Intel steckt in einem Dilemma. Während der Chipriese mit einer dreistelligen Millionen-Investition in das KI-Startup SambaNova Systems seine Position im umkämpften KI-Markt ausbauen will, häufen sich die operativen Probleme in Asien. In China – einem der wichtigsten Absatzmärkte – können Server-Prozessoren derzeit kaum noch ausgeliefert werden.

Lieferengpässe belasten das Geschäft

Intel hat Kunden in China darüber informiert, dass die Wartezeiten für bestimmte Xeon-Server-Prozessoren auf bis zu sechs Monate angewachsen sind. Die angespannte Versorgungslage hat bereits spürbare Folgen: Die Marktpreise für die betroffenen Chips sind im Zuge der Knappheit um mehr als 10 Prozent gestiegen.

Verantwortlich für die Engpässe ist nach Unternehmensangaben eine beispiellose Nachfragewelle nach KI-Infrastruktur, die auch traditionelle Server-Komponenten erfasst hat. Konkurrent AMD kämpft mit ähnlichen Problemen, kommt aber offenbar schneller voran – die geschätzten Verzögerungen liegen dort bei acht bis zehn Wochen.

Für Intel wiegt das Problem schwer. China steuert historisch über 20 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Sollten sich die Lieferzeiten nicht verkürzen, drohen Marktanteilsverluste an schnellere Wettbewerber.

SambaNova-Deal soll KI-Offensive stärken

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Parallel dazu forciert Intel den Aufbau seiner KI-Kapazitäten. Das Unternehmen beteiligt sich gemeinsam mit der Private-Equity-Firma Vista Equity Partners an einer Finanzierungsrunde über 350 Millionen Dollar für das AI-Chip-Startup SambaNova Systems. Intel steuert rund 100 Millionen Dollar bei, mit der Option auf bis zu 150 Millionen Dollar.

SambaNova entwickelt spezialisierte Halbleiter für AI-Inferenz – ein Segment, in dem Intel dem Marktführer Nvidia Marktanteile abjagen will. Die Investition markiert zugleich einen Strategiewechsel: Noch vor einiger Zeit soll Intel erwogen haben, SambaNova für etwa 1,6 Milliarden Dollar komplett zu übernehmen.

Erholung nach Q4-Zahlen

Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen Ende Januar hatte sich die Aktie stabilisiert. Intel meldete für das vierte Quartal 2025 Erlöse von 13,67 Milliarden Dollar – deutlich über den Analystenschätzungen von 13,37 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,15 Dollar ebenfalls über der Konsenserwartung von 0,08 Dollar. Im Jahresvergleich sanken die Umsätze zwar um 4,2 Prozent, doch die operative Effizienz verbesserte sich spürbar.

Die aktuelle Herausforderung besteht darin, die langfristigen Chancen der KI-Investition gegen die kurzfristigen Risiken der Lieferprobleme in China abzuwägen. Wie schnell Intel die Versorgungslage in den Griff bekommt, dürfte maßgeblich über die Umsatzentwicklung im laufenden Quartal entscheiden.

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