Die Übernahme des Stahlhändlers Klöckner & Co durch den US-Konkurrenten Worthington Steel steht kurz vor dem Abschluss. Nachdem die Amerikaner die Mindestannahmeschwelle gesenkt haben, rückt ein erfolgreicher Deal in greifbare Nähe. Gleichzeitig untermauert das Düsseldorfer Unternehmen mit spürbar verbesserten Jahreszahlen seine operative Stabilität in einem schwierigen Marktumfeld.

Angepasste Bedingungen sichern den Deal

Worthington Steel hat die Hürde für den Vollzug der Transaktion von ursprünglich 65 auf 57,5 Prozent der ausgegebenen Aktien herabgesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat von Klöckner unterstützen diesen Schritt ausdrücklich, da er die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Abschlusses deutlich erhöht. Infolge dieser Änderung verlängert sich die Annahmefrist für die Aktionäre bis zum 26. März 2026.

Die aktualisierte Schwelle gilt im Markt als reine Formsache. Bereits jetzt hält der US-Konzern 56,92 Prozent der Anteile. Klöckner-CEO Guido Kerkhoff stellte zudem klar, dass die Managementanteile von rund 4,5 Prozent unmittelbar nach Ablauf der regulatorischen Ruhephase eingebracht werden. Die Aussicht auf einen reibungslosen Deal spiegelt sich auch im Kursverlauf wider: Am Freitag markierte das Papier ein neues 52-Wochen-Hoch bei 11,92 Euro und verbucht damit seit Jahresbeginn ein starkes Plus von über 45 Prozent.

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Operative Erholung stützt die Bewertung

Parallel zu den Übernahmeentwicklungen präsentierte Klöckner solide Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025. Das operative Ergebnis (EBITDA) vor wesentlichen Sondereffekten stieg um 35 Millionen Euro auf 171 Millionen Euro. Zwar sank der Konzernumsatz preis- und währungsbedingt auf 6,4 Milliarden Euro, ein striktes Management des Umlaufvermögens sicherte jedoch einen positiven operativen Cashflow von 110 Millionen Euro.

Auch unter dem Strich zeigt der Trend nach oben. Der Nettoverlust reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr von 176 Millionen Euro auf 53 Millionen Euro. Für die Aktionäre schlagen die Gremien eine Dividende von 0,20 Euro je Anteilsschein vor.

Strategischer Fokus auf Nordamerika

Operativ treibt Klöckner den Ausbau margenstarker Produkte weiter voran, die mittlerweile 44 Prozent des Umsatzes ausmachen. Ein zentraler Baustein der Wachstumsstrategie für 2026 sind gezielte Investitionen in nordamerikanische Kapazitäten:

  • Columbus (Mississippi): Bau einer neuen Aluminiumflachwalzanlage
  • Paton (Iowa): Errichtung eines neuen Schwerfabrikationsbetriebs
  • Querétaro (Mexiko): Installation einer Laserblanklinie (Inbetriebnahme Q2 2026)

Mit dem Ablauf der verlängerten Annahmefrist am 26. März steht der Düsseldorfer Stahlhändler vor einer historischen Zäsur. Gelingt der Vollzug wie vom Management prognostiziert, übernimmt Worthington Steel die Mehrheit und beendet damit die Eigenständigkeit des börsennotierten Traditionsunternehmens.

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