In Taufkirchen und Oberkochen knallen die Sektkorken: Der Rüstungselektronik-Spezialist Hensoldt eilt von einem Rekord zum nächsten. Nachdem erst vor wenigen Tagen ein 100-Millionen-Euro-Deal für Radartechnik am Standort Ulm verkündet wurde, legt das Unternehmen nun massiv nach. Ein neuer Großauftrag mit einem Volumen von über 400 Millionen Euro fließt direkt in den Standort Oberkochen auf der Ostalb. Damit festigt Hensoldt seine Rolle als unverzichtbarer Technologielieferant für die moderne Landesverteidigung und sorgt für eine langfristige Auslastung seiner Kapazitäten.

Digitale Augen für den „Schakal“ und den „Leopard“

Im Zentrum des neuen Auftrags steht die Digitalisierung des Schlachtfelds. Hensoldt liefert hochmoderne Sichtsysteme, die das Ende des klassischen Sehschlitzes einläuten. Statt mühsam durch enge Öffnungen zu spähen, erhält die Panzerbesatzung künftig einen digitalen Rundumblick in Echtzeit. Diese Systeme kommen sowohl im neuen Radschützenpanzer „Schakal“ als auch im modernisierten Kampfpanzer „Leopard 2 A8“ zum Einsatz. Diese Technologie erhöht nicht nur die Effektivität im Einsatz, sondern steigert vor allem die Sicherheit der Soldaten durch eine lückenlose Umfeldwahrnehmung.

Ein Standort im Wachstumsrausch

Für den Standort Oberkochen ist diese Nachricht ein echtes Pfund. Mit rund 1.000 Beschäftigten ist das Werk ein Herzstück der regionalen High-Tech-Industrie. Dass nach dem Milliarden-Auftrag im vergangenen November nun direkt die nächste 400-Millionen-Euro-Order folgt, unterstreicht das enorme Vertrauen der Kunden in die Optronik-Sparte von Hensoldt. Während andere Industriezweige mit konjunkturellem Gegenwind kämpfen, herrscht bei den Sensorexperten Hochbetrieb. Die Auftragspipeline ist prall gefüllt und die technologische Marktführerschaft scheint auf Jahre zementiert.

Fazit: Qualität setzt sich durch

Hensoldt beweist eindrucksvoll, dass im modernen Konfliktfall nicht nur roher Stahl, sondern vor allem digitale Überlegenheit zählt. Mit dem Fokus auf Sensorik und Optronik hat sich der Konzern eine Nische gesichert, die ihn weitgehend unabhängig von den Schwankungen der reinen Fahrzeugproduktion macht.