IBM steht vor einem spannenden Spagat: Nach einem starken Börsenjahr 2025 trifft eine Phase der Kurskonsolidierung auf wachsenden Analysten-Optimismus und wichtige strategische Weichenstellungen. Im Zentrum stehen die geplante Übernahme von Confluent, neue Wachstumsziele für 2026 und ein gesicherter Großauftrag im US-Behördenumfeld. Entscheidend ist dabei die Frage, ob IBM den Übergang von der Rallye zur Wachstumsstory im Kerngeschäft überzeugend schafft.

Bank of America erhöht Kursziel

Trotz einer jüngsten Kurskorrektur von rund 3 % bleibt die Einschätzung großer Häuser positiv. Bank of America hat am 13. Januar ihr Kursziel für IBM von 315 auf 335 US-Dollar angehoben und das Rating auf „Buy“ belassen. Der Bewertungszeitraum wurde auf das Kalenderjahr 2027 verlängert, um die Effekte der geplanten Confluent-Übernahme besser abzubilden.

Damit preist die Bank bereits heute den erwarteten Beitrag von Confluent zu Umsatz und strategischer Positionierung ein. Kurzfristig sieht BofA allerdings ein anspruchsvolleres Umfeld: Nach einem sehr starken Jahr 2025 mit einem Kursplus von etwa 38 % gegenüber einem Anstieg von rund 18 % im S&P 500 sei die Ausgangslage 2026 weniger komfortabel.

Hinzu kommt: Die Integration von Confluent dürfte zunächst auf die Marge drücken. Bank of America rechnet damit, dass der Zusammenschluss die Gewinne anfangs verwässert, bevor die zusätzlichen Software- und Datenstreaming-Umsätze spürbar zum Wachstum beitragen.

Goldman Sachs erwartet steigende Dynamik

Auch Goldman Sachs stellt die mittelfristigen Perspektiven in den Vordergrund. Im Vorfeld der Zahlen zum vierten Quartal, die am 28. Januar präsentiert werden sollen, erwartet die Investmentbank ein Signal für beschleunigtes organisches Wachstum.

Konkret kalkuliert Goldman Sachs für 2026 mit folgenden Eckpunkten:

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  • Organisches Umsatzwachstum: Prognose einer Beschleunigung auf 4,4 % (konstante Währungen), entsprechend rund 70,3 Mrd. US-Dollar Umsatz
  • Free Cashflow: Erwartete Zielgröße von mehr als 15,0 Mrd. US-Dollar
  • Gewinn je Aktie (EPS) 2026: Anhebung der Schätzung auf 11,50 US-Dollar

Als zentrale Wachstumstreiber sieht Goldman Sachs den Softwarebereich, insbesondere Red Hat. Die künftige Einbindung der Confluent-Plattform in das IBM-Portfolio soll zusätzlich für anhaltendes zweistelliges Wachstum in diesem Segment sorgen. Damit rückt die Transformation in Richtung margenstarker, wiederkehrender Softwareerlöse weiter in den Mittelpunkt der Investmentstory.

Confluent-Deal nimmt Hürde

Auf regulatorischer Seite hat IBM einen wichtigen Schritt in Richtung Confluent-Übernahme geschafft. Die Wartefrist nach dem Hart-Scott-Rodino Antitrust Improvements Act ist am 12. Januar ausgelaufen. Damit gilt die notwendige kartellrechtliche Freigabe in den USA als erteilt – ein zentrales Voraussetzungen, damit der Zusammenschluss weiter voranschreiten kann.

Die Transaktion befindet sich damit in der Schlussphase. Als nächster Meilenstein steht der 12. Februar an: An diesem Tag sollen die Confluent-Aktionäre über das vereinbarte Fusionsabkommen abstimmen. Die Übernahme ist für IBM strategisch wichtig, um die eigenen Fähigkeiten in den Bereichen Datenstreaming und Enterprise-AI-Infrastruktur auszubauen und sich stärker als Plattformanbieter zu positionieren.

Wichtiger Regierungsauftrag gesichert

Parallel zur M&A-Strategie konnte IBM eine bedeutende öffentliche Einnahmequelle verteidigen. Das Unternehmen behält einen großen IT-Auftrag der US-Behörde für Staatsbürgerschaft und Einwanderung (USCIS).

Der Hintergrund: Der Wettbewerber Guidehouse Digital LLC hatte gegen die Vergabe des Auftrags Beschwerde eingelegt. Die zuständige Behörde, das Government Accountability Office (GAO), lehnte diesen Protest jedoch ab. Damit kann IBM mit dem Auftrag für IT-Architektur- und Engineering-Dienstleistungen fortfahren. Das Volumen des Deals liegt bei rund 162 Mio. US-Dollar und stabilisiert die öffentlichen Erlöse im US-Markt.

Bewertung und aktueller Kursstand

Die Aktie schloss gestern bei 303,16 US-Dollar und notiert damit knapp 3 % unter dem jüngsten 52-Wochen-Hoch. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt der Titel rund 43 % im Plus, was die starke Entwicklung des vergangenen Jahres unterstreicht.

Fazit und Ausblick

Unterm Strich verdichten sich die Signale: Große Investmentbanken trauen IBM trotz kurzfristiger Belastungen eine Fortsetzung des Wachstumskurses zu. Bank of America und Goldman Sachs richten den Blick auf 2026 und 2027, mit höherem Gewinnpotenzial, beschleunigtem organischen Umsatzwachstum und einem stärkeren Softwareprofil.

Die nächsten Wochen liefern entscheidende Wegmarken: Am 28. Januar steht der Q4-Bericht mit der 2026er Prognose an, am 12. Februar folgt die Abstimmung der Confluent-Aktionäre. Wie IBM diese beiden Termine nutzt, wird maßgeblich bestimmen, ob die aktuelle Konsolidierungsphase in einen neuen Wachstumsabschnitt übergeht.

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