Deutsche Hochtechnologie in russischen Angriffsdrohnen? Ein aktueller Bericht bringt den Halbleiterhersteller Infineon in Erklärungsnot. Während das Unternehmen auf strikte Sanktionstreue verweist, zeichnen Funde des ukrainischen Geheimdienstes ein problematisches Bild für die deutsche Industrie.

Spuren im Kriegsgerät

Die Vorwürfe wiegen schwer: Laut Recherchen der Deutschen Welle (DW) und Daten des Portals „War&Sanctions“ stecken in russischen Waffensystemen weiterhin zahlreiche Komponenten aus deutscher Produktion. Besonders häufig taucht dabei der Name Infineon auf. Von 137 identifizierten Bauteilen deutscher Herkunft entfallen allein 58 auf den DAX-Konzern.

Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR wird konkret: In jeder russischen Drohne des Typs Geran-2 befinden sich demnach zwischen acht und zwölf Transistoren aus deutscher Fertigung. Angesichts der russischen Pläne, jährlich 40.000 dieser Drohnen zu produzieren, ergibt sich ein rechnerischer Bedarf von rund 500.000 Transistoren. Neben Infineon stehen auch weitere Industriegrößen wie Bosch, Würth und TDK auf der Liste der gefundenen Komponentenhersteller.

Umwege über Scheinfirmen

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Die betroffenen Unternehmen betonen unisono, sich strikt an internationale Sanktionen zu halten. Als Erklärung für die Funde führen sie unautorisierte Fälschungen, Altbestände aus der Zeit vor den Sanktionen oder komplexe Schmuggelwege an, die sich ihrer direkten Kontrolle entziehen.

Expertenanalysen stützen die These der veränderten Beschaffungswege. Während Russland früher oft Drittländer nutzte, laufen die Lieferketten nun vermehrt über kriminelle Scheinfirmen direkt in Deutschland. Diese Verschleierungstaktik macht es für Hersteller extrem schwierig, den Endverbleib ihrer Produkte lückenlos zu überwachen.

An der Börse sorgte die Gemengelage zuletzt für Verunsicherung. Die Infineon-Aktie ging am Freitag mit einem Minus von 2,31 Prozent bei 45,66 Euro aus dem Handel. Auch die Volatilität bleibt mit knapp 29 Prozent auf Monatsbasis vergleichsweise hoch, was die Nervosität der Marktteilnehmer widerspiegelt.

Für Infineon und die deutsche Industrie bleibt das Thema ein Balanceakt. Trotz Compliance-Bemühungen zeigt der Bericht, dass technische Exportkontrollen in der Praxis Lücken aufweisen, die im schlimmsten Fall zu einem nachhaltigen Reputationsrisiko werden können.

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