Klöckner Aktie: 72 Stunden entscheiden
Drei Tage bleiben noch. Am 12. März endet die Annahmefrist für das 11-Euro-Übernahmeangebot von Worthington Steel an die Klöckner-Aktionäre. Doch die entscheidende 65-Prozent-Hürde ist noch nicht genommen – trotz des bereits angedientem Großaktionärspakets. Jetzt kommt es auf den Streubesitz an.
Mindestquote noch nicht erreicht
Worthington Steel benötigt mindestens 65 Prozent aller ausstehenden Klöckner-Aktien, um die Übernahme zu vollziehen. Anfang März lag die Annahmequote bei rund 53 Prozent – obwohl der Großaktionär Swoctem sein komplettes Paket von 41,53 Prozent bereits eingeliefert hat.
Das bedeutet: Aus dem Streubesitz haben bislang nur gut elf Prozent angedient. Bis zum Ablauf der Frist am Donnerstag müssen weitere zwölf Prozentpunkte hinzukommen, sonst scheitert das Angebot. Bereits angediente Aktien würden dann zurückgebucht.
Attraktive Prämie als Lockmittel
Das Barangebot liegt bei 11,00 Euro je Aktie – eine Prämie von 81 Prozent auf den Schlusskurs vom 5. Dezember 2025, dem letzten Handelstag vor Bekanntgabe der Verhandlungen. Gemessen am unbeeinflussten dreimonatigen Durchschnittskurs beträgt die Prämie sogar 98 Prozent.
Vorstand und Aufsichtsrat von Klöckner halten den Preis für fair und angemessen. Diese Einschätzung stützen sie auf Bewertungen ihrer Finanzberater Goldman Sachs und Deutsche Bank. Der Unternehmenswert inklusive Schulden wird mit rund 2,1 Milliarden Euro beziffert.
Strategische Logik der Transaktion
Die Zusammenschlussvereinbarung wurde am 15. Januar unterzeichnet. Ziel ist es, durch die komplementäre Ausrichtung beider Unternehmen die Marktpräsenz in Europa und Nordamerika zu stärken. Klöckner beschäftigt rund 6.000 Mitarbeitende an über 100 Standorten weltweit und erzielte 2024 einen Umsatz von etwa 6,6 Milliarden Euro.
Worthington Steel plant, Klöckner unabhängig durch den aktuellen Vorstand weiterzuführen. Standortschließungen oder Entlassungen sind nicht vorgesehen. Der Hauptsitz in Düsseldorf soll erhalten bleiben.
Parallel treibt Klöckner die strategische Neuausrichtung voran. Anfang Januar wurden acht US-Distributionsstandorte verkauft, um die Abhängigkeit von volatilen Rohstoffmärkten zu verringern und das Geschäft stärker auf margenstarke Produkte zu fokussieren.
Was nach dem 12. März passiert
Wird die 65-Prozent-Schwelle überschritten, beginnen die regulatorischen Prüfungen – darunter kartellrechtliche Verfahren und Untersuchungen zu ausländischen Subventionen. Worthington strebt den Abschluss der Transaktion für das zweite Halbjahr 2026 an.
Je nach erreichter Annahmequote plant Worthington unterschiedliche Schritte: Bei weniger als 90 Prozent Beteiligung soll ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag folgen, bei 90 Prozent oder mehr ein Squeeze-out. Zudem wird ein mögliches Delisting vom regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse geprüft.
Bis Donnerstagabend entscheidet sich, ob aus der Übernahmevereinbarung Realität wird – oder ob Worthington Steel anderweitig nach Akquisitionszielen suchen muss.
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