Rekordgewinn, höhere Dividende, frischer Aktienrückkauf: Münchener Rück liefert zum Abschluss von „Ambition 2025“ starke Argumente für Aktionäre. Gleichzeitig zeigt ausgerechnet das Kerngeschäft in der Schadenrückversicherung erste Bremsspuren. Wie gut passt der ambitionierte Plan „Ambition 2030“ zu einem Markt, in dem Preise wieder nachgeben?

Rekordjahr 2025 – aber schwächeres Schlussquartal

Für 2025 meldet der Konzern einen Nettogewinn von 6,121 Mrd. Euro und übertrifft damit das eigene Ziel von 6 Mrd. Euro. Das Ergebnis liegt 7,6% über dem Vorjahr. Auch die Profitabilität bleibt hoch: 18,3% Eigenkapitalrendite und eine Solvenzquote von 298%.

Ein kleiner Dämpfer kommt aus dem vierten Quartal. Dort fiel der Nettogewinn mit 945 Mio. Euro spürbar niedriger aus als im Vorjahresquartal. Als Belastungsfaktor nannte das Unternehmen den schwachen US-Dollar.

Am Markt zeigt sich zuletzt ein gemischtes Bild: Heute notiert die Aktie bei 537,80 Euro (+1,47%), liegt auf 7-Tage-Sicht aber 3,38% im Minus.

Mehr Geld zurück: Dividende und Rückkaufprogramm

Für 2025 will der Vorstand der Hauptversammlung eine Dividende von 24,00 Euro je Aktie vorschlagen – klar über dem Konsens von 21,86 Euro.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Münchener Rück?

Zusätzlich startet ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2,25 Mrd. Euro. Beginn ist der 29. April 2026, spätestens zur ordentlichen Hauptversammlung am 29. April 2027 soll es abgeschlossen sein. Die zurückgekauften Aktien will der Konzern einziehen. Insgesamt beziffert Münchener Rück die Rückflüsse an Anteilseigner auf 5,3 Mrd. Euro.

Preisdruck im Rückversicherungsmarkt – und neue Ziele bis 2030

Trotz Rekordergebnis bleibt das Marktumfeld in der Schadenrückversicherung anspruchsvoll. Inflationsbereinigt sanken die Preise um 2,5%, das erneuerte Prämienvolumen ging um knapp 8% auf 13,7 Mrd. Euro zurück. Besonders deutlich war der Rückgang bei Naturkatastrophen-Absicherungen. Münchener Rück verzichtete dabei bewusst auf unrentable Verträge – diszipliniert, aber ein Hinweis auf stärkeren Wettbewerb.

Parallel startet die neue Strategie „Ambition 2030“ mit drei Säulen („Outpeak • Outpace • Outperform“). Bis Ende 2030 soll die Eigenkapitalrendite über 18% liegen, der Gewinn je Aktie soll im Schnitt jährlich um mehr als 8% wachsen. Zudem plant der Konzern eine jährliche Gesamtausschüttungsquote von mehr als 80% sowie eine Solvenzquote von über 200%.

Für 2026 lautet das Gewinnziel 6,3 Mrd. Euro. Der Versicherungsumsatz der Gruppe soll auf 64 Mrd. Euro steigen, die Kapitalanlagerendite auf über 3,5%. In der Rückversicherung peilt der Konzern 5,4 Mrd. Euro Gewinn an (nach 5,2 Mrd. Euro), ERGO soll rund 900 Mio. Euro beitragen.

Ein Baustein dafür ist ein Effizienzprogramm bei ERGO: Bis 2030 sollen etwa 1.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, sozialverträglich über Fluktuation, Altersteilzeit und Abfindungen. Betriebsbedingte Kündigungen bleiben bis 2030 ausgeschlossen. Ziel sind jährlich wiederkehrende Einsparungen von rund 600 Mio. Euro bis 2030, davon 200 Mio. Euro bereits 2026.

Der nächste Prüfstein folgt zeitnah: Am 18. März 2026 veröffentlicht Münchener Rück den vollständigen Geschäftsbericht 2025, am 12. Mai 2026 die Zahlen zum ersten Quartal. Dann wird sichtbar, wie belastbar das Gewinnziel von 6,3 Mrd. Euro für 2026 im Detail untermauert ist – gerade vor dem Hintergrund des Preisdrucks in der Schadenrückversicherung.

Münchener Rück-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Münchener Rück-Analyse vom 04. März liefert die Antwort:

Die neusten Münchener Rück-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Münchener Rück-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 04. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Münchener Rück: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...