Die Auftragsbücher des Rüstungselektronik-Konzerns quellen über, während die Produktion kaum hinterherkommt. Um diesen massiven Flaschenhals zu weiten, bedient sich Hensoldt nun gezielt bei der kriselnden deutschen Automobilindustrie. Eine neue Kooperation soll hunderte Fachkräfte direkt in die Rüstungsschmieden lenken.

Vom Autozulieferer in die Rüstung

Am 16. März schloss das Sensorsystemhaus eine strategische Vereinbarung mit dem Technologieunternehmen Aumovio. Das Conti-Spin-off streicht weltweit tausende Stellen, darunter allein rund 600 an den süddeutschen Standorten Ulm, Lindau und Markdorf. Genau hier setzt Hensoldt an. Durch die räumliche Nähe der eigenen Niederlassungen will der Konzern dringend benötigte Systemingenieure, Softwareentwickler und Elektrotechniker nahtlos übernehmen. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen ähnliche Vereinbarungen zur Personalübernahme mit Continental und Bosch in die Wege geleitet. Weitere Kooperationen mit Zulieferern befinden sich in der Vorbereitung.

Der Kampf gegen den Auftragsstau

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Der Rekrutierungsdruck im Verteidigungssektor ist das Resultat eines strukturellen Ungleichgewichts. Einem gewaltigen Auftragseingang von 4,71 Milliarden Euro – ein Plus von 62 Prozent – stand zuletzt ein Umsatzwachstum von lediglich knapp 10 Prozent gegenüber. Hensoldt wächst auf dem Papier rasant, tut sich aber schwer, die Aufträge zügig in reale Auslieferungen umzumünzen. An der Börse sorgt diese Diskrepanz für Zurückhaltung. Am Freitag gab der Kurs um 4,86 Prozent auf 75,30 Euro nach, was die anhaltende Skepsis bezüglich der kurzfristigen Umsetzungskompetenz widerspiegelt. Um die Kapazitäten hochzufahren, plant das Management für das laufende Jahr 1.600 Neueinstellungen in Deutschland. Parallel fließen bis 2027 rund eine Milliarde Euro in den physischen Ausbau der Werke.

Konkrete Termine im Blick

Konkrete Einblicke in die Fortschritte beim Personalaufbau und den Abbau des massiven Orderbuchs liefert der geprüfte Konzernabschluss am 26. März. Die darauffolgenden Quartalszahlen am 6. Mai dienen als nächster harter Indikator für das operative Tempo. Zu diesen Terminen muss das Management belegen, dass die anvisierten 2,75 Milliarden Euro Jahresumsatz bei einer Marge von bis zu 19 Prozent auf einem soliden Fundament stehen.

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