Hims & Hers steckt in einer schwierigen Phase: Starkes Umsatzwachstum trifft auf steigende Kosten und dünnere Margen. An der Börse sorgt genau diese Kombination für Skepsis – zumal die Aktie in den vergangenen Monaten deutlich hinter dem Markt zurückgeblieben ist. Entscheidend ist nun, ob das teure Wachstum sich wirklich in nachhaltige Profitabilität übersetzen lässt.

Deutliche Schwäche nach starkem Lauf

Nach einem kräftigen Rückgang in den vergangenen drei Monaten bleibt der Titel unter Druck. Auf Wochensicht notiert die Aktie leicht im Minus, während sie auf Sicht von zwölf Monaten noch deutlich im Plus liegt. Mit einem Schlusskurs von 31,38 US‑Dollar am Freitag liegt das Papier aber mehr als 50 % unter dem 52‑Wochen‑Hoch, gleichzeitig jedoch klar über dem Tief der vergangenen zwölf Monate – ein Zeichen für hohe Schwankungen und verunsicherte Investoren.

Auch im Branchenvergleich fällt die Underperformance ins Auge. Während der Sektor für Gesundheitstechnologie im gleichen Zeitraum ebenfalls nachgegeben hat, war der Rückgang bei Hims & Hers deutlich stärker. Damit wird an der Börse zunehmend ein Bewertungsabschlag eingepreist – trotz weiterhin ambitionierter Multiples.

Bewertung hoch, Geduld gering

Die aktuelle Bewertung spiegelt noch immer hohe Erwartungen wider. Auf Basis der letzten zwölf Monate kommt Hims & Hers auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 59, bei einem Umsatz von rund 2,21 Milliarden US‑Dollar und einer Gewinnmarge von gut 6 %. Die Aktie ist damit alles andere als ein klassischer „Turnaround-Wert“, sondern wird weiterhin als wachstumsstarkes Tech-Play gehandelt.

Analysten bleiben entsprechend vorsichtig. Evercore ISI ist Mitte Januar mit einem „In-Line“-Rating und einem Kursziel von 33 US‑Dollar eingestiegen – also nur leicht über dem aktuellen Kursniveau. Im Durchschnitt liegen die Kursziele der Analysten deutlich höher, die Spanne ist jedoch groß: Die Erwartungen reichen von 25 bis 85 US‑Dollar. Diese breite Range signalisiert, wie unterschiedlich die Perspektive auf das Geschäftsmodell derzeit ausfällt.

Margen unter Druck

In den Zahlen zum dritten Quartal 2025 zeigte sich das Kernproblem: Die Kundenzahl steigt kräftig, die Profitabilität kommt jedoch ins Rutschen. Mit fast 2,5 Millionen Abonnenten wächst die Plattform klar weiter, gleichzeitig sind sowohl Brutto- als auch operative Marge zurückgegangen.

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Genau hier setzt die Sorge vieler Marktteilnehmer an: Um das Wachstum zu halten, muss Hims & Hers offenbar stärker investieren – und opfert dafür kurzfristig Marge. Bank of America bezeichnet 2026 als „großes Investitionsjahr“ für das Unternehmen. Geplant sind höhere Ausgaben für Personal sowie für die technologische Infrastruktur. Vor diesem Hintergrund wirkt der Rückgang der Margen weniger wie ein Ausrutscher, sondern eher wie der Beginn einer intensiveren Investitionsphase.

Problematisch ist dabei, dass die Erwartungen an die Gewinne weiter hoch sind. Die Prognosen sehen für das laufende Geschäftsjahr zwar ein kräftiges Ergebniswachstum von fast 78 % vor, gleichzeitig ist die Konsensschätzung für den Gewinn je Aktie in den vergangenen 60 Tagen um gut 6 % gesenkt worden. Das spricht für zunehmende Skepsis, ob sich die ursprünglichen Profitabilitätsziele so schnell erreichen lassen.

Wachstum mit Risiken

Parallel zur Investitionsoffensive treibt Hims & Hers seine Expansion voran – vor allem international. Zu den jüngsten Schritten zählen:

  • Zukauf von Livewell in Kanada
  • Übernahme der europäischen Plattform Zava
  • Markteintritt in Großbritannien mit der „Hers“-Plattform im Dezember 2025
  • Ausbau des Geschäfts in Kanada über Livewell

Diese Schritte sollen die Umsatzbasis breiter aufstellen und neue Märkte erschließen. Gleichzeitig steigt damit die Komplexität: Integrationen kosten Zeit und Geld, Unterschiede in Regulierung und Marktstrukturen erhöhen das operative Risiko.

Hinzu kommen weitere neuralgische Punkte im Geschäftsmodell:

  • Marketingabhängigkeit: Ein großer Teil des Wachstums basiert auf intensivem Werbeeinsatz. Steigende Akquisitionskosten könnten die Profitabilität zusätzlich belasten.
  • Regulierung: Personalisierte und komponierte Medikamente stehen in mehreren Märkten unter genauer Beobachtung der Behörden. Verschärfungen könnten Produkte oder Prozesse treffen.
  • Kundenbindung: Mit wachsender Konkurrenz im Telehealth-Segment bleibt die Frage, wie stabil die Abonnentenbasis ist, wenn Preise oder Angebote sich ändern.

In Summe zeigt sich: Das Unternehmen setzt klar auf Expansion, nimmt dafür aber höhere operative Risiken und kurzfristige Ergebnisbelastungen in Kauf.

Ausblick: Quartalszahlen als Belastungstest

Bewertungskennzahlen und Analystenschätzungen deuten auf eine gewisse Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität hin: Die Aktie wird trotz deutlicher Korrektur immer noch mit einem hohen Vielfachen der erwarteten Gewinne und Umsätze gehandelt, während die Gewinnschätzungen zuletzt nach unten angepasst wurden und die Margen im letzten Quartal nachgegeben haben.

Spätestens mit den Zahlen zum vierten Quartal 2025, die für Ende Februar bis Anfang März erwartet werden, wird sich zeigen, wie belastbar das aktuelle Wachstums- und Investitionsnarrativ ist. Entscheidend wird sein, ob das Management klar aufzeigen kann, wie sich die höheren Ausgaben für Technik, Personal und Auslandsexpansion mittelfristig in stabilere Margen und steigende Gewinne übersetzen sollen.

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