Schritt und strebt die vollständige Kontrolle über den Duisburger Stahlhändler an. Ein geplanter Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag soll die unternehmerische Integration zeitnah abschließen. Am Markt sorgt dieser formale Akt für unerwartete Dynamik, da Investoren nun auf eine lukrative gesetzliche Abfindung spekulieren.

Mehrheit für Worthington gesichert

Nach Ablauf der Annahmefrist am vergangenen Donnerstag herrscht Klarheit über die künftigen Machtverhältnisse. Inklusive bereits zuvor gehaltener Anteile kontrolliert die US-amerikanische Worthington Steel voraussichtlich 58,78 Prozent des Grundkapitals. Den entscheidenden Ausschlag für das Erreichen der Mindestannahmeschwelle gab der langjährige Großaktionär Friedhelm Loh, der sein Aktienpaket von rund 41,5 Prozent in das Angebot einbrachte.

Mit dieser Mehrheit im Rücken kündigte die Käuferin per Ad-hoc-Mitteilung an, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abschließen zu wollen. Dieses Instrument erlaubt es dem Mutterkonzern, dem Vorstand der Tochtergesellschaft direkte Weisungen zu erteilen und erwirtschaftete Gewinne vollständig abzuführen.

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Diskrepanz zwischen Angebot und Börsenkurs

Besonders aufschlussreich ist die aktuelle Preisbildung am Kapitalmarkt. Obwohl das offizielle Übernahmeangebot bei lediglich 11,00 Euro je Anteilsschein lag, verabschiedete sich das Papier am Freitag bei exakt 12,10 Euro ins Wochenende. Damit markierte der Titel zeitgleich ein neues 52-Wochen-Hoch und verbucht seit Jahresbeginn ein beachtliches Plus von 47,74 Prozent.

Dieser Aufschlag von genau zehn Prozent auf die ursprüngliche Offerte signalisiert eine klare Erwartungshaltung der Investoren. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die gesetzlich vorgeschriebene Barabfindung für die verbleibenden Minderheitsaktionäre im Rahmen des Beherrschungsvertrags höher ausfallen wird als das erste Angebot. Die genaue Höhe dieser Ausgleichszahlung muss nach gesetzlichen Vorgaben durch eine externe Unternehmensbewertung ermittelt werden.

Branchenkonsolidierung im schwierigen Umfeld

Die strategische Übernahme des Traditionsunternehmens passt in das aktuelle makroökonomische Bild des Industriestandorts Deutschland. Angesichts eines stagnierenden Wirtschaftswachstums und anhaltend hoher Energiepreise sucht die Stahlbranche intensiv nach Skaleneffekten. Die Eingliederung in die internationalen Strukturen von Worthington Steel stellt eine direkte Reaktion auf den hohen Kostendruck und die notwendige Konsolidierung im Sektor dar.

Der nächste konkrete Meilenstein für die verbleibenden Anteilseigner ist nun die kommende Hauptversammlung von Klöckner. Dort wird das Management die genauen Details des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags sowie die errechnete Abfindungshöhe zur Abstimmung stellen. Bis zur gerichtlichen Bestätigung dieser Beträge dürfte sich der Aktienkurs weiterhin eng an den Erwartungen der Investoren bezüglich der finalen vertraglichen Konditionen orientieren.

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