Morgan Stanley rückt von seiner skeptischen Haltung ab, gleichzeitig meldet Hensoldt eine klare Expansion im Drohnensegment – beides trifft auf eine technisch aufgeladene Chartsituation. Die zentrale Frage: Wie stimmig ist das neue, eher neutrale Analystenurteil mit einem Kurs, der bereits deutlich darüber notiert?

Morgan Stanley dreht auf Neutral

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat ihre Einschätzung für Hensoldt überarbeitet. Analyst Ross Law stuft die Aktie von „Underweight“ auf „Equal-weight“ hoch und beendet damit faktisch eine bisherige Verkaufsempfehlung.

Kernpunkte der neuen Studie:

  • Rating: Hochstufung von „Underweight“ auf „Equal-weight“
  • Kursziel: Anhebung von 78 auf 82 Euro
  • Begründung: verbessertes Chancen-Risiko-Verhältnis nach vorangegangener Korrektur
  • Einschätzung: begrenztes Downside-Risiko, Bewertung wieder als „fair“ eingestuft

Morgan Stanley sieht die Markterwartungen als angepasst und weniger überzogen. Nach der Korrektur sei ein Großteil der vorherigen Übertreibungen abgebaut, weshalb die Experten nun eine neutrale Position einnehmen.

Auffällig bleibt jedoch die Diskrepanz zwischen Analystenmodell und Börsenrealität: Heute notiert die Aktie mit rund 87,55 Euro klar über dem neuen Kursziel von 82 Euro. Der Markt preist also bereits mehr Fantasie ein, als Morgan Stanley aktuell zugesteht.

Drohnen-Geschäft wird ausgebaut

Parallel zur Neubewertung kommen operative Impulse aus dem Drohnen- und Counter-UAS-Bereich. Hensoldt stärkt seine Position bei unbemannten Systemen und der Abwehr von Drohnen durch eine neue Kooperation mit TYTAN Technologies.

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Im Zentrum steht ein Memorandum of Understanding (MoU), das eine deutliche Ausweitung der Fertigung von Abfangdrohnen in Bayern vorsieht. Geplant ist:

  • Standort: Produktionsausbau in Bayern
  • Produkt: Abfangdrohnen für Drohnenabwehr-Systeme
  • Zielgröße: Skalierung auf bis zu 3.000 Einheiten pro Monat bis Ende 2026

Diese Ausbaupläne unterstreichen die strategische Bedeutung des Segments vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen und steigender Nachfrage nach Schutz kritischer Infrastruktur.

Technische Lage: Über 200-Tage-Linie

Charttechnisch hat die Aktie eine wichtige Hürde genommen. Der Kurs liegt:

  • aktuell bei etwa 87,55 Euro
  • knapp 10 % über dem 50-Tage-Durchschnitt von 79,71 Euro
  • in der Nähe des 200-Tage-Durchschnitts von 88,83 Euro

Wesentlich: Die 200-Tage-Linie wurde überschritten, ein Niveau, das viele Marktteilnehmer als langfristige Trendmarke betrachten. Solche Signale werden häufig von algorithmischen Handelsstrategien aufgegriffen und können kurzfristig zusätzliches Momentum liefern.

Gleichzeitig ist der Relative-Stärke-Index (RSI) mit 68,2 Punkten bereits nahe der technisch überkauften Zone. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von gut 62 % zeigt zudem, dass der Titel spürbar schwankungsanfällig bleibt.

Fazit: Markt optimistischer als Morgan Stanley

In der Summe treffen drei Stränge aufeinander: ein Ende der Verkaufsempfehlung durch Morgan Stanley, ein moderat angehobenes Kursziel, eine klar kommunizierte Produktionsoffensive im Drohnensegment und eine technisch gestärkte Chartsituation.

Während Morgan Stanley das Aufwärtspotenzial nach der jüngsten Rallye weitgehend als eingepreist ansieht, signalisiert der aktuelle Kurs oberhalb von 82 Euro, dass Investoren dem Wachstumsprofil – insbesondere im Drohnen- und Counter-UAS-Bereich – momentan mehr zutrauen. Entscheidend wird nun, ob Hensoldt die avisierte Produktionsskalierung bis Ende 2026 tatsächlich erreicht und damit die derzeit hohen Erwartungen operativ untermauert.

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